ndball: Bezirksliga
Die Minimalisten der SG Sendenhorst

Sendenhorst -

Ein gutes Pferd springt nicht höher, als es muss. An dieses Motto haben sich offenbar die Handballer der SG Sendenhorst sehr genau gehalten. Mit wenigen Toren, spärlicher Punktausbeute und einem Zähler Vorsprung gelang der Klassenerhalt. Für die kommende Saison ist Zuversicht angesagt.

Donnerstag, 16.05.2019, 10:18 Uhr
Sein Blick geht schon wieder zuversichtlich nach vorne: Lukas Schmitz. Das SG-Eigengewächs ist fest davon überzeugt, dass sich die abgelaufene Saison nicht wiederholen wird.
Sein Blick geht schon wieder zuversichtlich nach vorne: Lukas Schmitz. Das SG-Eigengewächs ist fest davon überzeugt, dass sich die abgelaufene Saison nicht wiederholen wird. Foto: Rene Penno

Geiz ist geil. Okay. Aber so extrem? Der Titel der Minimalisten ist den Handballern der SG Sendenhorst jedenfalls sicher. Nicht nur, weil 547 erzielte Tore die spärlichste Ausbeute der Liga darstellen. Mit gerade einmal zehn von 52 (!) möglichen Pünktchen schleppte sich der Landesliga-Absteiger ans rettende Ufer. Mit einem einzigen Zähler Vorsprung auf die Abstiegs- und gefährdeten Ränge rettete sich der Handball-Bezirksligist gerade so ins Ziel.

Viermal durfte das SGS-Ensemble die Platte als Sieger verlassen. Jedes Mal in eigener Halle. Auswärts reichte es nicht zu einem doppelten Punktgewinn. „Das war mit das Schlimmste. Das müssen wir besser machen. Zu Hause mit 200 oder 250 Zuschauern haben wir uns mehr zugetraut, präsentieren wir uns ganz anders“, gesteht Lukas Schmitz . Der Spielführer, der seit 1997 in der SG Handball spielt, klingt hörbar erleichtert. Der Super-Gau, der zweite Abstieg in zwei Jahren, ging an der Halle an der Jahnstraße vorbei.

Wir sind mit einem dunkelblauen Auge davongekommen.

Mannschaftskapitän Lukas Schmitz zum Klassenerhalt

„Das wird so schnell nicht wieder passieren, dass eine Mannschaft mit so wenigen Punkten die Liga hält. Wir sind mit einem dunkelblauen Auge davongekommen. Ich bin nur froh, dass wir nicht noch in die Relegation müssen“, weiß der 26-Jährige um den Dusel. Bei so viel Glück, extra Lotto zu spielen, daran denkt er nicht. „Das mach ich ja schon. Hat bisher aber nicht geholfen“, zuckt der Abwehrspezialist grinsend mit den Schultern. In Sachen Klassenerhalt schüttete Fortuna immerhin das Füllhorn kräftig aus.

Kein Wunder, dass die Erleichterung groß ist. Das war am Dienstag beim abschließenden Teamabend so und wird auch auf der Mannschaftsfahrt, die gemeinsam mit der Zweiten Ende Juni über die Bühne gehen soll, nicht anders sein. Die Bilanz im nächsten Jahr soll sich allerdings ändern. „Ich bin fest davon überzeugt, dass wir eine gute Mannschaft sind. Wir konnten hier und dort mithalten“, versichert Schmitz. Das knappe 24:26 gegen den späteren Dritten Warendorfer SU sowie in der Hinrunde das 21:21 gegen den Vierten Sparta Münster scheinen das zu belegen.

Zu oft aber spielte in der abgelaufenen Saison der Kopf nicht mit. Kein Wunder, schließlich blieben nur Yascha Feldmann und er vom Vorjahresteam übrig. Simon Haake zog sich in der Vorbereitung einen Kreuzbandriss zu. Einige Spieler beendeten ihre Laufbahn, andere wechselten. „Leider auch kurzfristig“, sagt Schmitz durchaus enttäuscht.

Spieler aus der Zweiten sowie vor allen Dingen aus der A-Jugend rückten auf. „Ich war als A-Jugendlicher froh und zufrieden, wenn ich nach meinem Wechsel in die Erste zehn Minuten spielen durfte. Jetzt mussten die jungten Spieler 50 oder 60 Minuten am Stück ran und die Last tragen“, nennt Schmitz einen Grund für den Saisonverlauf.

Der hatte natürlich auch die üblichen Nebengeräusche. Trainer Frank Stob-Schlögl warf im März nach der Packung in Roxel (19:36) hin, Nadine Gionker sprang für die letzten sechs Spiele in die Bresche. Ihr Einstand verlief mit dem 28:23-Sieg gegen den TuS Recke erfolgreich. Punkte, die sich am Ende als ungemein wertvoll entpuppten. Auch weil dem vierten Saisonsieg anschließend nur noch fünf weitere Schlappen folgten. Ihr Nachfolger steht noch nicht fest, soll aber in den nächsten Tagen gefunden werden. „Auch dafür war es enorm wichtig, dass wir die Klasse gehalten haben. Ein Bezirksligist ist interessanter, als ein Kreisliga-Team“, weiß der Spielführer um den Wert der knappen Rettung. Ein neuer Trainer wird aber nicht genügen.

Zunächst aber heißt es Abstand gewinnen. Erst Ende Juni bittet ein neuer Coach zum Training. Und dann? – „Dann wollen wir den nächsten Schritt machen,“ verrät das SG-Urgestein. Dann aber wieder nach vorne.

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