Fußball: 2. Bundesliga
Schuften für den nächsten Traum – Lisa Zensen steigt auf

Senden -

Erst im Vorjahr hat Lisa Zensen vom Bezirksligisten VfL Senden den Sprung in die Regionalliga zur SpVg Berghofen gewagt. Jetzt geht es sogar noch eine Spielklasse rauf. Respekt vor der 2. Bundesliga hat die 24-Jährige durchaus, Angst nicht.

Donnerstag, 09.07.2020, 19:47 Uhr
Wechselte vor einem Jahr vom VfL zum künftigen Dortmunder Zweitligisten: Lisa Zensen (r.).
Wechselte vor einem Jahr vom VfL zum künftigen Dortmunder Zweitligisten: Lisa Zensen (r.).

Das letzte Septemberwochenende hat Lisa Zensen im Kalender tiefrot markiert. Dann steht die erste Runde im DFB-Pokal an. Und wieso sollte das Glück der Spielvereinigung Berghofen denn nicht ein zweites Mal hold sein? 2019, die Sendenerin hatte just beim damaligen Regionalligisten angeheuert, wurde der VfL Wolfsburg im Ortsteil Aplerbeck vorstellig. Weltauswahl, zweifacher Champions-League-Sieger, sechs Meisterschaften, sieben Pokalsiege. War natürlich ein Knaller. Über 2000 Zuschauer, Dortmund hielt toll mit, verlor „nur“ mit 0:2 (0:1).

Allein Zensen war nach dem sogenannten Spiel des Lebens nicht ganz glücklich. Wobei: Mit etwas Abstand kann die 24-Jährige schon verstehen, dass Thomas Sulewski, seinerzeit Coach der Spielvereinigung, sie nicht in den Kader berief: „Ich war ganz neu, kam gerade aus der Bezirksliga. Ist doch klar, dass die Arrivierten den Vorzug erhalten. Zumal die es waren, die zuvor den Verbandspokal gewonnen hatten. Erst dadurch konnten wir ja das große Los ziehen.“

Wieder Wolfsburg?

2019/20 lief es im Cup-Wettbewerb auf FLVW-Ebene nicht so gut für den Titelverteidiger, der im Viertelfinale dem Westfalenligisten SSV Rhade – trotz eines Zensen-Treffers – nach Elfmeterschießen unterlag. Dass die Dortmunderinnen trotzdem von einer neuerlichen Gala gegen Wolfsburg, die Bayern oder wenn auch immer träumen dürfen, hat einen so einfachen wie erfreulichen Grund: Als Zweitligist ist die SpVg automatisch für den DFB-Pokal qualifiziert.

Berghofen war bei Abbruch der Spielzeit Dritter. Knapp zu wenig, um ins Bundesliga-Unterhaus aufzurücken. Da aber Corona-Meister 1. FC Köln 2 im Zuge des Abstiegs der Ersten aus der Beletage nicht aufsteigen darf, wurde ein Platz für Zensen und Co. in der nächsthöheren Spielklasse frei.

Zwölf Einsätze in der Premierensaison

„Also ich hab‘ Bock auf die zweite Liga“, macht die Mittelfeldfrau deutlich. Mit ihren zwölf Einsätzen – zwei von Beginn an – in der Regionalliga sei sie „ganz zufrieden“. Gerade vor dem Hintergrund, dass sie bis vor knapp einem Jahr, bei ihrem Heimatverein VfL Senden , drei Klassen tiefer kickte. Tempo, Technik, Taktik: In fast allen Bereichen habe sie zulegen müssen. Muss sie immer noch. Trotzdem habe sie „den Anspruch, mich durchzubeißen und zu regelmäßigen Einsätzen zu kommen“. Was Partien in der just in die Westfalenliga aufgestiegene Reserve ja nicht ausschließe: „Besser dort Spielpraxis sammeln als 90 Minuten bei der Ersten auf der Bank sitzen.“

Von der neuen SpVg-Trainerin Laura Marienfeld ist die Studentin der Sonderpädagogik, die im Herbst ihre Masterarbeit schreibt, „sehr angetan“. Den offiziellen Vorbereitungsauftakt in drei Tagen verpasst Zensen einer Knöchelverletzung wegen indes. In „zwei, drei Wochen“ wolle sie ins Teamtraining einsteigen. Schuften für den nächsten großen Traum.

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