Beachvolleyball: Weltserie in Australien
Cinja Tillmann: „Wir hatten echt Glück“

Das hatte sich Cinja Tillmann ganz anders vorgestellt. Mit ihrer Partnerin Kim Behrens wollte die Beachvolleyballerin aus Senden in Australien ein Drei-Sterne-Turnier bestreiten – doch das wurde abgesagt. Es folgten turbulente Tage fernab der Heimat.

Mittwoch, 01.04.2020, 15:22 Uhr aktualisiert: 02.04.2020, 17:04 Uhr
Cinja Tillmann
Cinja Tillmann Foto: imago

Als die Corona-Pandemie auch das Leben in Deutschland so richtig in den Griff nahm, war Cinja Tillmann gut 16 000 Kilometer entfernt. In Australien absolvierte die Beachvolleyballerin aus Senden erst ein Trainingslager, wollte dann bei einem Drei-Sterne-Turnier der Welttour antreten. Doch das Virus machte ihr und Partnerin Kim Behrens auch in Down Under einen Strich durch die Rechnung, wie die 28-Jährige im Gespräch mit Henner Henning berichtete.

 

Sie sind seit Samstag zurück. Wie turbulent waren Ihre Tage in Australien?

Tillmann: Zunächst in unserem Trainingslager in Adelaide war noch alles in Ordnung. Doch als wir dann zu einem nationalen Turnier an die Gold Coast geflogen sind, wurde das Thema Corona immer größer. Auch wenn in Australien zu der Zeit erst wenige Fälle aufgetreten waren, haben wir schon die Anweisungen bekommen, aufzupassen. Man sollte nicht mehr abklatschen, an den Plätzen standen Desinfektionsmittel. Am Sonntag haben wir dann erfahren, dass das folgende Drei-Sterne-Turnier in Coolangata abgesagt wurde.

Wie haben Sie diese Nachricht aufgenommen?

Tillmann: Für uns war das eine Schocknachricht, wir sind ja extra für das Turnier nach Australien geflogen. Aber es war die absolut richtige Entscheidung. Die Gesundheit aller geht vor, das ist das Wichtigste.

„Alles etwas kompliziert“

Wie ging es nach der Absage weiter?

Tillmann: Es war alles etwas kompliziert, auch wenn wir unter dem Strich echt Glück hatten. Unseren Rückflug hatten wir ja erst für den vergangenen Freitag gebucht, wollten nach dem Turnier noch nach Sydney. In Coolangata konnten in einer Airbnb-Wohnung bleiben, in dem Ort war nicht viel los. Spazierengehen, fit halten, mal an den Strand und zum Supermarkt. Was man auch hier so macht. Mit dem Unterschied, dass es dort 28 Grad waren und es Meer und Strand gibt. Nachdem wir dreimal unseren Inlandsflug umgebucht hatten, sind wir nach Sydney, von wo aus wir nach Hause konnten. Wir hatten es uns natürlich anders vorgestellt, und genießen konnten wir die Zeit nicht. Aber das ist halt so, es hätte uns schlimmer treffen können. Und es ist nicht die Zeit, in der es so vielen Menschen schlecht geht, zu jammern.

„Treibe meine Bachelor-Arbeit voran“

Zurück in Deutschland: International und nationale sind viele Turniere abgesagt worden. Wie halten Sie sich derzeit fit?

Tillmann: Ich versuche mich so gut es geht fitzuhalten. Stabis, Sprünge, ein bisschen joggen. Und vielleicht finden Thomas und ich ja mal eine abgelegene Wiese, auf der wir etwas mit dem Ball machen können, ohne dabei wen zu stören. Und meine Bachelor-Arbeit treibe ich auch voran.

 

 

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