Fußball: Bezirksliga 5 Frauen
Fall von Wettbewerbsverzerrung? VfL Senden bedauert Absage

Senden -

Die Partie am Sonntag zwischen dem VfL Senden und Arminia Ickern wurde kurzfristig abgesagt, die Gäste blieben dem Sportpark fern. Die Freude über die drei geschenkten Punkte hält sich beim Tabellenzweiten in Grenzen.

Mittwoch, 17.04.2019, 17:56 Uhr aktualisiert: 17.04.2019, 18:01 Uhr
Gar nicht komisch fand VfL-Trainerin Annika Scheunemann die Absage aus Ickern.
Gar nicht komisch fand VfL-Trainerin Annika Scheunemann die Absage aus Ickern. Foto: flo

Wahrscheinlich hätten sich die Bezirksliga-Fußballerinnen des VfL Senden – wie weiland die Kremers-Zwillinge, wann immer es gegen den BVB ging – nicht mal umziehen müssen, um Arminia Ickern zu schlagen. Das Team von Annika Scheunemann ist Netto-Spitzenreiter, die Castroper sind abgeschlagener Tabellenletzter. Mit einem desaströsen Torverhältnis. Wobei: Sie hätten sich ja schon gern umgezogen die Sendenerinnen, durften nur nicht. Ickern sagte den Besuch am Sonntag im Sportpark kurzfristig ab, das Spiel wird mit 2:0 für den VfL gewertet. Drei leichtverdiente Punkte – alles gut also? Nun ja.

Torverhältnis kann am Ende entscheiden

Sendens Trainerin war „schon ein bisschen verärgert“ über die Absage. Dazu muss man wissen, dass im engen Titelrennen zwischen ihrer Elf und dem FC Oeding (zwei Punkte und ein Spiel mehr als der Zweite) am Ende das Torverhältnis durchaus entscheidend sein könnte. Das des VfL ist um elf Treffer besser – noch. Man stelle sich bloß mal vor, der FC bezwingt am 12. Mai daheim Ickern zweistellig. „Dann wären wir am Ende womöglich die Dummen“, befürchtet Scheunemann und verweist auf einen ganz ähnlichen Fall vor zwei Jahren in der Parallelstaffel, der den VfL Wolbeck um ein Haar die Meisterschaft gekostet hätte.

Die Cheftrainerin will ihre Worte bitte nicht als überheblich missverstanden wissen: „Ob und, wenn ja, wie hoch wir Ickern geschlagen hätten, steht eh auf einem anderen Blatt.“ Scheunemann pocht schlicht auf ein sportlich faires Duell um Platz eins. Und Fakt ist nun mal: Das Hinspiel in Castrop-Rauxel gewann der VfL mit 5:0.

Härtere Sanktionen ab 2019/20

Staffelleiter Jürgen Groothus kann den Unmut der Sendenerinnen nachvollziehen. Zwar mag er Ickern keine böse Absicht unterstellen („die Verantwortlichen haben mir versichert, dass der Arminia am Wochenende nur sechs, sieben Spielerinnen zur Verfügung gestanden hätten“). Trotzdem sieht Groothus die Gefahr der Wettbewerbsverzerrung. Ihm sei auch der umgekehrte Fall schon untergekommen: „Da ist ein abstiegsbedrohtes Team bei einer Top-Mannschaft nicht angetreten, weil es sich aus Sorge um das eigene Torverhältnis mit der 0:2-Wertung am grünen Tisch besser bedient wähnte.“

Der Staffelleiter kann nur Sanktionen verhängen, die der Verband vorgibt (bei Nichtantritt eine niedrige dreistellige Geldstrafe), glaubt aber, dass sich Vereine künftig drei Mal überlegen, ein Match zu schwänzen. Zumal in der entscheidenden Phase (Stichtag: 1. Mai). Denn: „Ab 2019/20 werden diesen Teams Zähler für die Folgesaison abgezogen.“ Groothus regt zudem an, es doch wie die Basketballer zu handhaben: „Die bekommen, wenn sie nicht antreten, statt der null Punkte für die betreffende Partie einen Minuszähler.“

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/6549976?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F3661143%2F94%2F35339%2F
Eiersuche mit Picknick
Insgesamt 11 000 bunte Ostereier haben Kinderherzen am Montag im Schlossgarten höhe schlagen lassen.
Nachrichten-Ticker