Boule: Drensteinfurterin Lilo Kösters ist mit 95 Jahren noch aktiv
Siege kennen kein Alter

Drensteinfurt -

Ein-, zweimal tickt die Metallkugel auf den steinernen Untergrund – und verpasst ihr Ziel um Millimeter. Lilo Kösters verzieht leicht die Mundwinkel nach unten. Den hohen Anspruch kriegt die ehemalige Leistungssportlerin nicht mehr aus sich raus, und wenn man sie auf den Kopf stellen würde. Ihre Mitspieler von Klack 09, der Boulegruppe vom SV Drensteinfurt, wissen das. Und schätzen das.

Freitag, 13.07.2018, 17:06 Uhr

Schwungvoll: Lilo Kösters (95) ist leidenschaftliche Boule-Spielerin. Meist freitagmorgens spielt sie bei Klack 09 im Drensteinfurter Erlfeld.
Schwungvoll: Lilo Kösters (95) ist leidenschaftliche Boule-Spielerin. Meist freitagmorgens spielt sie bei Klack 09 im Drensteinfurter Erlfeld. Foto: Ulrich Schaper

Lilo will gewinnen. Da ist man als Spielpartner gefordert“, sagt ein Vereinskollege im Vorübergehen und zwinkert. Ein anderer sagt, sie sei „ein Vorbild“ und „eine Inspiration“. Das bemerkenswerte: Kösters ist in dieser Woche 95 Jahre alt geworden.

Geboren in Detmold hat sie 50 Jahre im dortigen Tennisclub erfolgreich bis zur Oberliga den weißen Sport betrieben. „Richtig stark war ich zu der Zeit, als Boris Becker zum ersten Mal Wimbledon gewonnen hat“, berichtet sie. Noch immer geht sie mehrmals pro Woche Schwimmen, macht Chigong – und spielt Boule.

Boule: Auch mit 95 Jahren hat die Drensteinfurterin Lilo Kösters Freude am Sport

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Zwischen 20 und 30 Kugelsportler treffen sich regelmäßig auf den Bahnen im Erlfeld. Paarweise treten sie gegeneinander an.

Ein kurzes, hartes, metallisches Klack signalisiert: Kösters hat eine Kugel des gegnerischen Teams weggeschossen. Ein kurzes Lächeln huscht über ihr Gesicht.

Die 95-Jährige hat ein bewegtes Leben hinter sich. „Eigentlich hätte ich Sport studieren wollen – im Krieg ging das aber nicht“, sagt sie. Sie machte Notabitur und wurde dann in den Arbeitsdienst eingezogen.

Bis zum Tode ihres Mannes und ihrer Eltern lebte Kösters im lippischen Bad Meinberg. Nach Drensteinfurt zog sie vor neun Jahren, um näher bei ihrem Sohn, der Schwiegertochter, den Enkeln und Urenkeln zu wohnen.

„Andere sitzen in meinem Alter auf der Parkbank – das kommt für mich aber nicht in Frage“, sagt die Seniorin, die sich bei sommerlichen Temperaturen nur kurze Verschnaufpausen im Schatten neben der Spielbahn gönnt.

„Turniere muss ich nicht mehr unbedingt spielen. Man muss irgendwann auch ein bisschen kürzer treten“, sagt sie. Nur beim Generationen-Turnier ist sie gesetzt. 20 Jahre Differenz muss zwischen den Spielpartnern bei diesem Wettbewerb liegen – Kösters hat mit 95 Jahren die freie Wahl.

„Lilo ist so etwas wie unser Aushängeschild“, sagt Thomas Volkmar, der zusammen mit seinen Vorstandskollegen das Jahr dem Motto „Bewegt älter werden“ widmet. Viele Aktionen sind geplant; so findet am 22. September eine Veranstaltung mit dem Kreissportbund statt, am 23. September dann ein Schnuppertag mit dem Boule- und Pétanqueverband NRW.

An diesem Freitagmorgen laufen die Kugeln nicht so wie von Kösters erhofft. Zwei Niederlagen kassiert sie. Gemeinsam mit ihrer Freundin Gertrud Dietrich macht sich Kösters auf den Heimweg. „Man muss auch verlieren“, sagt sie. So ganz nimmt man ihr diesen Satz allerdings nicht ab.

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