Radsport: Dreiländer-Giro
Radsportler aus Albersloh erleben Hitzeschlacht am Stilfser Joch

Albersloh -

Der Weg zum Gesamtsieg bei der Tour de France, dem wohl berühmtesten Radrennen der Welt, führt über die Berge. Jedes Jahr. Immer. Es gibt so manchen Profi, der zuckt bereits bei der Streckenvorstellung zusammen. Es gibt allerdings auch eben solche Radsportler, deren Herz beim Anblick eines zünftigen Anstieges erst richtig aufblüht. Neun Radsportler aus Albersloh machten sich jetzt gemeinsam auf, um am Dreiländer-Giro teilzunehmen, einem der größten Breitensport-Rennen Europas. Durch Österreich, Italien und die Schweiz führt der Mehrtagesklassiker; Jahr für Jahr können sich 2 500 Teilnehmer aus 30 Nationen der Faszination dieses Events nicht entziehen.

Donnerstag, 11.07.2019, 18:10 Uhr aktualisiert: 11.07.2019, 18:20 Uhr
Kurve um Kurve: Der Albersloher Werner Sievers (grün-weißes Trikot) im Anstieg zum Stilfser Joch.
Kurve um Kurve: Der Albersloher Werner Sievers (grün-weißes Trikot) im Anstieg zum Stilfser Joch. Foto: GW Albersloh

Die 26. Auflage in diesem Jahr wurde zur erbarmungslosen Hitzeschlacht. Stahlblau und wolkenlos war der Himmel, als die neun Albersloher in Nauders (Österreich) ihr großes Abenteuer in Angriff nahmen. Nach dem Startschuss um 6.30 Uhr sorgten die ersten Höhenmeter hinauf zum Reschenpass dafür, dass ihre trainierten Körper rasch auf Betriebstemperatur kamen.

30 Nationen am Renntag

Am malerischen Reschensee und auf der anschließenden Abfahrt ins Vinschgau nahmen sie ordentlich Tempo auf. Doch nach rund 40 Kilometern war der erholsame Spaß schlagartig vorbei: In der Ortschaft Prad begann der 24 Kilometer lange Aufstieg zum Stilfser Joch. Die 48 Kehren hinauf zum höchsten Gebirgspass Italiens seien „wie eine Himmelsleiter ins Radlerglück“, sagte der Albersloher Jürgen Schmidt . Für weniger Trainierte dürfte es die schlimmste Schinderei gewesen sein, die der Giro bereithielt.

Ein endloses Kurven-Nirvana führte die grün-weiße Equipe auf die 2797 Meter hohe Passstraße am Joch. Während links und rechts der Straße die Schneefelder glitzerten, stöhnten und ächzten die Teilnehmer und quälten sich Seite an Seite, oder dicht an dicht hintereinander aufgereiht den Berg hoch. Häufig hatten die Radsportler Passagen zu überwinden, deren Steigungen im zweistelligen Prozentbereich lagen.

24 Kilometer Anstieg zum Pass

Nachdem die Pedaleure auf dem Gipfel bei der Verpflegung kurz Kraft gesammelt hatten, stürzten sie sich schon in die grandiose Abfahrt ins schweizerische Münstertal. Für die Teilnehmer der kürzeren, 120 Kilometer langen Strecke mit insgesamt 3000 Höhenmetern, ging es von dort aus zum „Endspurt“ über den Reschenpass. Die Fahrer der 168 Kilometer langen Strecke (3 300 Höhenmeter) mussten hingegen noch den Ofenpass erklimmen und nach einer Fahrt durchs Inntal den sechs Kilometer langen finalen Anstieg über die Norbertshöhe bewältigen.

Vor allen die fürchterliche Hitze machte allen Teilnehmern sehr zu schaffen. Das Thermometer kletterte in der Mittagszeit auf 39 Grad – jeder Tritt wurde zur Qual.

Am Ende kamen alle Albersloher ohne Sturz oder Kollaps erfolgreich ins Ziel. Hier und dort flossen Tränen – vor Erschöpfung und vor Glück.

Stake ist schnellster Albersloher

Monika Hummel, Gerd Mersmann, Olaf Spiegelberg, Jürgen Schmidt, Henrik Stake und Hubertus Gärtner absolvierten die Große Schleife. Die kürzere Route schafften Inge Fellinger, Kornelia Kimmeyer und Werner Sievers. Der Sieger, Stefan Kirchmair aus Österreich, benötigte für die lange Strecke fünf Stunden und eine Minute. Der beste Albersloher, Hendrik Stake, war nach 6:52 Stunden wieder im Ziel. Doch auch jene, die zehn Stunden und mehr benötigten, waren stolz auf das Geleistete.

Am nächsten Tag fuhr die Mehrzahl von ihnen dann noch in eine Pension in Vilpian bei Bozen, um hier die Radelwoche angemessen ausklingen zu lassen. Nach einer lockeren Ausfahrt auf dem flachen Etsch-Radweg wurden in den nächsten Tagen noch der Gampen- und der Mendelpass sowie via Meran die Hochebene des Salten befahren. Ein schönes Kontrastprogramm mit Abkühlung bot der Kalterer See. Derart erholt können nun weitere Berge und Anstiege kommen – nach dem Stilfser Joch sollte das für die GWA-Sportler ohnehin ein Klacks sein.

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