Handball: Verbandsliga 1
Das Henne-Ei-Prinzip – Malte Jetzke wie geschaffen für neuen Job

Senden -

2018 stieß Malte Jetzke zum ASV Senden. Verletzungsbedingt konnte der Rückraum-Mitte-Mann auf der Platte nur bedingt Akzente setzen. Inzwischen ist der promovierte Sportwissenschaftler, in neuer Funktion, zurück an der Bulderner Straße.

Donnerstag, 07.01.2021, 17:36 Uhr aktualisiert: 07.01.2021, 17:40 Uhr
Nach seiner langwierigen Schulterverletzung des Öfteren in Zivil in der Halle: Malte Jetzke (r.), inzwischen Assistenzcoach beim ASV.
Nach seiner langwierigen Schulterverletzung des Öfteren in Zivil in der Halle: Malte Jetzke (r.), inzwischen Assistenzcoach beim ASV. Foto: flo

Als Malte Jetzke vor zweieinhalb Jahren berufsbedingt nach Münster kam, da hat er, „ganz klassisch gegoogelt, wo man da Handball spielen kann“. In Münster, leidiges Thema, stößt man da als ambitionierter Freizeitsportler schnell an Grenzen. Aber Senden, damals wie heute Verbandsligist, tolle Jugendarbeit: „Das klang ganz interessant.“

Nun hat Jetzke, verletzungsgeplagt, nur ein paar wenige Spiele bestritten in seiner Premierensaison für den ASV, 2019/20 stand er gar nicht auf der Platte. Ganz weg war er freilich nie. Und als Jens Giesbert , bis dahin Sendens Co-Trainer, im Sommer eine neue sportliche Herausforderung bei Westfalia Kinderhaus suchte, übernahm der 32-Jährige den vakanten Posten.

„Gisi“ war es auch, der den WN mal erzählt hat, die ASV-Familie empfange jeden Neuankömmling mit offenen Armen. Jetzke findet sich „in dem Satz wieder, vom ersten Tag an habe ich mich in Senden gut aufgehoben gefühlt“. Auch und gerade in der Zeit nach seiner Schulter-OP sei der Kontakt nie abgerissen, „ich war ja weiter regelmäßig in der Halle“. Und da der promovierte Sportwissenschaftlicher in seiner Heimat Braunschweig bereits etliche Mannschaften – von den „Minis“ bis zu den Senioren – trainiert hatte, schien es fast logisch, dass er fortan auf der Bank neben Swen Bieletzki Platz nimmt.

Interessant: Jetzke ist, wie der ASV-Chefcoach, gelernter Rückraum-Mitte-Mann. Einer für die großen Linien also. Wobei er offen lässt, „ob ich da gelandet bin, weil ich mir immer schon viele Gedanken über diese Sportart gemacht habe.“ Oder ob, andersrum, die exponierte Stellung (auch hinten, im Innenblock) nicht dazu beigetragen habe, sich früh und intensiv mit strategischen Lösungen auseinanderzusetzen. „Das Henne-Ei-Prinzip“, lacht der 1,90-Meter-Mann.

Wobei das bei ihm ganz praktische Gründe hatte, „da ich nie Unmengen an Toren geworfen habe oder besonders gut im Eins-gegen-eins war“. Als Assistenztrainer jedenfalls scheint Jetzke eine Wucht zu sein, Bieletzki lobt ihn in den höchsten Tönen: „Malte und ich haben eine ganz ähnliche Vorstellung von Handball. Auch nimmt er mir viele Dinge ab oder leitet das Training eigenständig, wenn ich mal verhindert bin. Er tut der Mannschaft in jedem Fall gut.“

Vermitteln kann Jetzke sein handballerisches Wissen im Lockdown nur eingeschränkt: „Wir geben den Jungs Pläne an die Hand, ein Mal in der Woche gibt es eine Krafteinheit via Zoom.“ Das Angebot werde gut angenommen und sei durchaus lehrreich. Aber? „Es ersetzt natürlich nicht das Miteinander in der Halle.“

Mit Jícha und Karabatić in der Garage

Natürlich haben wir mit Malte Jetzke auch über seine Zeit beim THW Kiel gesprochen. „Aber bitte mit dem Zusatz, dass es die dritte Mannschaft war“, flachst Sendens Co-Trainer. Der THW 3 habe in etwa die Kragenweite des ASV 1. Trotzdem sei es „eine coole Zeit“ gewesen. In Kiel, wohin es ihn studienbedingt verschlagen hatte, habe sein Team in derselben Halle trainiert wie der Rekordmeister und inzwischen vierfache Champions-League-Gewinner. In der Garage des Renommierklubs sei es regelmäßig vorgekommen, „dass neben einem plötzlich Leute wie Christian Zeitz, Filip Jícha oder Nikola Karabatić aus dem Wagen steigen“. (flo)

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