Handball: WM hautnah
Herbergsvater „Rosi“ – David Rosenthal hält Karabatic und Co. bei Laune

Senden -

David Rosenthal, Rückraum-Mann des ASV Senden, ist bei der Weltmeisterschaft als Volunteer in Berlin im Einsatz. Klar, dass er dabei auch dem einen oder anderen Superstar über den Weg läuft.

Sonntag, 13.01.2019, 07:34 Uhr aktualisiert: 13.01.2019, 13:09 Uhr
Weder als Maskottchen noch als „Wischer“ ist David Rosenthal im Einsatz. Der Sendener kümmert sich um das Wohlbefinden der deutschen Gegner.
Weder als Maskottchen noch als „Wischer“ ist David Rosenthal im Einsatz. Der Sendener kümmert sich um das Wohlbefinden der deutschen Gegner. Foto: dpa

Grundsätzlich hätte David Rosenthal schon auch gerne im Nachbarschaftsduell am Sonntag bei der Ahlener SG 2 ( Text links ) mitgewirkt. Aber erstens glaubt der Handballer des ASV Senden „fest daran, dass die Jungs das auch ohne mich packen“. Und zweitens ist der junge Mann in diesen Tagen unabkömmlich. Rosenthal fungiert bei der Heim-WM als Volunteer in Berlin.

Bereits im Februar 2018 habe er sich um einen der begehrten Freiwilligen-Posten beworben – und alsbald den Zuschlag bekommen. „Danach ging es nur noch darum, in welcher Funktion ich eingesetzt werde“, erklärt der ASV-Regisseur. Den „Wischer“-Job, also das Parkett von Schweißpfützen zu befreien, habe er dankend abgelehnt, schmunzelt der Student. Zumal er dank seiner Akkreditierung auch so Zugang zum Innenraum der Mercedes-Benz-Arena hat.

David Rosenthal

David Rosenthal Foto: flo

Dann doch lieber Hoteldienst. Tagsüber kümmert sich „Rosi“, wie sie ihn im Sportpark rufen, um Brasilianer, Franzosen, Russen, Serben und Koreaner – alle Vorrundengegner der deutschen Mannschaft nächtigen im selben Haus in der Hauptstadt. Wischen müsse er dort ebenso wenig wie Betten machen: „Wir sind vor allem für das Wohlbefinden der Sportler zuständig.“ Dafür sorgen, dass es was Warmes zu Essen gibt, wenn es in der Halle später wird. Kurzfristig den Konferenzraum für eine Mannschaftsbesprechung herrichten. In der Lobby nach dem Rechten sehen. Solche Dinge.

Handball-WM 2019: Ein Überblick

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  • Bereits zum siebten Mal ist die Handball-WM auf deutschem Boden: 1938 in Deutschland (Sieger: Deutschland); 1958 in der DDR (Sieger: Schweden); 1961 in der Bundesrepublik (Sieger: Rumänien); 1974 in der DDR (Rumänien); 1982 in der BRD (Sieger: Sowjetunion); 2007 in Deutschland (Sieger: Deutschland).

    Foto: Franz-Peter Tschauner
  • Der Start war nicht leicht: Mit seinem ersten Turnier erlitt Trainer Christian Prokop 2018 Schiffbruch. Das frühzeitige Aus bei der EM in Kroatien wurde begleitet von einigen Misstönen. Innerhalb der Mannschaft waren viele nicht mit dem Führungsstil des heute 40-Jährigen einverstanden. Oftmals ignorierten die Profis sogar Anweisungen. Viele erwarteten im Frühjahr seinen Rauswurf.

    Foto: Rolf Vennenbernd
  • Der DHB hielt an Prokop fest, der einräumte zu schnell zu viel gewollt und verändert zu haben. Seitdem ist Ruhe im Karton. Das Miteinander passt wieder. Aber der Druck auf Prokop ist immens. Das Halbfinale als Ziel auszugeben, war mutig, aber bei einer Heim-WM alternativlos. Verpasst Deutschland die Vorgabe knapp oder mit Pech, überzeugt aber insgesamt, wird ihm dieser Maßstab nicht um die Ohren fliegen. Ein Auftritt wie im Vorjahr dürfte aber sein Aus bedeuten.

    Foto: Axel Heimken
  • Ex-Bundestrainer Dagur Sigurdsson prägte vor drei Jahren den Begriff der „Bad Boys“. So nannte sich erst die deutsche Mannschaft selbst und nach dem EM-Titel in Breslau das ganze Land seine Helden. Der Name von damals ist abgehakt. Das Team von 2019 möchte eine eigene Erfolgsgeschichte schreiben.

    Foto: Jens Wolf
  • Ex-Weltmeister Oliver Roggisch ist Teammanager der Nationalmannschaft und nah an den Spielern dran. Seit Anfang des vergangenen Jahres sitzt er beim DHB auch auf der Trainerbank und nimmt dort vor allem koordinierende Aufgaben wahr. Gleichzeitig tritt er vor und nach den Spielen als gefragter Interview-Partner auf, bezieht Stellung und ist nach seiner aktiven Laufbahn eines der Gesichter der Nationalmannschaft geblieben.

    Foto: Fabian Stratenschulte
  • Die ersten drei jeder sechsköpfigen Vorrundengruppe kommen weiter und bilden mit den drei Teams der Parallel- eine Hauptrundengruppe, für die die beiden Ergebnisse gegen die ebenfalls qualifizierten Konkurrenten mitgenommen werden. Nach drei weiteren Partien für jeden stehen die beiden Erstplatzierten im Halbfinale. Für die jeweiligen Sieger ist der Pokal dann zum Greifen nah.

    Foto: Marius Becker
  • Sechs Arenen, vier in Deutschland, zwei in Dänemark, bilden den Rahmen für die WM. Die Vorrunde A mit ihren 15 Partien wird in der Mercedes-Benz-Arena in Berlin ausgetragen (13.000 Plätze), parallel spielt die Gruppe B in der Münchener Olympiahalle (12.463). Die Hauptrunde I wird in der Kölner Lanxess-Arena (19.500) ausgetragen, beide Halbfinals in der Hamburger Barclaycard-Arena (13.000).

    Foto: Oliver Berg
  • Auf dänischer Seite bietet die Royal Arena in Kopenhagen (14.500) den Spielort für die Vorrunde D und den Präsidenten-Cup sowie der Jyske Bank Boxen in Herning (15.000) die Stätte für die Gruppe C, die Hauptrunde II und die Finalspiele.

    Foto: Frank Rumpenhorst
  • Eine WM ist im Prinzip immer auch eine verkappte EM. Denn die Dominanz der europäischen Länder im Handball ist eklatant. Seit 1938 das erste globale Turnier ausgetragen wurde, standen mit einer einzigen Ausnahme immer Länder Europas auf dem Podium. Die französischen Handballer sind mit sechs Titeln Rekord-Gewinner. Viermal siegten Schweden und Rumänien. Deutschland feierte drei Titel (1938, 1978, 2007).

    Foto: Michel Euler
  • Top-Favorit der Handball-WM ist Titelverteidiger Frankreich. Ebenfalls stark eingestuft werden die Spaniern und Kroaten um Superstar Domagoj Duvnjak (Foto). Mit-Gastgeber Dänemark gehört ebenfalls zum Kreis der Favoriten. Kandidaten fürs Halbfinale sind Schweden und Norwegen.

    Foto: Toni Albir
  • Die Ex-Handball-Weltmeister Markus Baur (Foto) und Dominik Klein analysieren als Experten die Partien der deutschen Mannschaft im TV. ARD und ZDF zeigen alle Spiele der Deutschen live. Eurosport strahlt zudem 15 Begegnungen ohne DHB-Beteiligung aus. Alle Spiele gibt’s zudem im Netz bei sportdeutschland.tv – auch auf Abruf.

    Foto: A2931 Bernd Weißbrod

Dass er dabei ein paar Worte mit Luka Karabatic – einer der Stars im Team des amtierenden Weltmeisters Frankreich – wechselt oder ein Pläuschchen mit Serbiens Trainer Nenad Perunicic – als Spieler einer der Größten seiner Zunft – hält, bleibt nicht aus. „Bemerkenswert“ findet Rosenthal, „wie wenig abgehoben diese Menschen sind. Bei Fußballern auf dem Niveau kann man sich das beim besten Willen nicht vorstellen.“

Abends hat der Rückraummann frei – und schaut sich selbstredend die Spiele der DHB-Auswahl an. Der Auftakt, gegen Korea (30:19), habe ihn noch nicht vom Hocker gerissen. Auch hätte Rosenthal, wäre er der Bundestrainer, Rechtsaußen Tobias Reichmann nominiert und Zweitligamann Martin Strobel einen weiteren gelernten Aufbauspieler zur Seite gestellt. Trotzdem traut er den Gastgebern eine Menge zu: „Individuell sind Frankreich und vor allem Dänemark stärker als die Deutschen. Aber mit dem entsprechenden Teamgeist kann man vieles wettmachen. Das ist im Nationalteam nicht anders als bei uns in der Verbandsliga.“

Der deutsche 16er-Kader für die Handball-WM 2019

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  • Torhüter: Andreas Wolff (THW Kiel)

    Foto: Monika Skolimowska
  • Torhüter: Silvio Heinevetter (Füchse Berlin)

    Foto: Julian Stratenschulte
  • Linksaußen: Uwe Gensheimer (Paris St. Germain)

    Foto: Axel Heimken
  • Linksaußen: Matthias Musche (SC Magdeburg)

    Foto: Julian Stratenschulte
  • Rückraum links: Fabian Böhm (TSV Hannover Burgdorf)

    Foto: Peter Steffen
  • Rückraum links: Steffen Fäth (Rhein-Neckar Löwen)

    Foto: Julian Stratenschulte
  • Rückraum Mitte: Martin Strobel (HBW Balingen-Weilstetten)

    Foto: Marijan Murat
  • Rückraum Mitte: Fabian Wiede (Füchse Berlin)

    Foto: Andreas Gora
  • Rückraum rechts: Steffen Weinhold (THW Kiel)

    Foto: Peter Steffen
  • Rückraum rechts: Franz Semper (SC DHfK Leipzig)

    Foto: Peter Steffen
  • Kreisläufer: Hendrik Pekeler (THW Kiel)

    Foto: Julian Stratenschulte
  • Rückraum links: Finn Lemke (MT Melsungen)

    Foto: Marijan Murat
  • Rückraum Mitte: Paul Drux (Füchse Berlin)

    Foto: Marijan Murat
  • Rechtsaußen: Patrick Groetzki (Rhein-Neckar Löwen)

    Foto: Marijan Murat
  • Kreisläufer: Patrick Wiencek (THW Kiel)

    Foto: Monika Skolimowska
  • Kreisläufer: Jannik Kohlbacher (Rhein-Neckar Löwen)

    Foto: Monika Skolimowska
  • Trainer: Christian Prokop

    Foto: Axel Heimken
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