Volleyball: 2. Liga
Das Beste draus gemacht – Luther hat ihr Glück bei den Skurios gefunden

Senden -

Ein personeller Umbruch zu Saisonbeginn, später die mehrwöchige Zwangspause: Doreen Luthers Start bei den Skurios Volleys Borken war nicht frei von Hindernissen. Trotzdem hat die Frau, die bis 2019 für den ASV Senden spielte, den Wechsel noch keine Sekunde bereut.

Freitag, 26.03.2021, 19:06 Uhr aktualisiert: 26.03.2021, 19:10 Uhr
Die Freude am Volleyball ist bei Doreen Luther, seit heute 24 Jahre jung, wieder da – erst recht nach gelungenen Ballwechseln.
Die Freude am Volleyball ist bei Doreen Luther, seit heute 24 Jahre jung, wieder da – erst recht nach gelungenen Ballwechseln. Foto: Ralf Aumüller

Nach dem für sie nicht so tollen Erstligajahr beim USC Münster war Doreen Luther Mitte 2020 drauf und dran, ihre Karriere zu beenden. Mit 23. „Zum Glück“, lacht die Ex-Sendenerin, „hat Markus Friedrich dann ein bisschen hartnäckiger gebohrt.“ Friedrich, Co-Trainer und Scout des Zweitligisten Skurios Volleys Borken, bat Luther, sich das mit dem Aufhören noch mal zu überlegen. Im Westmünsterland habe man durchaus Verwendung für die hochgeschossene Mittelblockerin.

Luther gab dem Werben der Borkener nach – und hat den Entschluss seither keine Sekunde bereut. „Die Freude am Volleyball ist wieder da“, strahlt die 1,87-Meter-Frau. Nestwärme, Rückendeckung, Wertschätzung: All das, was sie eine Weile so schmerzlich vermisst hatte, gäben ihr die Skurios-Verantwortlichen im Überfluss. Und Luther zahlt zurück, mit Leistung. In den beiden Ligapartien am vergangenen Wochenenden in Berlin habe sie „extremst brilliert“, lobt Friedrich. Beide Male wurde sie zur besten Spielerin gekürt.

Teamgeist „einmalig“

Dabei sei es anfangs für sie gar nicht leicht gewesen, weiß der Mann, der sie nach Borken lotste: „Mit Esther Spöler und Jana Röwer hatten wir ja bereits zwei gestandene Mittelblockerinnen. Da musste Doreen erstmal ihren Platz im Team finden.“ Luther fand ihn – auch dank der vermeintlichen Konkurrenz auf ihrer Position: „Der Teamgeist ist einmalig. Gerade Esther und Jana haben mir von der ersten Sekunde an das Gefühl gegeben, dazuzugehören. Wenn der einen ein guter Block oder Angriffsschlag gelingt, freuen sich die anderen uneingeschränkt mit.“ Auch dieses Gefühl der Zusammengehörigkeit habe sie 2019/20 in Teilen vermisst.

Sportlich läuft es eh, trotz einer achtwöchigen Zwangspause. Anfang November, bei der Heimpartie gegen den BSV Ostbevern, hatten sich mehrere Spielerinnen beider Teams mit dem Corona-Virus infiziert. Doch eine Erfolgsserie zu Jahresbeginn beförderte den Zweitligameister der Saison 2019/20 rasch ins gesicherte Mittelfeld.

Arbeit „umso fokussierter“

Ohne die Seuche wäre noch mehr möglich gewesen, glaubt Friedrich: „Während am Bundesstützpunkt in Berlin oder an der Kölner Sporthochschule der Betrieb nahezu ohne Einschränkungen weiterläuft, können wir bis heute nur sehr dosiert trainieren und waren zum Beispiel seit Ewigkeiten nicht mehr im Kraftraum.“

Luther sieht das ähnlich: „Obwohl es vor der Saison einen personellen Umbruch gab, zähle ich uns zu den drei, vier besten Mannschaften der Liga.“ Auch die Reduktion der Übungseinheiten sei kein gravierendes Problem: „Dafür arbeiten wir umso fokussierter. Ich denke, Borken hat das Beste aus der Situation gemacht.“ Was man unbedingt auch über Doreen Luther sagen kann.

Die Frau für die verrückten Sachen

Neben Doreen Luther hatte sich im Vorsommer mit Felice Lyn Lethaus eine weitere ehemalige Sendenerin den Skurios Volleys angeschlossen. Auch sie „gehe ihren Weg“, wie Markus Friedrich betont. Mit gerade 20 Jahren sei ihre Entwicklung längst noch nicht abgeschlossen, so Borkens Assistenzcoach: „Gute Stellerinnen erreichen in der Regel frühestens mit Mitte 20 ihren Zenit, Felice-Lyn hat also noch Zeit.“ Trotzdem gewährt Cheftrainer Chang Cheng Liu auch Lethaus Einsatzzeiten in Liga zwei. Luther schätzt an der jungen Zuspielerin, „dass sie auch mal verrückte Dinge macht, die vielleicht nicht im Lehrbuch stehen. Ich denke, dass Chang gerade das an ihr gefällt.“ Der Vertrag der dritten Ex-ASV-Frau in Diensten der Skurios, Merve Altas, wurde kürzlich aufgelöst. Die Libera hatte lange mit einer Fußverletzung zu kämpfen. Zudem sei ihr berufliches Engagement kaum mehr mit dem Leistungssport vereinbar, so Friedrich. (flo)

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