Fußball: Talent
Schnurstracks Richtung Bundesliga – Neele Hörling auf Kurs

Senden -

Neele Hörling kickt seit einem halben Jahr beim großen FSV Gütersloh. Ihr nächstes Ziel: der Sprung in die U17-Beletage. Die Sendenerin hat aber noch ein weiteres Anliegen.

Freitag, 17.01.2020, 19:58 Uhr aktualisiert: 17.01.2020, 20:02 Uhr
In der U 16-Westfalenliga kommt Neele Hörling (l.) bereits regelmäßig zum Einsatz. 2020 soll der nächste Karriereschritt folgen.
In der U 16-Westfalenliga kommt Neele Hörling (l.) bereits regelmäßig zum Einsatz. 2020 soll der nächste Karriereschritt folgen. Foto: Martin Löffler

Hoffnungsvolle Fußballerinnen hat Dirk Glischinski in seiner Zeit als Jugendtrainer beim VfL respektive der JSG Ottmarsbocholt/Senden einige kommen und gehen sehen. Talent allein reiche aber nicht aus, wolle man später mal höher hinaus. Mindestens ebenso wichtig seien Trainingsfleiß, Disziplin, ein hohes Maß an Organisation und: „der nötige Biss“. Alles Voraussetzungen, die Neele Hörling erfülle. Insofern, erklärt Glischinski über seinen ehemaligen Schützling, „ist es für mich keine große Überraschung, dass sie so beharrlich ihren Weg geht.“ Ein Weg, der die junge Sendenerin geradewegs in die U17-Bundesliga führen könnte.

Seit einem halben Jahr kickt Hörling beim FSV Gütersloh in der U 16-Westfalenliga. Weil die Angreiferin bei den Ostwestfalen in der Hinrunde regelmäßig zum Zuge kam, trainiert sie, quasi als Belohnung, ab sofort einmal wöchentlich beim ein Jahr älteren Erstliganachwuchs mit. Zwei Übungseinheiten mit der U 17 hat die 16-Jährige bereits absolviert – und war „total beeindruckt“.

Lob vom Trainer

Ihr aktueller Coach, Lukas Volkmann , ist sehr zufrieden mit der Entwicklung der Ex-VfL-Kapitänin: „Sie besticht vor allem durch hohes Tempo und ihre Athletik.“ Schwächen? „Im Abschluss kann Neele sicher noch zulegen.“ Immerhin: Zwei Mal traf die Offensiv-Allrounderin, die anfangs auf dem rechten Flügel zu finden war und inzwischen ins Sturmzentrum gerückt ist, bereits für ihren neuen Klub.

Neben Volkmann und Glischinski, der sie vier Jahre im Sportpark angeleitet hatte, gilt Hörlings besonderer Dank ihrer damaligen Kreisauswahl-Trainerin Irmi Venschott: „Sie hat mich enorm gefördert und darin bestärkt, diesen nächsten Schritt zu gehen.“ Mitte 2019 war der Teenager von Wacker Mecklenbeck, gerade aus der B-Jugend-Regionalliga abgestiegen, zum FSV gewechselt – ein ziemlicher Akt. Drei Mal in der Woche geht’s zum Training (ein Weg: 60 Minuten), dazu die Pflichtspiele: „Ohne die Unterstützung meiner Eltern wäre das nicht zu schaffen“, so die Sendenerin, die am örtlichen JHG die zehnte Klasse besucht.

Fernziel USA

Die Schule leide nicht unter dem Gastspiel beim FSV – „auch wenn ich manchmal die Hausaufgaben im Auto auf dem Weg nach Gütersloh machen muss“. Außer dem Sprung in die Eliteklasse hat Hörling ein weiteres Ziel: „In gut zwei Jahren, nach dem Abi, würde ich gern in den USA studieren und an einer der Unis spielen.“ Frauenfußball hat in den Staaten bekanntlich einen deutlich höheren Stellenwert als hierzulande.

Glischinski gibt derweil eine Anekdote zum Besten, die sehr viel darüber verrät, mit wie viel Leidenschaft seine einstige Spielerin diese Sportart betreibt: „Wenn wir in den Anfangsjahren mit dem VfL irgendwo gespielt haben und hoch in Führung lagen, habe ich jedes Mal gebetet, dass auch Neele noch ihr Tor macht. Sonst war sie ein, zwei Wochen unausstehlich.“ „Stimmt“, lacht Hörling, „den Ehrgeiz hatte ich von Beginn an.“

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