Fußball: WM-Interview
Marokko-Aus: Belkadi erst enttäuscht, dann versöhnt

Bezirk Lüdinghausen -

Abdel Belkadi, technisch beschlagener Allrounder des Fußball-Landesligisten VfL Senden, ist glühender Anhänger der marokkanischen Nationalelf. Bis Samstag weilte er in Russland, um sich zwei Gruppenspiele der Nordafrikaner anzuschauen – und kehrte ein wenig ernüchtert in seine Wahlheimat zurück.

Sonntag, 24.06.2018, 18:12 Uhr

Abdel Belkadi 
Abdel Belkadi  Foto: rau

Sind Sie schwer enttäuscht nach dem Ausscheiden Marokkos?

Belkadi: Enttäuscht war ich nach der Niederlage gegen den Iran. Weil da im Grunde schon klar war, dass wir die K.o.-Runde verpassen. Dieses blöde Eigentor von Aziz Bouhaddouz in der Nachspielzeit! Das Spiel gegen Portugal – immerhin der amtierende Europameister – hat uns Fans dann wieder versöhnt. Da wäre ein Remis verdient gewesen.

Was ist gegen Spanien drin?

Belkadi: Wenn Marokko so spielt wie gegen Portugal: mindestens ein Punkt. Das Problem ist, dass es für die Spieler schwer sein wird, sich nach dem WM-Aus aufs Neue zu motivieren.

1990, als Roger Milla und Kamerun für Furore sorgten, hieß es, spätestens in 20 Jahren stelle Afrika einen Weltmeister. Wieso will das nicht klappen?

Belkadi: Das hat mehrere Gründe. Klar kicken Stars wie Sadio Mané oder Mo Salah bei der WM. Aber eben auch Spieler, die in den afrikanischen Ligen aktiv sind, wo das Niveau nicht annähernd so hoch ist wie in Europa. Außerdem gibt es nach jedem großen Turnier einen Umbruch samt Trainerwechsel. So kriegt man keine Konstanz rein. Ich fürchte, bis zum ersten Titelgewinn eines afrikanischen Teams vergehen noch mal 20 Jahre.

Wem drücken Sie ab jetzt die Daumen?

Belkadi: Da ich halber Marokkaner und halber Deutscher bin: der DFB-Elf natürlich! flo

 ► Abdel Belkadi tippt die Spiele am Montag:

S.-Arabien - Ägypten 0: 3

Uruguas - Russland 2: 1

Iran - Portugal 0: 2

Spanien - Marokko 1: 1

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