Pétanque: Regionalliga
Drei Aufstiege in fünf Jahren für die Pétanque Freunde Davert

Vor fünf Jahren gründete sich der Verein Pétanque Freunde Davert, ab April treten die zehn Spieler bereits in der Regionalliga (dritthöchste Spielklasse) an. Um so erfolgreich wie die Ottmarsbocholter sein zu können, braucht es viel Training, die richtige Taktik, im entscheidenden Moment aber auch gute Nerven.

Mittwoch, 26.02.2020, 15:31 Uhr aktualisiert: 26.02.2020, 15:36 Uhr
Die Pétanque Freunde Davert bereiten sich derzeit auf ihren Plätzen an der Clemens-Hagemann-Straße in Ottmarsbocholt auf die Saison in der Regionalliga vor. Im Training üben sie die verschiedenen Wurftechniken, um die Erfolgsgeschichte fortzuschreiben.
Die Pétanque Freunde Davert bereiten sich derzeit auf ihren Plätzen an der Clemens-Hagemann-Straße in Ottmarsbocholt auf die Saison in der Regionalliga vor. Im Training üben sie die verschiedenen Wurftechniken, um die Erfolgsgeschichte fortzuschreiben. Foto: Bastian Becker

Wenn Norbert Bolz auf den entscheidenden Spieltag der vergangenen Saison in Münster zurückblickt, fallen die Begriffe „ein wahrer Krimi“ und „richtiges Fritz-Walter-Wetter“. Bolz ist jedoch keineswegs Teamsprecher eines durchschnittlich erfolgreichen Fußball-Teams, sondern des Aufsteigers im Pétanque der letzten Jahre überhaupt. Mit dem 13:12 im entscheidenden Doublette machten Berthold Ellertmann und Lisa Barthen den 3:2-Erfolg gegen den größten Konkurrenten Gestringen und damit den Aufstieg der Pétanque Freunde Davert in die Regionalliga Nord , die dritthöchste Spielklasse nach Bundesliga und NRW-Liga, perfekt.

Der Erfolg ist umso bemerkenswerter, weil das Team aus Ottmarsbocholt erst seit 2015 am Ligabetrieb teilnimmt. Drei Aufstiege in fünf Jahren lautet die bemerkenswerte Bilanz. Seit 1999 wird in Ottmarsbocholt Boule gespielt. Mit Unterstützung der Gemeinde Senden legten die „Boulegaren“ in Eigenregie an der Clemens-Hagemann-Straße einen Platz an. 2013 kam im Zuge des Neubaus der Sporthalle ein zweiter Platz dazu. Im Mai findet regelmäßig ein großes Turnier mit Spielern aus anderen Vereinen statt.

Training macht eine Menge aus

Die „Boulegaren“ als Hobby-Truppe treffen sich weiterhin, vor fünf Jahren wagten einige Spieler jedoch den Schritt in den Ligabetrieb. Im Wettkampfsport spricht man von Pétanque (von pieds tanqués = geschlossene Füße), es muss aus einem Abwurfkreis mit einem Durchmesser von 35 bis 50 Zentimetern geworfen werden.

„Als kleiner Ort treten wir jetzt gegen Auswahlen aus verschiedenen Städten an. Wir wollen uns mit denen messen und gucken, was da drin ist“, meint Bolz vor der Regionalliga-Spielzeit. An vier Spieltagen werden jeweils zwei bis drei Partien ausgetragen. Der Saisonauftakt steigt am 19. April in Bielefeld-Brackwede. Bis dahin bereiten sich die zehn Pétanque-Freunde (vier stammen aus Ottmarsbocholt, der Rest aus der näheren Umgebung) mit intensivem Training vor. „Das ist mehr, als eine Kugel irgendwo hinzuwerfen. Fleiß und Training machen eine Menge aus“, erläutert Bolz. Dazu zählen die verschiedensten Wurfvarianten.

Beim Legen (Platzieren einer Kugel nahe der Zielkugel, dem Schweinchen) üben die Spieler etwa mit einem Holzbalken etwa den Wurf über ein Hindernis, beim Schießen geht es darum, zielgenau störende Kugeln zu entfernen. Konstanz ist das Entscheidende. Teammitglied Ralf Wegerhoff weiß: „Jeder kann eine Kugel an die Sau legen, aber es kommt darauf an, das zehn Mal hintereinander zu machen.“

Im Ligaspiel werden zunächst zwei Triplettes (drei Spieler mit je zwei Kugeln), dann drei Doublettes (zwei Spieler mit je drei Kugeln gespielt). Am Ende eines Durchgangs erhält das Team, das näher zum Schweinchen liegt, einen bis sechs Punkte. Wenn ein Team 13 Punkte erreicht hat, ist die Partie gewonnen

und man erhält einen Punkt. Dabei muss pro Team mindestens eine Frau mitspielen.

Taktische Aspekte sind entscheidend

„Die Taktik ist sehr entscheidend. Wir sind ständig im Gespräch“, nennt Bolz einen entscheidenden Erfolgsfaktor. Das beginne schon mit dem Werfen des Schweinchens, Bolz etwa spielt gerne auf die Kurzdistanz von sechs bis sieben Metern (die Zielkugel muss sechs bis zehn Meter weit geworfen werden). Meistens ist ein Spieler für das Schießen, der andere für das Legen zuständig. Im Triplette gibt es zudem noch einen „Milieu“, der beides können muss. Zudem ist es wichtig, sich auf die von Platz zu Platz recht unterschiedlichen Bodenverhältnisse einzustellen.

„Man kann durch Training viel verbessern. Mich faszinieren die Wettkämpfe. Es ist alles möglich, es geht nicht immer nach der Papierform“, erzählt Legerin Helga Roßmöller.

„Für mich ist der Entspannungsfaktor wichtig. Man konzentriert sich auf seine Kugeln und alles andere ist für ein paar Stunden weg“, beschreibt Ulrich Severin seine Motivation. Severin nennt auch einen Hauptgrund für die Davert-Erfolgsgeschichte: „Das Gesellige steht bei uns im Vordergrund. Diese Lockerheit bringt viel.“ Die mannschaftliche Geschlossenheit könnte auch in der Regionalliga ein besonderer Trumpf sein.

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