Volleyball: Regionalliga
„Ein trauriger Tag für den ASV Senden“: Suha Yaglioglu verabschiedet

Senden -

Drittligaabsteiger ASV Senden hat Trainerlegende Suha Yaglioglu nach 21 Jahren offiziell verabschiedet. Eine Sache lag dem scheidenden Coach immer besonders am Herzen.

Sonntag, 30.06.2019, 18:32 Uhr aktualisiert: 30.06.2019, 18:50 Uhr
Die Vorstandsmitglieder (v.l.) Jürgen Urban, André Daubert und Angela Rowoldt verabschiedeten den langjährigen Coach (2.v.l.). 
Die Vorstandsmitglieder (v.l.) Jürgen Urban, André Daubert und Angela Rowoldt verabschiedeten den langjährigen Coach (2.v.l.).  Foto: flo

Nach den vielen warmen Worten, den Blumen, weiteren Präsenten und Erinnerungsfotos hielt Suha Yaglioglu inne. Kurz wirkte der Mann, der beim ASV Senden ganze Generationen von Volleyballerinnen angeleitet hat und am Freitag im Sportpark offiziell verabschiedet wurde, angefasst. 21 Jahre, die gehen selbst an einem, der alles erlebt hat in diesem Geschäft, nicht spurlos vorbei.

Urban : Coach hinterlässt große Fußstapfen

Es sollte ja eigentlich ein stimmungsvoller, lauer Sommerabend mit aktuellen wie ehemaligen Weggefährten werden. Wurde es auch. Aber eben einer, an dem immer ein bisschen Wehmut mitschwang. Das sei „schon ein trauriger Tag für den ASV Senden“, fand Jürgen Urban. Schließlich gehe da „eine Ära zu Ende“, so der Abteilungs-Boss. Und: „Suha hinterlässt große Fußstapfen.“

Der 61-Jährige hat ja nicht nur – meist mit Erfolg – die Damenmannschaft des ASV gecoacht, sondern die Mehrzahl der Spielerinnen selbst ausgebildet. Unzählige Male hat Yaglioglu den Sendener Nachwuchs bei Westdeutschen oder Deutschen Meisterschaften betreut. „Die Arbeit mit den Jugendlichen hat mir immer die größte Freude bereitet“, erklärte der Scheidende. Sie in jungen Jahren zu formen und dann mit 17, 18 auf das höchste Amateur-Level bei den Senioren zu hieven – „da ist mir jedes Mal das Herz aufgegangen“. Ein paar seiner Zöglinge wurden dann irgendwann zu groß für das „kleine“ Senden. Die zog es weiter in die erste Liga, zum USC Münster. Eine, Cinja Tillmann, ist aktuell bei der Beachvolleyball-WM in Hamburg im Einsatz.

Entscheidung für Bad Laer keine gegen Senden

Wieso er das alles von jetzt auf gleich aufgebe? Mit dem Abstieg aus Liga drei jedenfalls habe sein Entschluss „absolut nichts zu tun. Ich bin doch so häufig ab- und wieder aufgestiegen in all den Jahren.“ Ein „paar Unstimmigkeiten“ habe es zuletzt gegeben, damit lässt Yaglioglu es bewenden. Es soll kein Abend der Abrechnungen werden, des Nachkartens. Auch sei die Entscheidung für den Zweitligisten Bad Laer keine gegen den ASV gewesen: „Ich hatte sogar mit dem Gedanken gespielt, ganz aufzuhören.“

Yaglioglu ohne seine lebenslange Leidenschaft? Kann man sich schwer vorstellen. Am Freitag nahm er Uta Lichte und Tochter Ruth in die Arme, gecoacht hat der Diplomsportlehrer beide. Auch Steffi Venghaus, Mutter von ASV-Spielerin Lea Venghaus und heute Abteilungs-Vize, hatte Yaglioglu damals, beim Bundesligisten Schwerte, schon unter seinen Fittichen. Wer weiß denn, ob der Ewig-Trainer, falls er irgendwann Sehnsucht nach der Neuen Halle verspürt, nicht auch noch den Enkelinnen das Volleyball-Einmaleins vermittelt.

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