Tischtennis: Erfolgreiche Familie
Dresselhaus-Geschwister sammelten Titel wie Treuepunkte

Lüdinghausen/Senden -

Dagmar und Britta Dresselhaus zählten, bundesweit, in den 80er- und 90er-Jahren zu den Besten ihres Fachs. Aber auch die übrigen vier Geschwister sorgten, teils weit über den Altkreis hinaus, für Furore. Eine bemerkenswerte Familiengeschichte.

Sonntag, 24.01.2021, 18:21 Uhr aktualisiert: 24.01.2021, 18:31 Uhr
Diese Aufnahme entstand 1983 zu Union-Zeiten und zeigt fünf der sechs erfolgreichen Dresselhaus-Geschwister (v.l.): Britta, Rainer, die viel zu früh verstorbene Dagmar, Jürgen und Martin (nicht im Bild: Andreas, der Älteste).
Diese Aufnahme entstand 1983 zu Union-Zeiten und zeigt fünf der sechs erfolgreichen Dresselhaus-Geschwister (v.l.): Britta, Rainer, die viel zu früh verstorbene Dagmar, Jürgen und Martin (nicht im Bild: Andreas, der Älteste). Foto: WN-Archiv

Dass zwei Brüder oder Schwestern – in Ausnahmefällen drei – in einer Sportart erfolgreich sind, kommt vor. Gerade auf dem Land. Familie Dresselhaus toppt das locker. Gleich sechs Geschwister spielten, von den 1970er Jahren an, Tischtennis, zunächst für Union Lüdinghausen, später auch in den umliegenden Vereinen. Für Furore sorgten sie indes weit über den Altkreis hinaus.

Zum Beispiel Jürgen Dresselhaus . Der drittälteste Spross gehörte nicht nur jener legendären Jugendmannschaft an, die vor 41 Jahren Westdeutscher Meister wurde (siehe unten). Auch auf nationaler Ebene zählte er, im Schülerbereich, zu den 16 Besten. Über den TTC Selm und den TTC Datteln (Regionalliga) führte der Weg zurück zu Union, ehe er, das ist jetzt auch schon wieder zwei Dekaden her, bei Westfalia Senden eine neue Heimat fand (wo auch Tochter Sara spielt und coacht). Noch heute steht der Mittfünfziger, als Einziger aus dem Sextett, gelegentlich an der Platte. Wenngleich es mittlerweile „ein paar körperliche Baustellen“ gebe.

Für die Schwestern ging es noch höher hinaus. Dagmar sammelte, in sämtlichen Disziplinen, Titel bei Westdeutschen Meisterschaften wie andere Menschen Treuepunkte. Sie triumphierte auch auf nationaler Ebene – als Schülerin wie als Juniorin – spielte mit dem TuS Lohauserholz in der 2. Bundesliga und war EM-Teilnehmerin. Britta , die Jüngste, war ebenfalls Deutsche Schülermeisterin (Doppel/Mixed) und schlug später in der Beletage für die TSG Dülmen (zu der Zeit eine ganz große Nummer in Deutschland) auf. Martin, der Zweitälteste, den es schließlich zum TuS Ascheberg verschlug, machte sich überdies als Trainer einen Namen.

Viel Fleiß, kein Konkurrenzdenken

Wieso die Geschwister in so großer Zahl Erfolge feierten? „Neben viel Fleiß hat sicher eine Rolle gespielt, dass die Eltern uns früh zu Turnieren chauffiert haben. Dort konnten wir uns von Kindesbeinen an mit Älteren messen – und so auch unser eigenes Spiel verbessern.“

Und? Haben die Dresselhauser – wie das so unter Geschwistern üblich ist – einander gefoppt, wenn es für den Einzelnen ausnahmsweise mal nicht lief? „Es war eher andersrum“, erklärt Jürgen, „wir haben uns bei jedem Sieg des Bruders oder der Schwester mitgefreut“.

Bleibt die Frage, wieso die ganz großen Triumphe in dieser Sportart im Altkreis zuletzt ausgeblieben sind. „Tischtennis“, überlegt der Sendener, „hat nicht mehr diesen Stellenwert wie vor 30, 40 Jahren. Was zum einen mit der Vielzahl an gravierenden Regeländerungen zu tun hat, die unserem Sport sicher nicht nur gutgetan haben. Zum anderen können die Kinder heute zwischen viel mehr Freizeitmöglichkeiten wählen. Ich denke aber, dass Lüdinghausen und Senden – gerade im Nachwuchsbereich – noch relativ gut dastehen.“

Union-Nachwuchs über Jahre unschlagbar

Die Lüdinghauser Jugendmannschaft, die 1979/80 – mit Jürgen Dresselhaus an Brett eins – Westdeutscher Meister wurde, war eine erlesene Truppe. „Die späteren Union-Erfolge im Seniorenbereich wären ohne dieses Team nicht denkbar gewesen“, weiß Uli Mauritz, der neben Dresselhaus, Achim Stork, Gernot Havermeier, Peter und Günter Klöpping sowie Markus Maßmann jener Mannschaft angehörte, die unglaubliche drei Jahre lang kein einziges Match verlor. „Hätte es in der Altersklasse schon Deutsche Meisterschaften gegeben, wären wir ein heißer Sieganwärter gewesen“, glaubt Mauritz. Dabei musste das Team 1980 sogar auf seinen Besten verzichten: „Martin Dresselhaus, der damals sogar etwas stärker war als Jürgen, kam bereits bei den Herren zum Einsatz, ein Doppelspielrecht sahen die Statuten zu jener Zeit noch nicht vor.“Den Lüdinghauser Männern gelangen binnen elf Jahren sagenhafte acht Aufstiege – von der Kreisliga bis ins Bundesliga-Unterhaus, in dem sich die Steverstädter von 1990 bis 1992 hielten. (flo)

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