Fußball: FLVW-Beschluss
2020 für Amateurkicker zu Ende

Lüdinghausen -

Das musste wohl so kommen: Der FLVW stellt den Meisterschaftsbetrieb für dieses Jahr ein. Beim VfL Senden, dem SV Herbern und Union Lüdinghausen hat man Verständnis für den Schritt. Wichtig ist den hiesigen Vereinen, dass der Re-Start nicht zu plötzlich kommt.

Mittwoch, 18.11.2020, 17:53 Uhr aktualisiert: 18.11.2020, 18:06 Uhr
Airton (SV Herbern) und die übrigen Spieler aus unserem Verbreitungsgebiet haben bis mindestens Januar Pause.
Airton (SV Herbern) und die übrigen Spieler aus unserem Verbreitungsgebiet haben bis mindestens Januar Pause. Foto: Leon Sicking

Wirklich überraschend kommt die Nachricht des Fußball- und Leichtathletikverbandes (FLVW), den zunächst bis zum 30. November ausgesetzten Spielbetrieb auch im Dezember westfalenweit ruhen zu lassen, nicht. Aber was bedeutet diese Entscheidung für die hiesigen Vereine, zumal die, die überkreislich unterwegs sind? Und wann könnte es, frühestens, wieder losgehen? Wir haben uns am Mittwoch umgehört.

Beim VfL Senden und SV Herbern (beide Landesliga 4) hat man nichts anderes erwartet. Es mache ja aufgrund der vereinbarten Vorlaufzeit von 14 Tagen auch überhaupt keinen Sinn, für maximal ein Spiel den gesamten Betrieb hochzufahren, findet Christian Arends . Erst recht, da sich der sportliche Leiter und kommissarische Jugendchef des VfL kaum vorstellen kann, dass das NRW-weite Sportverbot im Dezember aufgehoben wird. Das gebe das Infektionsgeschehen einfach nicht her: „Dann lieber jetzt einen Cut machen und schauen, was vielleicht im Januar geht.“

Dominik Reher, Geschäftsführer Fußball des SVH, stößt ins gleiche Horn: „Wir hatten noch am Dienstag eine Videoschalte mit unseren Trainern. Es bleibt für den Moment dabei, dass die Jungs Pläne bekommen, wie sie sich individuell auf den Re-Start vorbereiten. Das betrifft insbesondere die Spieler der ersten Mannschaft.“ Dass Herbern und Senden noch jeweils 28 Partien bestreiten, die Landesligaspielzeit also gemäß der ursprünglichen Planung über die Bühne geht, halten beide Funktionäre für nahezu ausgeschlossen. „Insofern hätte eine zusätzliche fünfte Staffel Sinn gemacht“, so Arends.

Auch bei Union Lüdinghausen gehen sie inzwischen eher von der 50-Prozent-Lösung aus. Dass also nach der Hinrunde Schluss ist. „Zumal wir ja schlecht am 1. Januar mit den Nachholspielen anfangen können“, wie Daniel Schürmann zu bedenken gibt. Gehe man, so der Abteilungs-Vize und Coach der Bezirksliga-Mannschaft, davon aus, dass „frühestens am 5. Januar das erste Training steigt, kann man nicht vor dem 17. – besser dem 24. – das erste Pflichtspiel ansetzen“.

Schürmann vertraut darauf, dass sich die Fußballer der ersten Mannschaft aus eigenem Antrieb auf den Tag X vorbereiten: „Man sieht ja eh spätestens bei der ersten Übungseinheit, wer was getan hat und wer nicht. Da wir einen relativ breiten Kader haben, sollte sich niemand, der zuletzt einen Stammplatz hatte, zu sicher sein, dass das auch nach dem Lockdown der Fall sein wird.“

Kreise ziehen mit, Jugendtraining denkbar

Alleingänge – so halten es die 29 Kreise, darunter Ahaus/Coesfeld und Münster, bereits seit Beginn der Pandemie – gibt es auf lokaler Ebene keine. Sämtliche Kreisvertreter stünden hinter der Entscheidung des Verbandes, den Meisterschaftsbetrieb frühestens Anfang 2021 wieder aufzunehmen, berichtet Willy Westphal. Der Vorsitzende des Fußballkreises Ahaus/Coesfeld geht davon aus, dass in den unteren Ligen nicht vor Ende Januar, Anfang Februar der Ball rollt: „Der 14-Tage-Puffer, den der Verband den Klubs zwischen Beginn der Vorbereitung und Meisterschaft zugesteht, gilt ja auch für die Mannschaften auf Kreisebene. Und bis zum Ende der Schulferien wird diesbezüglich wenig passieren.“Noch nicht gänzlich vom Tisch sei das Thema Nachwuchstraining, so Westphal gegenüber den WN: „Ich kann mir zwar momentan kaum vorstellen, dass die Fallzahlen im Dezember ein geregeltes Training zulassen. Aber das ist dann eine politische Entscheidung.“ Gleichwohl hätten seine 28 Kollegen und er den Sachverhalt bei der gemeinsamen Videokonferenz mit dem Verbands-Fußball-Ausschuss (VFA) und dem Verbands-Jugend-Ausschusses (VJA) am Dienstagabend nicht ausgespart. Tenor: „Sobald die Plätze nicht mehr gesperrt sind und es irgendmöglich ist, Übungseinheiten ohne Risiko anzubieten, dann sollen die Vereine das machen.“Findet auch Christian Arends (kl. Bild/l.), Jugendleiter des VfL Senden: „Was im Schulsport möglich ist, sollte den Vereinen nicht untersagt werden. Kinder und Jugendliche müssen sich nun mal bewegen.“ Dominik Reher sieht das ähnlich: „Das wäre nicht nur im Sinne unserer Nachwuchskicker. Auch die Eltern würden das begrüßen.“ Es gebe durchaus Übungsformen, bei denen sich die Spieler nicht in die Quere kommen.Daniel Schürmann (kl. Bild/r.), Abteilungs-Vize des SC Union Lüdinghausen, mag einer etwaigen Lockerung aus Düsseldorf nicht vorgreifen, geht aber davon aus, „dass bei uns am Westfalenring der Ball bis Ende 2020 komplett ruht. Wieso sollten wir unsere Jüngsten der Gefahr aussetzen, sich unter der Woche anzustecken?“ (flo)

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