Coronavirus: Altkreis direkt betroffen
Absagen allerorten – Erreger legt Amateursport in Teilen lahm

Lüdinghausen/Senden -

Handball, Volleyball und Fußball gibt es am Wochenende vor allem in der Gemeinde Senden nur in abgespeckter Form. Schuld ist die Lungenkrankheit Covid-19. Die sorgt nicht nur bei den unmittelbar Betroffenen für Schnappatmung.

Freitag, 06.03.2020, 18:50 Uhr aktualisiert: 08.03.2020, 19:04 Uhr
In der chinesischen Metropole Wuhan wurde der Erreger zum ersten Mal nachgewiesen. Jetzt hat er die hiesigen Sportler erreicht.
In der chinesischen Metropole Wuhan wurde der Erreger zum ersten Mal nachgewiesen. Jetzt hat er die hiesigen Sportler erreicht. Foto: dpa

Bis Anfang der Woche waren einzig die Badminton-Erstligaspieler des SC Union Lüdinghauser (und auch die nur mittelbar im Zuge der German-Open-Absage) von der Coronavirus-Pandemie betroffen. Inzwischen ist der Erreger direkt im Altkreis angekommen – mit teils gravierenden Auswirkungen auf den Amateursport.

Wie berichtet, haben die Fußballer aus Senden und Ottmarsbocholt den Betrieb vorübergehend eingestellt. Kein Landesligaduell zwischen dem VfL und Westfalia Kinderhaus, auch das Bezirksligagastspiel der Sendener Frauen beim PSV Bork sowie alle weiteren Senioren- wie Nachwuchsbegegnungen mit VfL- und BWO-Beteiligung: abgesagt.

ASV-Handballer pausieren

Am Freitag haben die Handballer im Sportpark nachgezogen. Sämtliche ASV-Spiele am Wochenende – im Erwachsenen- wie im Nachwuchsbereich – fallen aus, darunter die Paarung der Verbandsliga-Männer beim TSV Hahlen. „Eine „Vorsichtsmaßnahme“, wie Abteilungsleiter Jochen Jungblut betont. Sendens Volleyballerinnen handhaben es etwas anders. Die U 16 und die U 20 nehmen – Stand Freitagnachmittag – wie geplant an den Westdeutschen Meisterschaften in Lünen und Dormagen teil. Allerdings „können und sollen die Eltern selbstverständlich entscheiden, ob ihr Kind mitfährt oder nicht“, erklärt Jürgen Urban.

Zwei Begegnungen im Sportpark zwischen Senden und Lüdinghausen hat der Chef der ASV-Volleyballerinnen hingegen gecancelt. Hintergrund: ein Verdachtsfall in der Nachbarstadt. Die komplette Mannschaft der Betroffenen, die an diesem Sonntag ein Bezirksliga- und am kommenden ein Kreisliga-Match hätte austragen sollen, steht unter Quarantäne. Die U 13-B-Quali zur Westdeutschen Meisterschaft am heutigen Samstag im Anton soll dagegen wie geplant über die Bühne gehen. „Es gab zwischen den Spielerinnen dieser und jener Mannschaft keinerlei Kontakt“, stellt Union-Trainerin Christine Drees klar.

Auch Georg Kremersko­then vertritt den Standpunkt, „von Fall zu Fall zu entscheiden, inwiefern eine Absage Sinn macht“. Es sei schließlich ein Unterschied, ob man einen Vollkontaktsport wie Handball betreibe oder etwa Schach spiele. Gleichwohl bekennt der Gesamtvorsitzende des ASV Senden: „Man kann in dieser Angelegenheit im Grunde nichts richtig machen.“

Schnaase in Sorge

Und damit zurück zu den Badmintonspielern. Die bestreiten am kommenden Wochenende (14./15. März) ihre beiden letzten und mit Blick auf die Playoffs entscheidenden Heimspiele. Canceln können die Partien nur die örtlichen Gesundheitsbehörden, wie es in einer Mitteilung des Ligaausschusses heißt (WN, 4. März). „Was aber passiert, wenn wir die Spiele von uns aus absagen? Gehen dann die Punkte kampflos an den Gegner?“ Solche Fragen treiben Michael Schnaase um, der nicht nur Teammanager des hiesigen Bundesligisten ist, sondern auch Vereinsvorsitzender von Union .

Als solcher ergehe es ihm ähnlich wie seinem Sendener Amtskollegen: „Mit der Situation ist schwer umzugehen. Einerseits aufgrund der vielen, teils widersprüchlichen Informationen zum Thema – andererseits, weil mal so entschieden wird, mal anders. In Berlin sind gerade große Messen abgesagt worden. Die internationalen Jugendmeisterschaften an gleicher Stelle finden aber statt.“

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