Tennis: Hallen-Saison
„Es gibt gerade Wichtigeres“ – Verständnis beim ASV Senden

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Keine Aufsteiger, keine Absteiger: Der sportliche Wert der Hallenrunde, die ohnehin frühestens im Dezember beginnt, ist überschaubar. Trotzdem kommt diesbezüglich kein Widerspruch vom ASV Senden. Auch der neuerliche Lockdown ist für die Verantwortlichen nachvollziehbar.

Montag, 16.11.2020, 20:28 Uhr aktualisiert: 16.11.2020, 20:30 Uhr
Knapp im Aus: Die Hallenrunde geht frühestens Anfang Dezember los. Beim ASV Senden hat man dafür Verständnis.
Knapp im Aus: Die Hallenrunde geht frühestens Anfang Dezember los. Beim ASV Senden hat man dafür Verständnis. Foto: Ralf Aumüller

Am vergangenen Wochenende hätte die Tennis-Hallenrunde beginnen sollen. Daraus wurde aus naheliegenden Gründen nichts, frühestens im Dezember dürfen die hiesigen Spieler wieder ihr Racket schwingen. Falls die NRW-Regierung bis dahin das allgemeine Indoor-Verbot im Amateursport aufhebt. Und selbst wenn: Von allzu großem Wert ist die Winter-Saison nicht. Nicht nur sind – wie zuletzt im Freien – keine Absteiger vorgesehen. Es gibt – anders als im Sommer – auch keine Aufsteiger.

In Münster sorgt diese Regelung teils für Unmut, beim ASV Senden äußert man sich verständnisvoller. „Natürlich geht der Wettbewerbscharakter dadurch ein Stück weit verloren. Aber sollte im Winter überhaupt wieder trainiert und gespielt werden dürfen, wäre das allein für uns eine gute Nachricht. Damit das Vereinslebeben nicht komplett zum Erliegen kommt. Zwar ist es nicht dasselbe, wenn ich eine Maske trage, den nötigen Abstand halte und auf den geselligen Teil nach den Spielen verzichte. Aber sich überhaupt wieder treffen und in Gemeinschaft seinem Hobby nachzugehen zu dürfen, wäre immerhin ein kleiner Schritt.“ Sagt Jürgen Moll , der der ASV-Abteilung nicht nur vorsteht, sondern überdies als deren Corona-Beauftragter fungiert.

Bitte keine Extrawurst

Eine Sonderrolle fürs Tennis – auch da gibt es andere Stimmen – fordert Moll nicht ein: „Obwohl wir in der Freiluftsaison regelmäßig trainiert haben und einige Teams am Spielbetrieb teilgenommen haben, gab es meines Wissens nicht einen einzigen Verdachtsfall bei uns auf der Anlage. Trotzdem halte ich das generelle Verbot für nachvollziehbar. Wie soll das bei 530 verschiedenen Sportarten funktionieren? Wo fängt man an, wo hört man auf? Gewiss ist die Ansteckungsgefahr im Tennis, Tischtennis oder Badminton geringer als anderswo. Öffnet man die Tür aber nur einen Spalt breit, wird sofort der Ruf nach weiteren Lockerungen breit. Bilder wie in New York, wo Kühlwagen zu Leichenhallen umfunktioniert wurden, finde ich unerträglich. Wenn wir unseren noch so kleinen Teil dazu beitragen, dass in Deutschland jeder, der darauf angewiesen ist, an ein Beatmungsgerät angeschlossen werden kann, dann tun wir das gern und aus voller Überzeugung.“

Christoph Hagedorn äußert sich ähnlich. Als Solo-Selbstständiger war der ASV-Trainer bereits im Frühjahr zwei Monate ohne Job, aktuell ist er es wieder. Gehe der neuerliche Lockdown in die Verlängerung, werde es finanziell allmählich eng. Aber: „Es gibt gerade Wichtigeres als Tennis.“

Der Verein sei ohnehin nicht akut gefährdet, so Moll: „Wir hatten 2020 sogar ein ganz leichtes Mitgliederplus. Was in diesem Jahr lediglich gefehlt hat, war der Tag der offenen Tür. Der hat uns in der Vergangenheit eigentlich immer Neuankömmlinge beschert.“

Sechs Teams, prominenter Neuzugang

Während BG Lüdinghausen zwei, der TC Ascheberg eine und die übrigen Vereine aus unserem Verbreitungsgebiet gar keine Mannschaft für den Winter gemeldet haben, schickt der ASV Senden gleich sechs Mannschaften ins Rennen, darunter vier aus dem Nachwuchsbereich. Gäbe es in der Herren 50-Münsterlandliga einen Aufsteiger, wäre der ASV ein ganz heißer Kandidat. Neue Nummer eins in der Halle ist Horst Jelitto (Leistungsklasse 6), der noch vor zwei Jahren, im Freien, für den THC Münster in der Ü 40-Regionalliga aufschlug. (flo)

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