Volleyball: Frauen-Bezirksliga
Sendenhorsts neuer Damen-Trainer Dieter Theis: „Sehe mich selbst in der Pflicht“

Nachdem Stefan Schubert im Frühjahr bekannt gegeben hatte, seinen Posten bei der 1. Volleyball-Damenmannschaft der SG Sendenhorst zu räumen, war der Verein händeringend auf Trainersuche. Dieter Theis hat den Job im September übernommen – aus Überzeugung und Freude am Volleyball-Sport.

Donnerstag, 17.10.2019, 17:20 Uhr
Mr. Volleyball: Dieter Theis hat schon Mannschaften in allen relevanten Spielklassen trainiert, war im Präsidium des Deutschen Volleyballverbandes und hat im Mai noch eine Bronze-Medaille mit der U16-Mannschaft von Blau-Weiß Aasee gewonnen. Seit September trainiert er die 1. Damenmannschaft der SG Sendenhorst – ein Glücksfall für den Verein.
Mr. Volleyball: Dieter Theis hat schon Mannschaften in allen relevanten Spielklassen trainiert, war im Präsidium des Deutschen Volleyballverbandes und hat im Mai noch eine Bronze-Medaille mit der U16-Mannschaft von Blau-Weiß Aasee gewonnen. Seit September trainiert er die 1. Damenmannschaft der SG Sendenhorst – ein Glücksfall für den Verein. Foto: Dirk Vollenkemper

Eigentlich muss man diesen Mann nicht mehr vorstellen. Wer sich für den Volleyballsport interessiert, egal ob aus Westfalen oder aus anderen Bundesländern, der kennt auch Dieter Theis (69). Ob 1. oder 2. Bundesliga, ob Regional- oder Verbandsliga – der Volleyballfachmann war schon überall am Werk und hat seine Spuren hinterlassen. Einige Zweifler mögen es für einen Aprilscherz im September gehalten haben, als bekannt wurde, dass er in Sendenhorst ein Engagement in der Bezirksliga annimmt. Tatsächlich aber ist es wahr: Theis trainiert die 1. Damenmannschaft der SG Sendenhorst . Im Telefonat mit Redakteur Ulrich Schaper spricht er über seine Vergangenheit und die Beweggründe, die ihn in die Martinusstadt geführt haben.

Herr Theis, helfen Sie uns kurz auf die Sprünge, wie viele Mannschaften trainieren Sie derzeit?

Theis: Im Mai noch war ich bei BW Aasee Trainer von insgesamt fünf Mannschaften. Nachdem ich mit der weiblichen U16-Auswahl bei der Deutschen Meisterschaft in Friedrichshafen Bronze gewonnen hab, habe ich gemeinsam mit meiner Frau entschieden, kürzer zu treten. Vor einigen Jahren schon hab ich meine Ehrenämter (Theis war unter anderem Lehrwart beim DVV; d. Red) aus gesundheitlichen Gründen niedergelegt. Die Belastung war einfach zu hoch. Derzeit trainiere ich nur noch die Verbandsliga-Männer bei Blau-Weiß. Dadurch hatte ich etwas Zeit in meinem Terminkalender.

Aus Sicht der SG Sendenhorst eine glückliche Fügung, möchte man sagen...

Theis: Ich kannte die Mannschaft der SG ja, weil ich das Team Blau-Weiß Aasees in derselben Liga betreut hatte. Ich hatte Kontakt zu Schubi ( Stefan Schubert ; d. Red) und habe versucht, bei der Suche eines Nachfolgers zu helfen. Das ist mir nicht gelungen. Und sowas kann ich nicht gut haben. Da hab ich mich selbst in der Pflicht gesehen, das zu machen.

Das hießt, wie viele Stunden Volleyball pro Woche sind das noch?

Theis: In der Halle bin ich noch zwei mal zwei Stunden plus Spielbetreuung. Leider überschneidet sich das Training mit den Herren dienstags mit dem der Sendenhorster Damen. Da suchen wir derzeit noch nach einer Lösung. Kim Brechtenkamp hat sich bereit erklärt, das Training zu übernehmen. Wir sprechen uns vorher und hinterher zeitnah ab.

Sie haben beim USC Münster in der 1. Bundesliga im Trainerstab auf der Bank gesessen, haben bei den Männern Regionalliga gecoacht, sind bei der Universiade 2003 mit der Herren-Auswahl Fünfter geworden und sind mit dem TV Gladbeck nur knapp am Aufstieg ins Oberhaus gescheitert. Wie kommen Sie dazu, zurück an die Volleyball-Basis zu gehen?

Theis: Ich habe mich 40 Jahre lang in den höchsten Ligen Deutschlands aufgehalten. Heute habe ich in dieser Hinsicht keine Ambitionen mehr – ich muss nicht mehr in der 1. Bundesliga arbeiten. Ich glaube, was entscheidend ist: Egal, wo man ein Engagement übernimmt, man muss sich mit der Aufgabe identifizieren; ob das Bundesliga oder sonst wo ist. Die Bezirksliga ist eine sehr starke Liga. Das wird nicht einfach, sich da durchzusetzen.

Wie haben Sie Ihre ersten Wochen in Sendenhorst erlebt?

Theis: Ich habe von Schubi eine sehr patente Mannschaft übernommen. Ich hoffe, dass ich zu der Entwicklung der Spielerinnen etwas beitragen kann. Es brauchte etwas Überzeugung – speziell bei den jüngeren Spielerinnen – um ihnen klarzumachen, dass sie, um dorthin zu kommen, wo sie hinwollen, zweimal die Woche trainieren müssen. Ich bin gespannt, ob alle mitziehen.

Stimmt die Harmonie?

Theis: Ich glaube, ja. Wir sind im Moment noch in einem Findungsprozess. Die Mannschaft muss sich vom Schubert-Training auf das Theis-Training umstellen. Das ist gar nicht wertend gemeint, das ist mir wichtig. Es gibt einfach ein paar Unterschiede. Auch das finde ich sehr interessant zu beobachten, wie die Mannschaft damit umgeht. Ich glaube, wir brauchen noch ein bisschen. Noch ein oder zwei Spiele, dann werden wir uns zusammensetzen und über die Ziele sprechen. Ich bin ein Freund davon, wenn man sich erst einmal kleine Ziele steckt, etwa: Was wollen wir in den nächsten drei Begegnungen erreichen?

Sie arbeiten und leben Volleyball schon Jahrzehnte lang – was hat sich im Verlauf der Jahre verändert?

Theis: Ich glaube speziell im Frauen-Volleyball sind wir in den unteren Bereichen besser geworden. Wir haben dort immer qualifiziertere Trainer installiert. Dadurch verändert sich auch die Spielweise. Athletik, Technik, Tempo – das können viele Übungsleiter vermitteln und trainieren. Ich glaube aber, dass es heute mehr denn je darum geht, die Spielerinnen im Kopf besser zu machen. Die schnellstmögliche Verarbeitung von Informationen, darum geht es. Dann können die Spielerinnen schneller agieren und reagieren.

Sie werden im kommenden Jahr 70 Jahre alt – spüren Sie den Altersunterschied zu den jungen Spielerinnen?

Theis: Grundsätzlich macht mir der Umgang großen Spaß – die Arbeit mit den jungen Menschen hält mich jung.

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