Tennis: Talent
Vorteil Venghaus – Sendenerin trotzt der Pandemie

Senden -

Kim Venghaus spielt seit ein paar Jahren sehr erfolgreich Tennis – wenn sie denn darf, was in Pandemiezeiten längst nicht selbstverständlich ist. Anfang 2022 steht für die 17-jährige Sendenerin der nächste Karriereschritt an.

Mittwoch, 03.03.2021, 17:14 Uhr aktualisiert: 03.03.2021, 17:20 Uhr
Feilt in der Tennis Base Paderborn an ihrer Karriere: die 17-jährige Sendenerin Kim Venghaus.
Feilt in der Tennis Base Paderborn an ihrer Karriere: die 17-jährige Sendenerin Kim Venghaus. Foto: red

Es fängt ja schon beim Namen an. Tennis Base Paderborn. Würde man spontan in Ostwestfalen verorten. Tatsächlich trainiert hat Kim Venghaus mit ihren Coaches Carolin Daniels und Charlie Utermann zuletzt: in Osnabrück und Nordhorn. Weil das Virus, wie man so sagt, keine Grenzen kennt, die Landespolitik aber schon. Während in NRW der Hallensport bis heute strikt untersagt ist, hatte man in Niedersachsen weniger Bedenken. Venghaus findet das einerseits „merkwürdig“. Andererseits freue sie sich, dass sie überhaupt zu Übungszwecken die Bälle übers Netz jagen darf. Wo doch der Liga- und Turnierbetrieb praktisch zum Erliegen gekommen ist. Bis zu viermal in der Woche haben ihre Eltern sie nach Osnabrück chauffiert.

Jetzt, da für die angehende Abiturientin der Präsenzunterricht am Pascal-Gymnasium in Münster wieder läuft, fährt sie nur an den Wochenenden. Kein Problem, mag man meinen, draußen ist der Griff zum Racket seit ein paar Tagen ja auch in NRW wieder erlaubt. Dazu die vorfrühlingshaften Temperaturen der vergangenen Tage: Vorteil Venghaus, oder? Nun ja. Da im Münsterland, etwa bei ihrem Heimatverein ASV Senden, die Anlagen noch Winterschlaf halten, sei es „nicht so einfach, einen Platz in der näheren Umgebung zu finden“.

Erfolge schon im Beachvolleyball

Immerhin: In Coesfeld gibt es eine Anlage – die sich die 17-Jährige aber, zumal bei gutem Wetter, mit sehr vielen Hobbyspielern teilen muss. Für Venghaus ist Tennis längst mehr als eine Freizeitbeschäftigung. 2016 verschrieb sich die in jungen Jahren gemeinsam mit Zwillingsschwester Lea sehr erfolgreiche Beachvolleyballerin ganz dem weißen Sport. Unter bestmöglicher Anleitung – Daniels und Utermann sind Ex-Weltranglistenspieler – feilen Venghaus und die übrigen Hochbegabten in Paderborn (oder Osnabrück) an ihren Karrieren.

Die Männer des Kooperationspartners TuS Sennelager spielen bereits in der Bundesliga. Über kurz oder lang sei das auch das Ziel der Damen (derzeit Verbandsligist), weiß die Sendenerin. Dafür nimmt die vielfache Bezirksmeisterin, die auf Verbandsebene ebenfalls schon auf dem Treppchen stand, einiges in Kauf. Übungseinheiten im Spätherbst 2020 etwa, als die in Westfalen noch erlaubt waren. Im Freien. Bei Temperaturen knapp über dem Gefrierpunkt. Serve-and-Volley mit Schal, Mütze und Handschuhen? „Nicht ganz“, lacht die Teenagerin. Aber nach dem Zwiebelprinzip. Mit jedem Satz habe sie sich eines Kleidungsstückes entledigt.

Tennis-College in den Staaten

Nach dem Abi kehrt Venghaus an die Base zurück, ehe es Anfang 2022, so der Plan, in die Staaten geht. Wo nicht nur das Wetter besser sein dürfte als in Ostwestfalen, sondern auch die Bedingungen (noch) professioneller sind. Ein Tennis-College soll es sein, derzeit sondiert die Sendenerin mögliche Standorte. Spitzensport, gekoppelt an ein Hochschulstudium: In dieser Form sei das nur in den USA möglich. Und danach? Die WTA-Tour? „Mal sehen. Ich gehöre eher zu denen, die die Dinge auf sich zukommen lassen.“ Wehren, sagt Venghaus, würde sie sich gegen eine Profilaufbahn aber wohl nicht.

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