Fußball: Landesliga 4
Hauptsponsor des VfL Senden: „Dann bin ich raus“

Senden -

Die Woche beim VfL Senden endet so, wie sie begonnen hat: Mit einem Knall. Jetzt schaltet sich der Mann, für dessen Firma die Spieler auf ihren Jerseys werben, in die Diskussion ein. Die Vorwürfe haben es in sich.

Freitag, 20.12.2019, 21:00 Uhr
VfL-Spielertrainer Rabah Abed (l.) und Co. kommen aus den Schlagzeilen nicht raus.  
VfL-Spielertrainer Rabah Abed (l.) und Co. kommen aus den Schlagzeilen nicht raus.   Foto: flo

Fußball-Landesligist VfL Senden kommt nicht zur Ruhe. In der Causa Bertelsbeck – der Chefcoach war Anfang der Woche beurlaubt worden – meldet sich jetzt der Hauptsponsor der ersten Mannschaft zu Wort. Den sportlichen Leiter und VfL-Vize Taylan Berik geht der langjährige Gönner frontal an. Die Art und Weise der Entlassung sowie die Bestellung von Co-Trainer Rabah Abed sei „an Amateurhaftigkeit kaum zu überbieten“. Das Ganze sei eine einzige „Taylan-Berik-Show“.

Wobei der Mäzen betont, ihm gehe es trotz der markigen Worte nicht darum, den sportlichen Leiter zu demontieren: „Wir reden hier über das Wohl und die Zukunft des Vereins.“ Er äußere sich deshalb so deutlich, weil der VfL „am Scheideweg“ stehe. Im Frühjahr gibt es bekanntlich Vorstandswahlen. Klub-Chef Gerd Buchholz hatte früh angekündigt, für eine weitere Amtszeit nicht zur Verfügung zu stehen. Als erster Anwärter auf den Posten gilt: Berik. Sollte die Wahl tatsächlich auf den bisherigen Stellvertreter fallen, „dann bin ich raus“, erklärt der Geldgeber unmissverständlich.

Schon länger über Kreuz

Bereits vor einem Jahr lag der Sponsor mit dem sportlich Verantwortlichen über Kreuz. Er hatte gedroht, sein finanzielles Engagement – die Rede ist von einem mittleren fünfstelligen Euro-Betrag – mit Ablauf der Spielzeit 2018/19 für den Fall zu beenden, dass Berik weiter das Sagen im Sportpark hat. Er habe sich dann breitschlagen lassen, Verein und Mannschaft doch weiter zu unterstützen – „unter bestimmten Bedingungen, die alle nicht erfüllt wurden“.

Damit der Verein nach den jüngsten Querelen wieder in ruhiges Fahrwasser komme, müssten jetzt die entsprechenden Weichen gestellt werden. Er selbst habe vor zwei Tagen Buchholz, dessen ausgleichende Art er sehr schätze, bekniet, den Vorsitz doch bitte zu behalten. Um den Vorsitzenden herum, so die Vorstellung des Sponsors, solle ein neues, kompetentes Team gebildet werden. Explizit bringt er den Namen Christian Arends, Jugendleiter und zweiter Kassierer, ins Spiel.

Kommentar: Neuanfang nötig

Das Fest hat noch gar nicht begonnen, da brennt in Senden bereits der Baum. Lichterloh. Wer die Schuld daran trägt, da gehen die Meinungen auseinander. Aktuell im Fokus der Kritik: Taylan Berik. Wer meint, der stellvertretende Abteilungsvorsitzende und sportliche Leiter der ersten Mannschaft wolle dem Verein etwas Böses, der irrt. Kaum etwas liegt dem Mann mehr am Herzen als der Klub, in dessen Diensten er so lange schon steht. Die jüngsten Anwürfe im Zuge des Trainerrauswurfs gehen ihm garantiert an die Nieren. Nicht nur fiebert Berik bei Partien des Landesligisten leidenschaftlich mit. Oft genug ist er Zaungast bei den Begegnungen der übrigen Mannschaften. Überdies zählt er zu den Finanziers des gewiss nicht eben günstigen VfL-Flaggschiffs. Trotzdem hat der sportlich Verantwortliche Fehler gemacht – sei es bei der Kaderplanung, sei es in Sachen Kommunikation (da besonders). Insofern muss sich der Vorstand ernsthaft überlegen, wie es 2020 weitergeht. Mit Berik, der zuletzt eher spaltete denn einte, oder ohne. Wollen sie in Senden die Querelen der vergangenen Tage hinter sich lassen und den eigentlich ja prima aufgestellten Verein (man denke nur an die tolle Nachwuchsarbeit) zukunftsfest machen, böte es sich dann doch eher an, bei den kommenden Vorstandswahlen unbelastetes Personal ans Ruder zu lassen. (Florian Levenig)

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