Tischtennis: Trainingsroboter
Boll-Werk für die Jugend – Westfalia Senden übt wie der Rekordeuropameister

Senden -

Westfalia Senden investiert in die Zukunft. 1800 Euro hat sich der Verein den Trainingsroboter kosten lassen, den auch der einst beste Spieler der Welt, Timo Boll, nutzt. Und noch etwas ist neu im Sportpark.

Mittwoch, 19.12.2018, 19:00 Uhr aktualisiert: 21.12.2018, 21:52 Uhr
Freuen sich über die Anschaffung: Sendens Nachwuchs, Trainerin Sara Dresselhaus (4.v.l.) und Stephan Heuer (3.v.r.).
Freuen sich über die Anschaffung: Sendens Nachwuchs, Trainerin Sara Dresselhaus (4.v.l.) und Stephan Heuer (3.v.r.). Foto: flo

Lukas Wilfling ist ziemlich angetan vom neuen Trainer der DJK Westfalia Senden. Der serviert dem Elfjährigen die Bälle auf den Zentimeter dorthin, „wo ich sie haben will“. Beim alten „Coach“ sei das anders gewesen, „der hatte nur eine Richtung drauf“. Immer stumpf in die Mitte. Sein Nachfolger ist also, wie es scheint, ein echter Alleskönner. Nur sprechen kann er nicht, denn Wilf­lings Übungspartner ist: eine Maschine.

1800 Euro gut investiert

1800 Euro habe der Tischtennis-Roboter der jüngsten Generation gekostet, verrät Stephan Heuer. Gut investiertes Geld, findet das Westfalia-Vorstandsmitglied: „Wir müssen den Kindern und Jugendlichen was bieten. Von allein kommen die nicht zu uns.“ Tischtennis sei nun mal – trotz der großen Erfolge der deutschen Top-Spieler – eine Nischensportart: „Gegen Fußball kommen wir eh nicht an. In Senden machen uns überdies die Volleyballerinnen und die Handballer Konkurrenz.“

Zwar seien die Zahlen stabil – die Westfalia-Abteilung zählt neben der des SC Union Lüdinghausen zu den mitgliederstärksten im Südmünsterland-Kreis – aber eben nicht in Stein gemeißelt. Deshalb die Werbetour durch die Grundschulen der Gemeinde, daher die kostspielige Neuanschaffung.

Für die Sendener ist dabei das Beste offenbar gerade gut genug: „Mit dem Ding übt selbst Timo Boll “, weiß Heuer. Tempo, Richtung, Spin, Unterschnitt: All das kann der Pressewart – im Hauptberuf Ingenieur – via Tablet einstellen. Und: „Unsere Älteren können sich per Handy und Bluetooth-Technik direkt mit dem Computer verbinden.“ Denn auch die Erwachsenen wie Michael Last, Nummer eins des Bezirksligisten, haben längst Gefallen an dem teuren Spielzeug gefallen.

Sara Dresselhaus coacht den Nachwuchs

Selbst das einzige Defizit des Roboters, sich den Spielern nicht mitteilen zu können, ist weiter kein Problem. Den Job übernimmt im Sportpark neuerdings Sara Dresselhaus. Obschon der ehemaligen Verbandsligaakteurin reichlich Angebote umliegender Klubs vorlagen, habe sie sich bewusst für das Coachen des Nachwuchses in ihrem Heimatverein entschieden. Auch wegen des Roboters: „Ich kann – was beim Vorgängermodell nicht möglich war – hinter den Mädchen und Jungs stehen.“ Somit ließen sich Fußstellung und Beinarbeit besser kontrollieren, schwärmt die 25-Jährige, die gerade in Thüringen ihren Bachelor-of-Science-Abschluss gemacht hat, also ähnlich technikaffin ist wie Heuer.

Wer auch mal wie der ehemalige Weltranglistenerste Boll üben will: Trainiert wird dienstags und donnerstags zwischen 17 und 19 Uhr in der Alten Halle.

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