Fußball: Comeback
Lisa Zensens langer Weg zurück

Senden -

Frauen-Zweitbundesligist SV Berghofen setzt am Wochenende die nach nur drei Begegnungen unterbrochene Saison fort. Mittelfeldspielerin Lisa Zensen, 24 Jahre, aus Senden, muss sich dagegen noch etwas in Geduld üben.

Donnerstag, 18.03.2021, 18:07 Uhr aktualisiert: 18.03.2021, 18:10 Uhr
Will nach mehrmonatiger Verletzungspause „voll angreifen“: die Sendenerin Lisa Zensen (r.).
Will nach mehrmonatiger Verletzungspause „voll angreifen“: die Sendenerin Lisa Zensen (r.). Foto: Bodo Goeke

Als die WN im Sommer 2020 mit Lisa Zensen sprachen, da war die Fußballerin aus Senden richtig guter Dinge. Ihr Team, der SV Berghofen, war hatte soeben den Aufstieg von der Regionalliga ins Bundesliga-Unterhaus geschafft – und Zensen war nach mehrwöchiger Verletzungspause voller Tatendrang. Zumal die Dortmunder gerade eine neue Trainerin, Laura Marienfeld, geholt hatten, „jede Spielerin also irgendwo bei null anfangen musste“, wie die 24-Jährige weiß. Doch nur Tage später war ihr Knie kaputt – und der ganze Optimismus zunächst dahin.

Passiert war das Malheur bei einer Kickbox-Einheit im Rahmen der Zweitligavorbereitung. Bisschen Spaß inmitten des harten Grundlagentrainings. Nur dass Zensens Freude danach arg getrübt war. Nach einem „eher harmlosen Zusammenprall“ mit einer Teamkollegin habe sie das rechte Bein überstreckt – mit fatalen Folgen. Bruch des Schienbeinkopfes, Zerrung des vorderen Kreuzbandes. Kurzum: die nächste Zwangspause.

Knie Kopfsache?

Will man das Positive sehen, so hat die Mittelfeldfrau aus der Stevergemeinde seither nur wenig verpasst. Drei Spieltage, dann wurde die laufende Saison unterbrochen. Nach fast fünf Monaten zähen Wartens soll es am Sonntag (21. März) weitergehen. Berghofen, gut gestartet, gastiert bei Borussia Bocholt. Zensen muss sich indes weiter gedulden: „Ich nehme zwar am Teamtraining teil, an giftige Zweikämpfe ist aber derzeit nicht zu denken.“ Ganz zurück sei das Vertrauen in ihr Knie noch nicht, „es fühlt sich bisweilen instabil an. Kann aber auch Kopfsache sein.“

An einen Einsatz sei „frühestens in einigen Wochen“ zu denken. Vermutlich in der Reserve (Westfalenliga). Als Degradierung würde die Sendenerin das nicht empfinden. Im Gegenteil. Nach dieser Leidenszeit überhaupt mal wieder sonntags auf dem Platz stehen zu dürfen, „wäre für mich das Größte – egal in welcher Spielklasse“.

Zuspruch aus der Heimat

Den Traum, in Liga zwei zu kicken, hat Zensen deshalb freilich nicht zu den Akten gelegt. Zumal die angehende Sonderpädagogin in Kürze ihre Masterarbeit abgibt und bis zum Start des Referendariats im Spätherbst „voll angreifen“ will. Dass sie nie ans Aufgeben gedacht hat, verdanke sie auch der Unterstützung aus der Heimat. Ihre ehemaligen Mitspielerinnen und VfL-Trainerin Annika Scheunemann hätten ihr laufend Genesungswünsche übermittelt. Ihr Mut zugesprochen in schweren Zeiten. „Die kann ich doch jetzt nicht hängen lassen“, lacht Zensen, die Mitte 2019 vom örtlichen Bezirksligisten nach Berghofen gewechselt war.

BVB kein Thema

Aus Sicht von BVB-Fan Lisa Zensen war es eine charmante Idee: Die Frauen des SV Berghofen kicken weiter in Liga zwei, fortan aber unter dem Dach der Dortmunder Borussia. Nur wurde der Deal inzwischen verworfen. Schwarz-Gelb baut stattdessen ein eigenes Team auf, in der Kreisliga – für Zensen keine Option.

...

 

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7873714?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F3661143%2F94%2F35339%2F
Nachrichten-Ticker