Fußball: Kreisliga B
Heinsch schwankt beim SVD II zwischen Spielfeld und Spielfeldrand

Drensteinfurt -

Sie sind auf den Geschmack gekommen. Dominik Heinsch findet Gefallen an seiner Beförderung zum Cheftrainer der SVD-Reserve, kann sich diesen Job auch länger vorstellen. Was auch für die Vereinsführung gilt. Einen Termin für das erforderliche Gespräch zu finden, könnte aber schwierig werden.

Freitag, 15.11.2019, 16:34 Uhr
Spielfeld oder Seitenrand? – Dominik Heinsch ist noch in der persönlichen Entscheidungsphase, was seine künftige Rolle bei der SVD-Reserve anbelangt.
Spielfeld oder Seitenrand? – Dominik Heinsch ist noch in der persönlichen Entscheidungsphase, was seine künftige Rolle bei der SVD-Reserve anbelangt. Foto: Kleineidam

Die Temperaturen sinken, doch beim SV Drensteinfurt steigt das Stimmungsbarometer. Sorgten zuvor acht sieglose Begegnungen für frostige Stimmung beim Fußball-B-Ligisten, lieferten die letzten 180 Minuten Erwärmendes. Erst gab es ein torloses Remis beim SV Bösensell II, vor Wochenfrist dann ein 1:0 gegen den TuS Hiltrup II – immerhin Tabellenzweiter. Am Sonntag und bei GW Amelsbüren (15.30 Uhr) könnten die Frühlingsgefühle im Spätherbst andauern.

Vorausgegangen war ein Wechsel auf dem Trainerstuhl. Volker Rüsing hatte den im vierten Jahr bei der SVD-Zweiten geräumt, Dominik Heinsch (vorerst) Platz genommen. Zuvor hatte Rüsing an Einstellung und (Trainings-)Aufwand der Kicker appelliert, fand aber wohl kein Gehör. „Mitunter waren es nur sechs oder sieben Mann beim Training. Da macht es keinen Sinn“, zeigt auch Alexander Moos Verständnis und lässt nichts („Er ist ein Mann für eine erste Mannschaft“) auf Rüsing kommen. „Eine Mannschaft spielt nun mal nur so, wie sie trainiert“, bemühte der laut Satzung nicht als Sportlicher Leiter, sondern als Senioren-Obmann geführte Moos, eine Weisheit. Als Rüsing anbot, das Team noch bis zur Winterpause zu betreuen, winkte es ab. Was auch Moos verstand: „Inzwischen war eine Lawine losgetreten worden“.

Eine Mannschaft spielt nun mal nur so, wie sie trainiert.

Alexander Moos, Senioren-Obmann beim SV Drensteinfurt

Was am Ende zur Beförderung von Heinsch führte. Als spielender Co-Trainer gestartet, übernahm der 30-Jährige das Kommando. Wenn es nach der Vereinsführung geht, ist das mehr als eine Übergangslösung.

„Dominik ist Stewwerter, findet den Zugang zu den Spielern. Daher ist er auch der erste Ansprechpartner. Das ist ein Gebot der Fairness und mit der Mannschaft abgesprochen“, sagt Moos, der die Spieler mit ins Boot – und in die Verantwortung nimmt. Zunächst hatten sich beide Seiten bis zur Winterpause verständigt. „In der kommenden Woche werden wir besprechen, ob er weitermacht“, verrät Moos.

Was nicht einfach werden könnte, denn völlig überraschend musste sich Heinsch aufgrund einer rätselhaften Muskelentzündung am Donnerstag in stationäre Behandlung begeben. Was ihm immerhin Zeit beschert, sich Gedanken über seine fußballerische Zukunft zu machen. „Das nervt jetzt. Es hat gerade richtig Bock gemacht, die Jungs hören ja wohl auf mich“, gestand der langjährige Kapitän der Ersten am Freitag. Die Krux: das Traineramt macht ihm Spaß, die Spielerei aber auch noch. Darum holte er sich Rat bei Oliver Logermann. Der riet Heinsch, sich für eine Rolle zu entscheiden. Sollte er es aber doch als Spielertrainer versuchen, wäre ein starker „Co“ an der Seitenlinie eine Option – Sebastian Schrutek ein Kandidat, Jonas Rüsken ebenso.

Es hat gerade richtig Bock gemacht. Die Jungs hören auf mich.

SVD-Trainer Dominik Heinsch aus dem Krankenhaus

Druck hat der SVD aktuell nicht. In Sachen Abstieg ist die Mannschaft wohl außen vor, wie auch in Sachen Aufstieg. Dabei war der nach einem starken Endspurt und Platz fünf in der Vorsaison das Ziel. Auch die ersten vier siegreichen Spiele unterstrichen den berechtigten Anspruch. Dann kühlte die Betriebstemperatur der Elf ab. „Jetzt ist der Abstand zu groß. Das obere Mittelfeld sollte es aber noch sein“, blickt Moos Richtung Rückrunde.

Erfahrener Kader hat das Zeug zu mehr

Der Kader gibt und gab es her – und sogar mehr. Eine Reihe von Akteuren bringen Bezirksligaerfahrung mit. Beispielsweise Jan und Tim Wiebusch, Daniel Möllers sowie Tim und Nico Weichenhain oder eben auch Heinsch. Im Sommer schlossen sich mit Jan-Niklas Wiebusch und Sven Gröneweller die nächsten zwei Spieler an, die lange dafür gesorgt hatten, dass sich die erste Mannschaft fast ausschließlich aus Stewwerter Jungs zusammengesetzt hatte. Erfolgreich. Und vielleicht wiederholt sich Geschichte ja doch. Was auch Heinsch nicht ausschließt: „Wenn alle da sind und bleiben, haben wir eine Top-Truppe. Die gehört nach oben“. Und das dann auch mit dem Wunschtrainer. Der ist gedanklich mittendrin – und am Sonnt ag in Amelsbüren vor Ort. Wenn es die Ärzte erlauben.

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