Motorsport: Autocross
Der ewige Zweite: Walstedder Westhues feiert zum sechsten Mal Vize-Meisterschaft

Walstedde -

Da, wo bei jedem Menschen Blut durch die Adern und Venen zirkuliert, fließt bei Marco Westhues – so könnte man es behaupten – vermutlich noch eine ganz andere Flüssigkeit durch den Körper: Motoröl. Denn der 34-jährige Walstedder ist bereits seit 17 Jahren leidenschaftlicher Rallye-Cross-Fahrer, steckt sein ganzes Herzblut in den Autocross-Sport und in die eigens dafür konstruierte Karosserie.

Montag, 26.11.2018, 06:00 Uhr
Marco Westhues mit seinem Dienstwagen und den Pokalen, die seine überaus erfolgreiche Saison dokumentieren. Der 34-Jährige Walstedder betreibt den Sport seit seinem 17 Lebensjahr.
Marco Westhues mit seinem Dienstwagen und den Pokalen, die seine überaus erfolgreiche Saison dokumentieren. Der 34-Jährige Walstedder betreibt den Sport seit seinem 17 Lebensjahr. Foto: Simon Beckmann

„Mir wurde das quasi von meinem Vater Heinrich in die Wiege gelegt“, erzählt der gelernte Maler und Lackierer mit einem Lächeln.

Seit Jahren bildet das Vater-Sohn-Gespann ein eingespieltes Team: Während Heinrich Westhues als Mechaniker im Einsatz ist, setzt sich Sohn Marco hinter das Lenkrad – und das mit sehr viel Erfolg, ist der Walstedder doch in der diesjährigen Rennsaison erneut Vizemeister in seiner Klasse „Supertourenwagen bis 1600 ccm“ geworden. „Zum insgesamt sechsten Mal in meiner Karriere“, berichtet er nicht ohne Stolz. Denn bereits in den Jahren 2003, 2009, 2010, 2013 und 2017 holte Westhues, der sich in der Szene mittlerweile einen Namen gemacht und über 100 Trophäen gesammelt hat, den zweiten Platz in seiner Klasse. „Man könnte mich auch als ‚ewigen Vize‘ bezeichnen“, bemerkt er süffisant. Trotzdem hat er für die neue Saison im kommenden Jahr bereits ein ehrgeiziges Ziel vor Augen: „Ich will nächstes Jahr noch einmal angreifen und versuchen, endlich mal Erster zu werden.“

Beim Autocross geht es zur Sache.

Beim Autocross geht es zur Sache. Foto: Alfred Stegemann / Jörg Wahlbrink

In 2018 trennten Westhues nach neun absolvierten Rennen in der Endabrechnung nur vier Punkte von Konkurrent Rolf Busche aus Schloß Holte, der sich am Ende mit 63 Zählern den Pokal für die Meisterschaft sicherte. „Wir hatten teilweise echt viel Pech, aber damit hat jeder Mal zu kämpfen“, möchte der Walstedder keine Ausrede gelten lassen. In Extertal beispielsweise warf ihn ein Getriebedefekt zurück, in Dauborn schied der 34-Jährige in Führung liegend aufgrund eines defekten Gaszuges in einem Wertungslauf aus und im „Chaosrennen“ in Eppe explodierte das Getriebe, als er erneut auf dem ersten Platz war. Trotz dieser technischen Probleme erinnert er sich gerne an die abgelaufene Rennserie zurück.

„Die Zuschauerkulisse in Rütenbrock war einmalig. Da waren mindestens 10 000 Zuschauer“, ist er immer noch davon begeistert. Auch das „Heimrennen“ in Ahlen, wo Westhues auf den zweiten Platz in seiner Klasse fuhr, sei ein tolles Erlebnis gewesen: „Das war ein Bilderbuchrennen mit einem großen Starterfeld und top Fahrzeugen.“ Ereignisreich sei dagegen das Rennen in Osnabrück gewesen. „Da haben wir das ganze Wochenende mit Motorproblemen gekämpft und die ganze Zeit nur geschraubt“, blickt der Walstedder zurück. Das habe sich letzten Endes aber bezahlt gemacht, sicherte er sich doch den zweiten Platz in seiner Klasse. Keine schönen Erinnerungen verbindet Westhues derweil mit dem sechsten Rennen in Sachsenberg, wo ihn ein Unfall im zweiten Wertungslauf im Endeffekt nur den sechsten Platz bescherte.

Zahlreiche Pokale dokumentieren die erfolgreiche Saison des Marco Westhues.

Zahlreiche Pokale dokumentieren die erfolgreiche Saison des Marco Westhues. Foto: Simon Beckmann

Dagegen war das vierte Rennen im sauerländischen Gleidorf ein kleiner Traum für den gelernten Maler- und Lackierer, der sich auch für das typische „Westhues-Design“ in blau, rot und weiß verantwortlich zeigt. „Da habe ich mit dem neuen Auto, das wir 2016 konstruiert und 2017 noch etwas nachgebessert hatten, zum ersten Mal den Klassensieg an einem Wochenende geholt“, erläuterte er zufrieden. „Das war schon etwas Besonderes.“

Auch, wenn die Siegerehrung für die Rennsaison 2018 erst an diesem Wochenende in Beckum über die Bühne gegangen ist, planen Heinrich und Marco Westhues schon für die neue Serie in 2019. „2017 haben wir motormäßig noch mal was nachgelegt. Dieses Jahr hatten wir viel mit dem Getriebe zu kämpfen – da müssen wir jetzt unbedingt was dran machen“, ist das Vater-Sohn-Gespann bereits wieder kräftig am Schrauben. Denn die beiden verfolgen nur ein Ziel: „Wir wollen uns weiter verbessern.“ Sehr wahrscheinlich, dass die Pokalsammlung des „Westhues-Teams“ dann auch im kommenden Jahr weiteranwachsen wird.

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