Fußball: Coronavirus
Nichts geht mehr – Ligen pausieren bis Mitte April

Lüdinghausen -

Der Ball rollt nicht mehr. Vorläufig bis zum 19. April wurden sämtliche Partien auf Verbands- und Kreisebene vom Spielplan genommen. Wie in den kommenden Wochen trainiert wird? Dies handhaben die Altkreis-Vereine durchaus unterschiedlich.

Freitag, 13.03.2020, 18:41 Uhr aktualisiert: 16.03.2020, 09:40 Uhr
Ein gefiederter Freund, aber weit und breit kein Fußballer: Auch am Westfalenring ruht bis Mitte April das Geschehen.
Ein gefiederter Freund, aber weit und breit kein Fußballer: Auch am Westfalenring ruht bis Mitte April das Geschehen. Foto: flo

Thomas Morzonek muss noch eben Niklas Castelle eine WhatsApp schicken. Der A-Jugendliche des VfL Senden – dessen Mannschaft aufgrund der bekannten Vorfälle in der Stevergemeinde bereits seit Tagen zum Nichtstun verdammt ist – wollte gern bei den Senioren mittrainieren. Nur hat sich das Thema seit Freitagvormittag erledigt: Bis auf Weiteres ruht im Sportpark der komplette Übungsbetrieb. Das hat der VfL-Vorstand beschlossen. Was insofern die Spielvorbereitung fürs Erste nicht beeinträchtigt, da Kreis und Verband sämtliche Fußballpartien bis zum 19. April vom Spielplan genommen haben.

Bleiben ein paar wesentliche Fragen: Wie die kommenden fünf Wochen überbrücken? Werden die abgesagten Spiele – alleine im Altkreis dürften es einige hundert sein – nachgeholt? Falls ja: wann? Und wie sieht es mit der Auf- und Abstiegsregelung aus, kommen die Verantwortlichen bei der Neubewertung Mitte April zu dem Schluss, dass die Saison nicht fortgesetzt wird?

Kreis-Chef einigermaßen gelassen

Norbert Krevert ist ein positiv denkender Mensch. „Gehen Sie mal davon aus, dass wir auf alle Fragen eine Antwort finden“, schlägt der Chef des Kreises Münster vor. Was eine zeitliche Ausdehnung der aktuellen Runde angeht, bleibt er einigermaßen gelassen: „Wir haben zum Sommer hin einen Puffer.“ Regulär gehen die meisten Amateurligen am 24. Mai zu Ende. Zwar steht ab dem 12. Juni – noch – eine EM an. „Aber meines Wissen ist von unseren Fußballern keiner dabei“, scherzt Krevert. Die NRW-Schulferien – für den Nachwuchs ein relevanter Termin – beginnen am 29. Juni. Daher sei es noch zu früh, sich mit Auf- und Abstiegen sowie etwaigen Relegationen zu befassen.

Während der Kreis Münster den Vereinen empfiehlt, fürs Erste auch die Übungseinheiten abzusagen, überlässt der Verband die Entscheidung darüber den Klubs. Bei Landesligist Herbern haben sie sich am Freitagabend in dieser Sache beraten. SVH-Coach Holger Möllers ging aber am Vormittag davon aus, dass – in welcher Form auch immer – weiter trainiert werde. Natürlich dürfe „jeder für sich entscheiden, ob er den Einheiten wegen gesundheitlicher Bedenken fernbleibt“.

Und in Senden? Waldläufe ohne Ende? Medizinbälle schleppen? Muckibude statt Kunstrasen? Morzonek wird sich dazu am Wochenende mit VfL-Spielertrainer Rabah Abed kurzschließen. Wobei ja auch der Besuch im Fitnessstudio Risiken berge. Er selbst benutze Einweg-Gummihandschuhe, ehe er sich an die Geräte setze. Besonders schwer falle ihm indes, auf das übliche Begrüßungsritual zu verzichten. Denn: „Ich bin ein sehr leidenschaftlicher Händeschüttler.“ Für den Moment müsse es leider, wie man es aus subkulturellen Jugendbewegungen kennt, der Ellbogen oder die Faust tun.

Juristen am Zug

Bezirksligist Union Lüdinghausen hatte – der Cani-Schließung wegen – bereits früh in der Woche die Partie gegen Reken abgesagt. Auch das Training ruht. Und jetzt? Der sportliche Leiter Daniel Schürmann bringt alternativ den Besuch der Soccerhalle ins Spiel. Aber? „Wer weiß, wie lange die noch geöffnet ist.“ Zudem seien die Juristen am Zug: „Was ist rechtlich erlaubt, was nicht?“ Gut, dass die Schwarz-Roten mit Stefan Roters einen Anwalt im Vorstand haben. Der werde am Montag mit dem Rest der Abteilungsspitze beraten, wie in der Sache fortan zu verfahren sei, so Schürmann. (flo)

...
https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7326572?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F3661143%2F94%2F35339%2F
Nachrichten-Ticker