Volleyball: Familienduell
Wenn der Vater gegen den Sohne – Yaglioglu vs. Yaglioglu

Senden -

Am Samstagabend hat Volleyball-Zweitligist Bayer 04 Leverkusen den SV Bad Laer zu Besuch. Für Suha Yaglioglu, den langjährigen Coach des ASV Senden, und seinen Sohn Tigin ist es ein in jeder Hinsicht besonderes Duell.

Donnerstag, 20.02.2020, 18:06 Uhr aktualisiert: 23.02.2020, 11:26 Uhr
Viele Jahre hat Suha Yaglioglu den ASV gecoacht. Am Samstag kommt es zum Duell mit der Ex-Sendenerin Viktoria Micke (r.) und Sohn Tigin (kl. Bild).
Viele Jahre hat Suha Yaglioglu den ASV gecoacht. Am Samstag kommt es zum Duell mit der Ex-Sendenerin Viktoria Micke (r.) und Sohn Tigin (kl. Bild). Foto: flo

Man müsste das mal genauer recherchieren, schlägt Tigin Yaglioglu vor. Aber ein Vater-Sohn-Duell auf den Trainerbänken, zumal auf Bundesligaebene, habe es seines Wissens bis dato nie gegeben. Und selbst wenn: Für Familie Yaglioglu ist die Volleyball-Zweitligapartie am Samstag, 20 Uhr, zwischen Bayer 04 Leverkusen und dem SV Bad Laer in jeder Hinsicht einzigartig.

Auch wenn der Sohnemann seine Lizenzen – aktuell büffelt er für den A-Schein – im Rahmen des Sportstudiums in Köln erworben hat: „Alles, was ich über diesen Sport weiß, habe ich weniger an der Uni gelernt. Das hat mir Papa beigebracht.“ Gerade die Dinge, die in den Lehrbüchern höchstens am Rande verhandelt würden: „Kreativität, Improvisation. Dinge, mit denen man den Gegner verblüfft.“ Darin sei der Vater ein Meister seines Fachs.

 

Viele Jahre hat der 28-Jährige beim ASV Senden Suha Yaglioglu assistiert. Erst nach dem Drittligaabstieg 2018 haben sich die Wege getrennt. Tigin übernahm die Bayer-Reserve, die er in die Regionalliga führte, ehe er vor der laufenden Saison zum Cheftrainer des Zweitligisten befördert wurde. Suha blieb noch zwölf Monate in Senden und zog im Sommer 2019 – nach 21 ASV-Jahren – weiter nach Bad Laer.

Auch Micke in Leverkusen

Eigentlich hätten die Yaglioglus bereits im Hinspiel aufeinandertreffen sollen. Weil Suha aber zwischenzeitlich schwer erkrankt war, fiel das Familienduell aus (die Niedersachsen siegten 3:1). Dass der 61-Jährige inzwischen 25 Kilo leichter, aber wieder auf dem Damm ist, „macht die Vorfreude auf die Partie am Samstag umso größer“, erklärt Tigin. Eine Leverkusener Spielerin könne das Treffen ebenfalls kaum erwarten: Viktoria Micke – „obwohl sie ein bisschen aufgekratzt ist“, lacht ihr Trainer. Für die langjährige Sendenerin gelte im Gunde dasselbe wie für ihn: Von Kindesbeinen an habe die inzwischen 22-Jährige bei seinem Vater gelernt. „Vicky gehört ja fast schon zur Familie“, sagt der Bayer-Coach.

Beide Trainer wollen punkten

Obwohl er dem Vater so unendlich viel verdanke, ihn liebe und respektiere, macht Yaglioglu junior vor dem Spiele der Spiele eines deutlich: „Wir wollen alle drei Punkte, um uns im oberen Drittel festzusetzen.“ Das sei Tigins gutes Recht, schmunzelt Yaglioglu senior, aber: „Wir brauchen auch noch ein paar Zähler für den Klassenerhalt.“ Schade finden beide, dass es im Volleyball kein Unentschieden gibt, das wäre doch ein irgendwie angemessenes Ergebnis. Suhas salomonischer Vorschlag: „Eine Mannschaft gewinnt 3:2, dann geht die andere wenigstens nicht komplett leer aus.“

Egal, wie das Match am Wochenende ende. Er sei „irrsinnig stolz, dass mein Sohn Tigin so erfolgreich seinen Weg geht“. Natürlich verfolgt Suha Yaglioglu auch das Geschehen bei dem Klub, für den er über zwei Jahrzehnte tätig war: „Dass Senden in die Oberliga absteigt, tut schon ein bisschen weh, kam nach dem Umbruch aber nicht ganz so überraschend. Toll, dass der ASV im Nachwuchsbereich wieder bei den Westdeutschen Meisterschaften vertreten ist. Das zeigt mir, dass der Verein lebt. Vielleicht ist die Oberliga im Sinne der Entwicklung der Talente genau die richtige Klasse.“

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