Handball: Jugend
Gründung des HV 2020 Münster juckt ASV Senden nicht

Senden -

In Kürze machen sechs Vereine aus Münster gemeinsame Sache. Die talentiertesten Jugendlichen der Stadt sollen ab 2021 in einem Team zusammengezogen werden. Beim ASV Senden reagieren sie gelassen auf die Ankündigung. Aus Gründen.

Sonntag, 06.12.2020, 18:11 Uhr aktualisiert: 06.12.2020, 18:20 Uhr
Immer wieder formt der ASV Spieler (hier: Max Höning), die es in die höchsten Ligen schaffen. Daran werde die Gründung des HV 2020 Münster wenig ändern, glauben Sendens Trainer.
Immer wieder formt der ASV Spieler (hier: Max Höning), die es in die höchsten Ligen schaffen. Daran werde die Gründung des HV 2020 Münster wenig ändern, glauben Sendens Trainer. Foto: ASV Hamm Westfalen

Mit Interesse haben Sebastian Tenholt und Thomas Hammerschmidt , A- respektive B-Jugend-Trainer des ASV Senden , den Bericht im Münster-Sport unserer Zeitung (WN, 4. Dezember) zur geplanten Neugründung eines Vereins gelesen, in dem die Top-Nachwuchsleute aus der Domstadt zusammengezogen werden sollen, zunächst im U15-Bereich.

Konkurrenz belebe das Geschäft, meint Tenholt: „Ich sehe das durchaus positiv. Seit Jahrzehnten versuchen die Münsteraner, Kräfte zu bündeln. Dass da jetzt offenbar was passiert, ist für den Handball in der Region nicht die schlechteste Nachricht.“ Auch schön findet der U 19-Coach, dass der ASV in besagtem Text nicht in einem Atemzug mit dem TV Emsdetten, der Ahlener SG und dem ASV Hamm genannt wird. Jene drei Vereine also, die dem Vernehmen nach zuletzt auf besonders aggressive Art um die münsterischen Talente gebuhlt hatten (und damit ursächlich zur bevorstehenden Gründung des HV 2020 Münster beitrugen).

Ja, auch an der Bulderner Straße laufen immer wieder Junioren auf, die zuvor für einen der sechs beteiligten Klubs (Sparta Münster, Westfalia Kinderhaus, BSV Roxel, HSG Gremmendorf/Angelmodde, TSC Gievenbeck und Concordia Albachten) am Ball waren. Aber: „Die kommen ja nicht, weil wir sie mit unlauteren Methoden in den Sportpark locken, sondern weil sie wissen: Bei uns werden sie, von frühester Jugend an, exzellent ausgebildet und haben anschließend die Chance, in unserer ersten Mannschaft Verbandsliga-Handball zu spielen. Oder sie nutzen als Sprungbrett die Zweite, deren Coach Alex Seitz ein richtig gutes Händchen im Umgang mit jungen Leuten hat, da er selbst lange im Nachwuchsbereich tätig war“, ergänzt U 17-Trainer Thomas Hammerschmidt.

Möglich, dass den Sendenern im Zuge der HV-Gründung künftig der eine oder andere Hochbegabte durch die Lappen geht, räumt Tenholt ein. Gleichwohl: „Für uns kann das nur der Ansporn sein, künftig noch bessere Arbeit zu machen und zusätzliche Leute aus Senden oder der unmittelbaren Umgebung zu rekrutieren.“

Im Übrigen müsse man sehen, ob es bei sechs beteiligten Vereinen nicht irgendwann zu Reibereien in Münster komme. „Spätestens wenn dann mal die Entscheidung ansteht, in welcher Seniorenmannschaft die HV-Spieler eingesetzt werden sollen, sind Konflikte vorprogrammiert“, glaubt Tenholt.

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