Tennis: Sommer-Saison
Corona wirft langen Schatten – viele Teams verzichten

Lüdinghausen -

Vor ein paar Tagen war Meldeschluss in den WTV-Ligen – und der überwiegende Teil der Mannschaften aus dem Altkreis gibt der Sommersaison einen Korb. Gründe für den Verzicht gibt es viele. Ein Damen-Team freut sich trotzdem auf die Spielzeit.

Sonntag, 24.05.2020, 17:36 Uhr aktualisiert: 25.05.2020, 15:06 Uhr
Tennis in Zeiten des Virus? Viele Mannschaften verzichten da lieber. Zu groß seien die Einschränkungen, finden die Aktiven.
Tennis in Zeiten des Virus? Viele Mannschaften verzichten da lieber. Zu groß seien die Einschränkungen, finden die Aktiven. Foto: dpa

Was für ihn persönlich den Ausschlag gegeben habe? „Das Abendessen“, sagt Christoph Hagedorn nur halb im Spaß. Beziehungsweise das Fehlen desselben. Für die Nummer zwei des Herren 50-Verbandsligisten ASV Senden sind die Gaumenfreuden nach den Matches nahezu ein Muss: „In unserem Alter ist man nicht mehr ganz so scharf auf die Ranglistenpunkte. Da zählt vor allem der gesellige Teil“, erklärt der 56-Jährige. Da aber Geselligkeit und Corona unvereinbar sind, verzichtet Vizemeister ASV, 2019 um Haaresbreite am Aufstieg in die Westfalenliga gescheitert, auf die Teilnahme an der neuen Spielzeit. Die soll Mitte Juni – sechs Wochen später als geplant – beginnen.

Etliche andere ASV-Teams tun es Hagedorn und Co. gleich. Von zehn Senioren-Mannschaften fehlen acht. Für Ernst Krieges­korte , Jahrgang 1944, der üblicherweise in der Herren 65-Münsterlandliga für Senden aufschlägt, war die Absage alternativlos: „Jeder von uns gehört zur Risikogruppe.“

Zu der zählt, rein altersmäßig, auch Jürgen Sabe (66). Der Geschäftsführer des TC Ascheberg führt einen weiteren Grund dafür an, wieso nur drei von sechs TCA-Mannschaften die Saison in Angriff nehmen: „Vor zwei Jahren, in der Verbandsliga, hatten wir Fahrten teils bis ins Sauerland. Wer will denn mit verschwitzten Trikots so eine Strecke zurücklegen?“ Duschen beim Gastverein: Auch das ist in Zeiten von Covid-19 schwierig. Zudem müssten sich die Aktiven abstandshalber wohl auf mehr Autos als üblich verteilen.

All das kann Damen 30-Verbandsligist BG Lüdinghausen nicht schrecken: „Ja, wir spielen“, verkündet Sprecherin Tanja Fallenberg. Ein Ziel haben, sich unter Wettbewerbsbedingungen messen: „Das ist – gerade auf dem Niveau – wichtig.“ Zudem seien die Steverstädterinnen ja erst 2019 in die zweithöchste Spielklasse auf Verbandsebene zurückgekehrt: „Dann haben wir wenigstens was vom Aufstieg.“

Blau-Gold-Damen gehen es an

Die Mehrzahl der Blau-Gold-Teams – wie beim ASV acht von zehn – lässt den Betrieb indes ruhen. „Wir hätten gern ein Männer-Team gemeldet“, berichtet Ulrich Nießen, der Vorsitzende. Aber? „Die einzige Möglichkeit wäre ein Start in der Herren 30-Bezirksliga gewesen – mit etlichen Ü 50-Spielern. Sportlich macht das überhaupt keinen Sinn.“

Etwas aus der Reihe fällt der SV Herbern mit zwei Altersklassen-Abordnungen (Herren 30/Damen 40) – beide wagen das Abenteuer. Wobei von einem Wagnis laut SVH-Sportwart Rainer Steffen eigentlich gar keine Rede sein könne: „Wir haben ja die Möglichkeit, Mannschaften nach dem ersten Spieltag abzumelden, falls uns die Einschränkungen nicht behagen.“ Konsequenzen hätte ein Rückzug ebenso wenig wie der Nichtantritt der übrigen Vertreter: Absteiger gibt es 2020 keine.

Die Teams im Überblick

TC BG Lüdinghausen: Damen 30 (Verbandsliga), Damen 40 (Bezirksliga);ASV Senden: Herren (Bezirksklasse), Damen 40 2 (1. Kreisklasse);TC Ascheberg: Damen (Kreisliga), Herren (2. Kreisklasse), Herren 30 (Bezirksklasse);SV Herbern: Herren 30 (Bezirksklasse), Damen 40 (Bezirksklasse);TC 77 Seppenrade: Herren 40 (2. Kreisklasse)

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