Handball: Verbandsliga 1
Jens Micke steht ständig unter Strom

Senden -

Am Sonntag, 18 Uhr, hat der ASV Senden den TSV Hahlen zu Besuch. Gut möglich, dass die extrem heimstarke Sieben von Swen Bieletzki auch dieses Match gewinnt. Und dass ein Sendener mal wieder seinen Torhunger stillt.

Samstag, 02.11.2019, 07:00 Uhr
Immer unter Dampf: ASV-Kreisläufer Jens Micke (M.), hier im Spiel vor einem Jahr gegen Hahlen. Am Sonntag gibt’s das Wiedersehen.
Immer unter Dampf: ASV-Kreisläufer Jens Micke (M.), hier im Spiel vor einem Jahr gegen Hahlen. Am Sonntag gibt’s das Wiedersehen. Foto: flo

„Schreib’ auf jeden Fall auch was Schlechtes“, schlägt Jens Giesbert vor. Damit Jens Micke der Bericht nur ja nicht zu Kopf steige. Will man aber konkret wissen, wo der Kreisläufer des ASV Senden seine Schwächen habe, fällt dem Co-Trainer des hiesigen Handball-Verbandsligisten herzlich wenig ein. Okay, in der Abwehr, da habe Micke noch Luft nach oben. Aber selbst in diesem Bereich „hat sich Jens richtig gut entwickelt, seit er auf der Halbposition oder auch vorgezogen deckt“. Und: Der 25-Jährige habe „richtig Bock“ auf die Schmutzarbeit ganz hinten.

Und vorne am Kreis? Da führe derzeit kein Weg an Micke vorbei: „In seiner aktuellen Verfassung zählt er für mich auf der Position zu den Besten der Liga.“ Mickes Wurfrepertoire sei „für einen Kreisläufer überragend“, lobt Giesbert. Kaum ein Versuch, der nicht im gegnerischen Tor lande. Daher sei er inzwischen auch als Sieben-Meter-Schütze erste Wahl.

Daheim in der Pflicht

Micke, in drei von bis dato fünf Saisonspielen treffsicherster Werfer der Sendener, weiß gar nicht recht, wie er mit so viel Lob umgehen soll. Klar, das Selbstbewusstsein nehme mit jedem Tor zu. Aber ohne die traumhaften Anspiele von Hendrik Kuhlmann, Marius Hintze oder Janis Wieczorek könne er ja schlecht am Kreis glänzen. Auch trage das ASV-Publikum insbesondere zur Heimstärke – unglaubliche elf von zwölf Heimpartien haben die Sendener zuletzt gewonnen – entscheidend bei: „Ich freue mich riesig auf jede Partie im Sportpark. Mein Papa sitzt immer auf der Tribüne, man kennt so viele, die einen anfeuern.“

Da seien seine Mitspieler und er quasi in der Pflicht, Sonntag für Sonntag abzuliefern – „gerade wenn man bedenkt, dass exakt dieselben Leute auch vor einem Jahr in der Halle waren und uns gepusht haben, als es nicht so doll lief.“

Dass Micke dabei regelmäßig voranmarschiert – der gelernte Elektriker scheint permanent unter Strom zu stehen –, habe auch mit dem radikalen Umbruch 2018 zu tun, glaubt der Assistenzcoach. Damals beendeten etliche Leistungsträger ihre Karriere oder suchten wie er, Giesbert, andernorts eine Herausforderung. Dringend gesucht wurden neue Häuptlinge – zu denen nicht nur, aber auch Micke zählt.

Viel von Honerkamp gelernt

Ihm blieb gar nichts anderes übrig, als aus dem großen Schatten von Manuel Honerkamp (wechselte zu Westfalia Kinderhaus) herauszutreten. Wobei er selbst es gar nicht als negativ empfindet, dass er seinerzeit nur zweite Wahl am Kreis war: „Manu hat früher zweite Liga gespielt, ich konnte mir in dieser Phase unfassbar viel von ihm abschauen.“

Micke hat, abgesehen von einem einjährigem Intermezzo in Kinderhaus, seinem Heimatverein stets die Treue gehalten. A-Jugend-Bundesliga, zweite Mannschaft (damals noch in der Bezirksliga), jetzt einer der Leitwölfe in der ersten. Ein Ende ist nicht in Sicht, auch wenn der Mittzwanziger derzeit sein Abi nachholt und noch nicht weiß, wohin ihn dereinst das Studium verschlägt. Aber das ist aktuell tatsächlich das einzig Kritische, was man über Jens Micke berichten kann.

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