Handball: Bezirksliga
Hunkemöller wechselt von Ahlen zurück zur SG Sendenhorst

Von der Landesliga in die dritte Liga – das schafft beileibe nicht jeder Handballer. Jens Hunkemöller hat diesen Schritt gewagt. Nach einer Saison bei der Ahlener SG ging der 25-Jährige dann studienbedingt ins Ausland. Nun ist er zurück – und spielt ab Januar wieder für die SG Sendenhorst.

Dienstag, 24.12.2019, 05:00 Uhr
Jens Hunkemöller hat das Kunststück fertig gebracht, von der Landes- in die 3. Liga zu wechseln. Nach seinem Auslandssemester entschied sich der 25-Jährige dafür, dass Handball nur noch ein Hobby sein soll.
Jens Hunkemöller hat das Kunststück fertig gebracht, von der Landes- in die 3. Liga zu wechseln. Nach seinem Auslandssemester entschied sich der 25-Jährige dafür, dass Handball nur noch ein Hobby sein soll. Foto: René Penno

Die Drittliga-Handballer der Ahlener SG überwintern auf Platz 15 der Tabelle. Im letzten Heimspiel des Jahres besuchte Jens Hunkemöller seine ehemaligen Weggefährten. So ganz ohne Handball geht es dann doch nicht. Das Abenteuer 3. Liga jedoch ist für den 25-Jährigen beendet. Im Frühjahr verabschiedete er sich studienbedingt für ein Semester nach Südafrika. Vergangene Woche nun kehrte er zurück – und kündigte an, künftig wieder das Trikot der SG Sendenhorst überstreifen zu wollen. Redakteur Ulrich Schaper sprach mit Hunkemöller über seine Zeit bei der ASG, die Entscheidung, dem professionellen Handball den Rücken zuzukehren und übers Surfen.

Herr Hunkemöller, man munkelt, dass Sie ab Januar wieder für die SG Sendenhorst auflaufen werden…

Jens Hunkemöller: Ja, das ist richtig. Ich habe in der vergangenen Woche sogar schon wieder mit den Jungs mittrainiert.

Das müssen Sie erklären. Ihr Wechsel nach Ahlen liegt ja noch nicht allzu lange zurück. Zudem haben Sie dort ja einige erfolgreiche Auftritte in der 3. Liga absolviert. Warum der Wechsel zurück nach Sendenhorst?

Hunkemöller: Ich habe mir in den vergangenen Monaten viele Gedanken dazu gemacht, wie es weitergehen könnte. Ich habe mich ja im Grunde schon mit dem Auslandssemester für den Beruf und gegen den professionellen Handball entschieden. Das Gefühl hat sich während meiner Zeit in Südafrika verstärkt. Ich möchte einfach nicht mehr so viel Zeit in den Handball investieren. In Ahlen haben wir vier Einheiten pro Woche trainiert. Dann kam noch das Spiel am Wochenende hinzu, wo wir oftmals einige Stunden An- und Abreise hatten. Irgendwas ist während dieser Zeit immer zu kurz gekommen und das wollte ich so nicht mehr. Ich möchte Handball gerne als Hobby weiterspielen.

Sie werden freudig zur Kenntnis genommen haben, dass Sie mit Thorsten Szymanski gleich wieder auf einen alten Bekannten aus Ahlen treffen werden…

Hunkemöller: Ja, das habe ich natürlich mitbekommen. Das hat natürlich auch eine Rolle gespielt. Ich kenne Thorsten gut. Ich habe ja schließlich die ersten Wochen nach meinem Wechsel im Verbandsliga-Team der Ahlener SG gespielt, das er damals noch trainiert hat. Zudem war er Co-Trainer der Drittliga-Mannschaft.

Der Sprung von der Landes- in die 3. Liga war groß. Trotzdem haben Sie diesen gemeistert. Wenn man einmal auf diesem Niveau gespielt hat – hätte es da neben Sendenhorst nicht auch andere Optionen gegeben?

Hunkemöller: Ja, natürlich. Ich hab mit der ASG auch gesprochen. Ich hätte dort auch in der zweiten Mannschaft in der Verbandsliga auflaufen können, da wäre ich mehr gefordert gewesen. Vor dem Hintergrund, dass ich meinen Fokus auf die berufliche Entwicklung lege möchte, hat mich das dann aber nicht überzeugt. Nach Sendenhorst habe ich einen kurzen Dienstweg, das passt räumlich einfach besser.

Abgesehen von Thorsten Szymanski werden Sie auf viele neue Gesichter treffen, von den ehemaligen Landesliga-Kollegen sind nicht mehr viele aktiv.

Hunkemöller: Das stimmt. Allerdings kenne ich ja die meisten noch aus den Relegations-Spielen, die wir damals zusammen bestritten haben.

Sie haben vergangene Woche erstmals mit der Mannschaft trainiert. Wie ist Ihr Eindruck vom Team? Erkennen Sie eine Entwicklung im Vergleich zu damals?

Hunkemöller: Das kann ich noch nicht beurteilen, dazu ist es noch zu früh. Damals hatte ich einen anderen Blick darauf. Im Vergleich zur Landesliga-Mannschaft ist es eine super junge Truppe mit einem Schnitt von Mitte 20. Für den Verein ist das toll, ich glaube, dass der Umbruch damit gelingen kann. Von den Ergebnissen her sieht man ja auch, dass es voran geht, die Mannschaft hat im Vergleich zur Vorsaison schon mehr Punkte bis zur Winterpause sammeln können.

Ihre Rolle wird da sicherlich schnell gefunden sein. Es ist ja anzunehmen, dass der Trainer einiges an Verantwortung auf Sie überträgt.

Hunkemöller: Ich komme ja nicht in die Mannschaft, um denen zu zeigen wie es geht. Aber klar, ich habe natürlich viel Erfahrung sammeln können. Ich schaue gerne, wo ich helfen kann und bringe mein Know-How ein. Für mich selbst ist der Leistungsdruck natürlich trotzdem ein anderer als in Ahlen – ich werde viel lockerer auflaufen können.

Was nehmen Sie aus Ihrer Zeit in Ahlen mit? Was wird Ihnen in Erinnerung bleiben?

Hunkemöller: Sportlich hat mich Ahlen natürlich enorm weitergebracht. Es ist ja eine eher untypische Situation, dass man als Landesliga-Spieler in die Dritte Liga wechselt…

… und dann beim Starteinsatz direkt acht Tore wirft…

Hunkemöller: Ja, das war natürlich ein besonderes Spiel für mich. Ich gucke mir ab und zu nochmal die Videos an. Ein Heimspiel vor fast 400 Zuschauern, dann kommst Du als junger Nachwuchsspieler in die Startformation und wirfst acht Hütten, das war schon eine riesige Erfahrung. Ansonsten habe ich nette Leute kennen gelernt. Ich habe mich mit den Jungs und mit Sascha (Bertow, Trainer der ASG; d.Red) sehr gut verstanden und werde auch weiter mit denen in Kontakt bleiben.

Südafrika ist bekannt für gutes Essen – wie ist es denn nach einem halben Jahr Sport-Pause um Ihr Fitness-Level bestellt?

Hunkemöller: Ich glaube, da muss sich niemand Gedanken machen. Wir hatten eine Unterkunft mit Fitness-Studio und ansonsten war ich die fünf Monate, die ich dort war, fast jeden Tag auf dem Wasser und habe Surfen gelernt. Das sieht einfacher aus, als es ist. Das hat mir tatsächlich alles abverlangt.

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