Fußball: Funktionär
Einer für alle – Georg Goerdt gibt Führung ab

Ottmarsbocholt -

18 Jahre war Georg Goerdt Abteilungsleiter des SC BW Ottmarsbocholt. Jetzt ist er zurückgetreten, bleibt seinem Herzensverein aber auf andere Weise erhalten – und sieht die Blau-Weißen gut aufgestellt. Die Nachfolge ist bereits geregelt.

Samstag, 06.02.2021, 14:11 Uhr aktualisiert: 06.02.2021, 14:16 Uhr
Herzensprojekt: Beim Hauer-Cup steht der langjährige Abteilungschef Georg Goerdt persönlich am Mikro.
Herzensprojekt: Beim Hauer-Cup steht der langjährige Abteilungschef Georg Goerdt persönlich am Mikro. Foto: BWO

„So viele Pokale haben wir seit 2002 nicht gewonnen“, überlegt Georg Goerdt . Einerseits. Andererseits lässt sich die Leistung eines Abteilungsleiters ja nicht allein an der Zahl der errungenen Trophäen bemessen. Wenn es nämlich darum geht, ob jemand einen Verein zukunftsfest gemacht, wichtige Infrastrukturprojekte angestoßen und sich nie nur um die Belange der ersten Mannschaft gekümmert hat, dann war Goerdt in den vergangenen 18 Jahren hocherfolgreich. Jetzt ist der ewige Fußball-Chef des SC BW Ottmarsbocholt ins zweite Glied zurückgetreten. Freiwillig.

Allzu schwer sei ihm der Schritt nach fast zwei Dekaden an der Spitze der Abteilung nicht gefallen, erzählt Goerdt den WN . Als Familienvater und Unternehmer komme ihm das zusätzliche Zeitbudget grundsätzlich nicht ungelegen. Wobei: Er sei ja nicht komplett raus aus der Nummer. Wie auch? Goerdt ist sein Leben lang ein Blau-Weißer. Von Kindesbeinen an hat er für BWO gezockt, später als Kapitän der Zweiten, inzwischen in der Ü 50. Jugendtrainer war er überdies.

Viele helfende Hände

Möglich, dass ihm auch deshalb stets das Wohl sämtlicher Mannschaften – die Damen-Teams inklusive – am Herzen lag. Einer für alle, wenn man so will. Wobei: „Ich hatte da immer schon eine Menge Unterstützung.“ Stellvertretend für die vielen helfenden Hände im Verein nennt Goerdt Andreas Bender und Harald Cunen (Mädchen/Frauen), Andrea Tegt- meier (Bewirtung) sowie, für den Senioren-Bereich, Herbert Heitkötter, Heinrich Frese, Patrick Döhla oder Christian Schmauck.

„Als ich damals angefangen habe, brauchtest du einen Vorturner, einen Obmann, einen Jugendwart und, zu Saisonbeginn, je einen Satz Trikots. Dann hattest du ein Jahr Ruhe“, lacht der Mittfünfziger. Heute seien die Aufgaben so zahlreich und komplex, dass einige Wenige sie gar nicht stemmen könnten.

Neuer Vorstand üppig besetzt

Entsprechend üppig ist der neue Vorstand besetzt, dem neben Schmauck, Heitkötter, Tegtmeier und Cunen Markus Thiem, Marc Hempelmann, Guido Volle (alle Junioren) und Olaf Silla (Organisation) angehören. Alle für einen, sozusagen. Schmauck, der sportliche Leiter, spricht von „Teamwork“ und „flachen Hierarchien“. Goerdt gehört der Abteilungsspitze offiziell nicht an, kümmert sich aber weiter ums Sponsoring. Und natürlich bleibt er den örtlichen Fußballern als Fan erhalten – zumal beide Söhne, Malte (18) und Fynn (15), in absehbarer Zeit zu den Senioren wechseln.

Und wie war das nun mit den Trophäen unter seiner Ägide? Die Erste ist mal Hallenkreismeister gewesen (2014). „Riesig gefreut“ hat sich Goerdt über die Rückkehr in die A-Liga im Vorjahr. Rückblickend seien aber der Bau der schmucken Halle, des Kunstrasens oder des Soccerfeldes noch höher einzuordnen. Weil von den großen Bauvorhaben – siehe oben – die ganze Fußballfamilie profitiere. Wie groß deren Zusammenhalt ist, zeigt sich beim Hauer-Cup, noch so ein Herzensprojekt von Georg Goerdt. Dort kommen einmal im Jahr Jung und Alt zusammen, ehemalige wie aktuelle Spieler. Und Pokale, die gibt’s auch. Reichlich.

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