Volleyball: 2. Liga
Tritt in den Hintern mit Herz – Doreen Luther freut sich auf Borken

Senden -

Von 2016 bis 2019 war Doreen Luther für den ASV Senden aktiv. Beim USC Münster, in Liga eins, kam die 23-Jährige anschließend nicht wie erhofft zum Zuge. Jetzt hat die Mittelblockerin einen neuen Verein gefunden – und trifft dort auf viele alte Bekannte.

Dienstag, 14.07.2020, 12:04 Uhr
Doreen Luther (l.), hier noch im ASV-Dress, hat sich dem Zweitligisten Skurios Volleys Borken angeschlossen. Dort trifft sie auch auf ihre ehemalige Mitspielerin Felice Lyn Lethaus (r.).
Doreen Luther (l.), hier noch im ASV-Dress, hat sich dem Zweitligisten Skurios Volleys Borken angeschlossen. Dort trifft sie auch auf ihre ehemalige Mitspielerin Felice Lyn Lethaus (r.). Foto: flo

Auch wenn der Weg des ASV Senden seit 2018 zuletzt eher nach unten führte: Dass sie in der Stevergemeinde ihre Volleyballerinnen exzellent ausbilden, hat in der Region längst die Runde gemacht. Vor allem Zweitligist Borken entwickelt sich mehr und mehr zum Abnehmer ehemaliger ASV-Talente: Nach Felice Lyn Lethaus (WN berichteten) und Merve Altas schließt sich mit Doreen Luther bereits die dritte Ex-Sendenerin den Skurios Volleys an.

Kein verlorenes Jahr beim USC

Die 23-Jährige war 2016 von ihrem Heimatverein TV Dülmen in den Sportpark gekommen und dort unter Suha Yaglioglu in Liga drei aktiv, ehe sie 2019 den Sprung in die Bundesliga zum USC Münster wagte. Weil sie dort aber nur selten zum Zuge kam, wurde der Vertrag im Frühjahr in beiderseitigem Einvernehmen aufgelöst. Das eine Jahr am Berg Fidel sei keinesfalls ein verlorenes gewesen, wie die Mittelblockerin betont: „Ich habe dort eine Menge gelernt und auch im Training viele positive Rückmeldungen bekommen. Aber wenn du so selten spielst und bei den wenigen Einsätzen von einer Sekunde auf die andere voll da sein musst, ist es nicht ganz so einfach. Zumal dann auch noch die Nervosität hinzukommt, es nur ja allen zu beweisen.“

Doppelbelastung kein Problem

In Borken hofft Luther auf deutlich mehr Anteile – trotz der Mehrfachbelastung: Die pharmazeutisch-technische Assistentin jobbt derzeit in einer Lüdinghauser Apotheke, im Herbst nimmt sie ein Studium der Pharmazie auf. Skurios-Co-Trainer Markus Friedrich habe ihr aber versichert, dass das kein Problem sei und der Verein sie darin sogar unterstütze.

Trotz diverser Angebote – etwa von Zweitligarivale Leverkusen, wo Yaglioglu-Sohn Tigin als Coach amtiert und mit Viktoria Micke eine weitere ehemalige Sendenerin spielt – sei das ein wesentlicher Grund für die Entscheidung pro Borken gewesen. Laut Luther der „zusätzliche Trigger“: wieder gemeinsam mit Altas, einer guten Freundin, am Netz zu stehen.

Chang Cheng Liu „ein bisschen wie Suha“

Und dann ist da ja noch Chang Cheng Liu, ehemaliger chinesischer Weltklassespieler und seit vier Jahren Trainer in der Kreisstadt. Luther erinnert er „ein bisschen an Suha. Beide fordern einen, treten einem Bedarf auch in den Hintern, tun das aber immer auf eine sehr herzliche Art“, schmunzelt die Neue. Vom ersten Training an habe sie sich in Borken wunderbar aufgehoben gefühlt. Gerade das Zwischenmenschliche sei ihr in Münster phasenweise etwas zu kurz gekommen.

Weiteres Plus: die Heimstätte des Vorjahresmeisters. Wenn nicht gerade Corona wütet, verwandeln bis zu 800 Skurios-Fans die Mergelsberghalle (zählt zu den schönsten Spielstätten weit und breit) in ein Tollhaus. Luther kennt die spezielle Atmosphäre „bislang zwar nur vom Hörensagen“. Aber wenn sie sich nur vorstelle, ab Mitte September womöglich wieder vor Publikum zu spielen, „ist schon wieder dieses Kribbeln da“.

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