Freizeitsport
Lieber einsam als gemeinsam

Lüdinghausen -

In Gesellschaft ist besser als allein – dieser sonst allgemeingültige Grundsatz gilt in Zeiten der Corona-Krise nicht mehr. Auch beim Sport: Beim Joggen oder Radfahren sollte man nun am besten allein sein, rät ein Allgemeinmediziner.

Donnerstag, 19.03.2020, 19:35 Uhr aktualisiert: 24.03.2020, 10:44 Uhr
So ist es richtig: Wer alleine joggt, ist vor dem Coronavirus sicher.
So ist es richtig: Wer alleine joggt, ist vor dem Coronavirus sicher.

Das Coronavirus hat die Sportvereine lahmgelegt. Spiele und Trainingseinheiten finden nicht statt – dennoch können die Fußballer, Handballer oder Einzelsportler wie etwa Leichtathleten ihren Körper fit halten. Und müssen es sogar, wenn sie nach der Wettkampfpause – wann auch immer das sein mag – konkurrenzfähig sein wollen. Dafür bieten sich in Zeiten geschlossener Hallenbäder und Fitnessstudios vor allem Joggen und Radfahren an.

Nur: Was muss man beachten, wenn man sich beim Sport nicht das gefährliche Virus einfangen will? Ist es zum Beispiel ratsam, mit Mundschutz zu laufen oder zu radeln? „Das halte ich für Quatsch“, so die klare Antwort von Allgemeinmediziner Dr. Rainer Drerup , Sprecher der niedergelassenen Ärzte in Lüdinghausen. „Wenn ich alleine an der frischen Luft bin, kann ich mir auch nichts einfangen.“

Hat einer die Niete, hat der andere sie auch.

Dr. Rainer Drerup

„Alleine“ ist das entscheidende Wort. Denn der Mediziner rät davon ab, in einer Gruppe an den Start zu gehen. „Wenn man gemeinsam dehnt oder stretcht, kann nichts passieren – es sei denn, man fasst sich dabei gegenseitig an.“ Joggen und Radfahren sollte man ohnehin am besten alleine. Sei man aber zu zweit oder zu dritt unterwegs, dann auf keinen Fall nebeneinander und immer mit gehörigem Abstand. Denn sonst kann es passieren, dass sich beim Sport auch der Virus bewegt – vom einen zum anderen. „Hat einer die Niete, hat der andere sie auch“, bringt es der Arzt auf den Punkt.

Wie steht es nun mit dem gesundheitlichen Nutzen des Sports in Zeiten von Corona? „Bewegung ist grundsätzlich gut, ob nun Fahrradfahren, Schwimmen oder Laufen. Das Immunsystem kann durch sportliche Betätigung nur profitieren. Darüber, ob sie auch eine Abwehr gegen das Virus aufbaut, kann man aber nur spekulieren.“

Ein einigermaßen verlässlicher Schutz, ganz unabhängig vom Sport, sei, dass jeder die aktuellen Regeln im Alltag befolge. „Wichtig ist, dass wir begreifen, in welcher Situation wir uns befinden“, so der Arzt. „Ich habe gestern Jugendliche gesehen, die abends mit einem Sixpack gemeinsam aus dem Einkaufsmarkt kamen, das Bier ,ordnungsgemäß‘ gleich an Ort und Stelle getrunken haben und dann auch noch in der Gruppe.“

Das kann man auch auf den Sport übertragen. Einen (Körper)-Sixpack kann – und sollte – man sich in diesen Zeiten am besten alleine beschaffen.

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