Volleyball: Frauen-Bundesliga
Doreen Luther wartet beim USC Münster auf ihre Stunde

Senden/Münster -

Zu einem Kurzeinsatz kam Doreen Luther bisher nach ihrem Wechsel vom Drittligisten ASV Senden zum Bundesligateam des USC Münster. Dennoch ist sie nicht unzufrieden. Mit mangelndem Ehrgeiz hat das nichts zu tun.

Mittwoch, 01.01.2020, 17:50 Uhr aktualisiert: 01.01.2020, 18:00 Uhr
Doreen Luther (hinten) jubelt in dieser Szene mit ihren damaligen Mitspielerinnen vom ASV Senden. Nach ihrem Wechsel zum USC will sie auch dort langfristig Stammspielerin werden.
Doreen Luther (hinten) jubelt in dieser Szene mit ihren damaligen Mitspielerinnen vom ASV Senden. Nach ihrem Wechsel zum USC will sie auch dort langfristig Stammspielerin werden. Foto: Christian Besse

Groß war der Sprung, den Volleyballerin Doreen Luther im Sommer gewagt hat. Der ASV Senden war gerade aus der 3. Liga abgestiegen, Trainer-Legende Suha Yaglioglu nach Bad Laer gewechselt. Die Mannschaft brach auseinander, die meisten Spielerinnen wechselten den Verein.

Luther ging das größte Wagnis ein. Die junge Mittelblockerin aus Dülmen, die drei Jahre für den ASV am Netz gestanden hatte, wechselte gleich zwei Klassen höher, in die 1. Bundesliga zum großen USC Münster . War das Wagnis zu groß? Bis dato hat die 22-Jährige einen Kurzeinsatz für das Team von Teun Buijs absolviert – bei der 0:3-Niederlage Mitte Oktober bei den Ladies in Black Aachen.

Ob sie den Wechsel von der Stevergemeinde in die Domstadt inzwischen bereut hat? „Nein“, antwortet Luther. „Ich wusste schon vorher, dass mit Demi Korevaar, Barbara Wezorke und Julian Langgemach drei Konkurrentinnen auf meiner Position spielen, die alle sehr gut und erfahren sind.“ Doch die ehemaliger ASVerin ist ehrgeizig und hofft auf ihre Stunde. „Durch meinen Einsatz in Aachen habe ich Blut geleckt“, sagt sie. Sie ist zuversichtlich, dass der Coach sie weiter im Blick hat: „Teun hat vor der Saison mit mir, wie mit jeder Spielerin, ein Einzelgespräch geführt. Er hat mir gesagt, er mag meine Einstellung.“

Durch meinen Einsatz in Aachen habe ich Blut geleckt.

Doreen Luther

Dabei war die Hürde, vor der sich die bisherige Drittliga-Spielerin vor Beginn der Saison sah, gewaltig. „Für mich ist im Moment das Wichtigste, dass ich mich im Training verbessert habe und mittlerweile körperlich mithalten kann. Da musste ich mich erst einmal anpassen. Das Spiel ist viel schneller als in der 3. Liga.“

Dabei wäre es nicht das erste Mal in ihrer noch jungen Karriere, dass Luther einen großen Sprung über gleich mehrere Spielklassen erfolgreich meistert. 2016 war die damals 19-Jährige von ihrem Heimatverein TV Dülmen zum ASV Senden gewechselt – der gleich fünf Klassen höher spielte. ASV-Trainer Yaglioglu hatte die 1,87 große Mittelblockerin in der Relegationspartie der dritten Sendener Mannschaft gegen Dülmen gesehen und das Talent der Nachwuchsspielerin erkannt.

An der Stever spielte sie ein halbes Jahr zunächst für den ASV 2 in der Oberliga und half in der Ersten nur dann und wann mit aus. Doch dann hatte sie sich durch „einen doofen Zufall“ (Luther) plötzlich in der ersten Mannschaft festgespielt. Dort drückte sie zunächst die Bank, bis sie nach dem ersten großen Umbruch beim Drittligisten zur Stammspielerin aufrückte.

Das will sie beim Bundesligisten USC auch schaffen. Dass das nicht von jetzt auf gleich geht, weiß sie. Doch sie hat die Zeit auf ihre Seite, dazu Geduld und Ehrgeiz.

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