Fußball: Kreisliga A 2 Münster
Florian Bußmann: Der fröhliche Knipser des SV Bösensell

Bösensell -

An den ersten 17 Spieltagen zeigte A-Ligist SV Bösensell viele gute Spiele. Besonders groß trumpfte Florian Bußmann auf, der mit 17 Treffern die Torjägerliste in der A-Liga anführt.

Dienstag, 31.12.2019, 06:00 Uhr aktualisiert: 31.12.2019, 06:02 Uhr
Im Juni 2018 stand Florian Bußmann (r.) mit seinem SV Bösensell schon mit einem Bein in der Bezirksliga, um dann doch noch am VfL Billerbeck zu scheitern.
Im Juni 2018 stand Florian Bußmann (r.) mit seinem SV Bösensell schon mit einem Bein in der Bezirksliga, um dann doch noch am VfL Billerbeck zu scheitern. Foto: Marco Steinbrenner

Wenn Fabian Leifken auf die Stärken von Florian Bußmann angesprochen wird, sprudelt es aus dem Fußball-Trainer des A-Liga-Tabellenführers SV Bösensell nur so heraus. Doch zunächst geht es keineswegs um die sportlichen Qualitäten der Nummer 25. „Florian sorgt in der Kabine immer für gute Stimmung. Er ist ein lustiger Typ, hat immer was zu erzählen und sorgt das ein oder andere Mal dafür, dass die Kollegen herzhaft lachen müssen.“

Doch das alleine macht das Eigengewächs der Gelb-Schwarzen nicht aus. Er ist vielmehr ein echter „Goalgetter, wie ihn sich jeder Übungsleiter wünscht. „Florian ist unfassbar torgefährlich und sehr abgezockt vor dem gegnerischen Kasten. Das macht ihn so wertvoll“, sagt sein Coach, der noch weitere Vorzüge preis gibt. Fabian Leifken bezeichnet seinen Schützling als „taktisch klugen Spieler, der Sachen schnell umsetzen kann. Es macht Spaß, mit ihm zusammenzuarbeiten.“ Über seine Schwächen, die ein Kicker in der Kreisliga A nun mal auch hat, möchte sich der SVB-Trainer nicht äußern. „Die bespreche ich mit ihm persönlich.“

Florian Bußmann, der angehende Lehrer studiert in Münster Englisch und Politik, weiß wo die Hütte des Gegner steht. Als einer von nur zwei Spielern (neben Hinnerk Vedder ) kam er in sämtlichen 17 Begegnungen zum Einsatz und verpasste lediglich 20 Minuten. Bereits 17 Treffer gehen auf sein Konto. Darunter befinden sich vier Elfmeter. In der vergangenen Spielzeit netzte Bußmann gleich 29 Mal ein. Ein konkretes Ziel für die laufende Saison hat sich der in Senden aufgewachsene und heute in Münster lebende Bußmann nicht gesetzt: „Ich möchte versuchen, den Schnitt zu halten. Aber auch wenn ich jetzt kein einziges Tor mehr erzielen und wir trotzdem aufsteigen würden, wäre das eine perfekte Saison. Der Meistertitel steht über allem.“

Diese Worte kommen bei Fabian Leifken sehr gut an. „Ich möchte unseren Erfolg nicht an einer Person festmachen. Florian ist das Ende einer Kette. Zunächst einmal verteidigen wir als Team gut.“ Der Bösenseller Übungsleiter kann nachvollziehen, dass sein Angreifer in der Öffentlichkeit als bester Torschütze der Liga häufiger Gesprächsthema ist als beispielsweise Keeper Tim Schölling oder Verteidiger Niklas Klöfkorn. Indes: Beim Herbstmeister wird der Teamgeist groß geschrieben. „Wir definieren uns als Mannschaft und nicht über mehrere gute Einzelspieler.“

Dennoch hat der bekennende Schalke-Fan Florian Bußmann mit seinen Treffern natürlich einen nicht unerheblichen Anteil daran, dass der Verein 13 Begegnungen vor dem Saisonende mit einem Vorsprung von fünf Punkten auf den BSV Roxel II an der Tabellenspitze zu finden ist. Nachdem Bußmann & Co. vor eineinhalb Jahren den Aufstieg in den beiden Entscheidungsspielen gegen den VfL Billerbeck verpasste, „stehen diesmal unsere Chancen sicherlich gut. Schließlich steigt der Erste jetzt direkt auf“, sagt Bußmann, der in seiner Jugendzeit neben dem SV Bösensell auch für den VfL Senden und SV Herbern kickte. Seit nunmehr acht Jahren streift der am Silvestertag 26 Jahre jung werdende Fußballer das SVB-Trikot über. „Es macht Spaß mit den Jungs. Ich bin sehr zufrieden, wie es momentan läuft. In den nächsten zwei, drei Jahren hoffe ich auf jeden Fall auf den Sprung in die Bezirksliga.“

Trotz seiner Torgefährlichkeit in den vergangenen eineinhalb Jahren, in der Meister-Saison 2017/18 war Bußmann aufgrund von Verletzungen nur sechsmal erfolgreich, gab es bislang von höherklassigen Vereinen keine Anfragen. „Zum jetzigen Zeitpunkt würde ich auch direkt absagen. Jedes Training und Spiel in Bösensell macht Bock. Das ist mir sehr wichtig. Bei uns gibt es keine Grüppchenbildung. Niemand nimmt sich wichtiger als das Team.“ Deshalb hat der „Knipser vom Dienst“ auch keine Probleme damit, derzeit „nur“ in der A-Liga zu kicken.

Doch eines steht auch fest. „Mein großes Ziel ist es natürlich, mit dem SVB einmal überkreislich zu spielen.“ Dass dieses Vorhaben im Juni 2018 so knapp verpasst wurde, ärgert Florian Bußmann noch heute. „Drei Monate zuvor hatte ich mich an der Schulter verletzt und konnte fünf Wochen nicht trainieren. In den entscheidenden Spielen fehlte mir deshalb die Fitness.“ Über seinen damaligen Gesundheitszustand schüttelt er immer noch den Kopf, „weil ich in Billerbeck große Chancen vergeben habe“.

Seitdem bereitet sich Bußmann „bewusster auf die Partien vor“. Der Lohn sind die zahlreichen Tore seit der Saison 2018/19. Doch eines hat er nicht geändert. „Ich würde mich schon als Plaudertasche bezeichnen. In den Kabinengesprächen geht es halt um Gott und die Welt.“ Doch als Gute-Laune-Bär sieht sich Florian Bußmann nicht. Vielmehr als zuverlässiger Torlieferant, der in den kommenden Spielen noch häufig mit seinen Mitspielern jubeln möchte.

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