Handball: 2. Bundesliga
Jan von Boenigk auf dem Sprung in die Beletage

Senden -

Als Heranwachsender war Jan von Boenigk zwei Spielzeiten mit dem ASV Senden in der A-Jugend-Bundesliga aktiv. Das gleiche Kunststück könnte ihm nun, ein paar Jahre später, mit den Senioren des ASV Hamm-Westfalen, glücken.

Freitag, 31.01.2020, 20:26 Uhr aktualisiert: 02.02.2020, 21:10 Uhr
Avancierte beim 25:21 über Altmeister Gummersbach vor großer Kulisse in Dortmund zum Matchwinner: Jan von Boenigk.
Avancierte beim 25:21 über Altmeister Gummersbach vor großer Kulisse in Dortmund zum Matchwinner: Jan von Boenigk. Foto: Henning Wegener/ASV

Wenn Diethard von Boenigk von der Bundesliga erzählt, dann muss Sohn Jan – beide ehemalige Sendener – schon schmunzeln: „Die haben damals zwei, drei Mal in der Woche trainiert.“ Kein Vergleich zu den sieben bis acht Übungseinheiten, die der Junior schon jetzt in Liga zwei beim ASV Hamm-Westfalen schiebt. Und der Aufwand könnte ab dem Sommer noch größer werden. Denn der Halbrechte ist auf dem besten Wege, es dem Papa, der einst für Lemgo in Wanne-Eickel in der Beletage spielte, gleichzutun. Als aktueller Zweiter bleiben die Lippestädter stramm auf Kurs.

„Klar wollen wir den Platz bis zum Ende verteidigen und aufsteigen“, erklärt der 24-Jährige ohne Umschweife. Es sei aber noch ein weiter Weg. 16 Partien, um genau zu sein, die erste am Sonntag in Dresden. Zudem lauern Essen, Bietigheim und vor allem die hochgehandelten Gummersbacher auf den Verfolgerrängen. Apropos: Den einst besten Handballklub der Welt bezwang der ASV im letzten Spiel vor der EM-Pause vor sagenhafter Kulisse – 9300 Besucher in der Westfalenhalle – mit 25:21 (10:10). Maßgeblichen Anteil am Coup hatte: Jan von Boenigk. „Einer seiner bisher besten Auftritte“, lobte Hamms Coach Kay Rothenpieler den Matchwinner, der alle vier Tore – ein Dreher schöner als der andere – in der entscheidenden Phase nach dem Wechsel erzielte.

 

Lernen vom Routinier

Es wären wohl noch ein paar mehr geworden, hätte nicht wie so oft der erstligaerprobte Stefan Lex im rechten Rückraum begonnen. Für den deutlich jüngeren Mitbewerber kein Problem: „Stefan und ich verstehen uns super. Von seiner Erfahrung kann ich nur profitieren. Und sobald der Coach mich bringt, versuche ich, das Beste draus zu machen.“

Dass das Beste gut genug ist, um sich im Kreise der ASV-Profis zu behaupten, sieht man daran, dass das Arbeitspapier des Linkshänders zwei weitere Jahre Gültigkeit besitzt – unabhängig von der Spielklasse. Wobei Rothenpieler van Boenigk den Sprung in die „stärkste Liga der Welt“ durchaus zutraut. Auch wenn sein Schützling „noch konstanter auf diesem Top-Level agieren und die Kreisanspiele verbessern muss. Auf der Halbposition in der Abwehr macht er schon jetzt einen tollen Job.“

 

Zwei Jahre U 19-Bundesliga

Das kann er ja nur in Senden gelernt haben. Oder? „Ich denke schon, dass mir Rainer Franetzki und Giedrius Cerniauskas gerade in dem Bereich viel mitgegeben haben.“ Das ASV-Urgestein und „Giga“ waren zu A-Jugend-Bundesligazeiten seine Trainer im Sportpark. Zu den damaligen Mitspielern halte er bis heute Kontakt, stellvertretend nennt von Boenigk Konstantin Habernoll, Niclas Beckmann, Henning Schrief, Niklas Seifert und Jens Micke: „Wir versuchen, mindestens ein gemeinsames Treffen im Jahr zu organisieren.“ Hin und wieder sitzen die Ex-Kollegen bei Heimspielen des Zweitligisten auf der Tribüne. Was natürlich ebenso für den Vater, viele Jahre Coach der ersten Mannschaft in Senden, gilt. Allerdings muss sich von Boenigk senior da irgendwie zweiteilen. Fynn, mit 19 der jüngste Spross der Familie, steht in Diensten des Drittligisten TuS Spenge. Empfohlen für höhere Aufgaben hat sich der Rechtsaußen in – wo sonst? – der Jugend des ASV Senden.

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