Fußball: Bezirksliga 7
Drensteinfurts Markus Fröchte: „Viel kann nicht besser werden“

Im Interview mit unserem Mitarbeiter Matthias Kleineidam spricht Drensteinfurts Markus Fröchte (24) über den bisherigen Saisonverlauf, die Chancen im Titelrennen, seine Leistungen, den Verrücktesten im Kader der Stewwerter, den Trainer und seinen Heimatverein Fortuna Walstedde.

Montag, 30.12.2019, 05:00 Uhr aktualisiert: 03.01.2020, 14:29 Uhr
Auf 13 Einsätze in der Bezirksliga kommt Markus Fröchte (am Ball) in dieser Saison. Seit 2010 trägt der 24-Jährige des Trikot des SV Drensteinfurt. Foto: Kleineidam
Auf 13 Einsätze in der Bezirksliga kommt Markus Fröchte (am Ball) in dieser Saison. Seit 2010 trägt der 24-Jährige des Trikot des SV Drensteinfurt. Foto: Kleineidam Foto: Kleineidam

Konstant gut – das sind die Leistungen, die Markus Fröchte zeigt, wenn er für den SV Drensteinfurt spielt. Zur Winterpause steht er mit seinem Team in der Bezirksliga 7 auf einem starken zweiten Platz, der erstmalige Aufstieg des SVD in die Landesliga könnte im Mai Realität werden.

Nach den Plätzen drei, fünf und drei in den vergangenen drei Saisons ist der SVD aktuell Tabellenzweiter. Wie fällt deine Zwischenbilanz aus?

Markus Fröchte: Grundsätzlich sehr positiv. Wir haben in der Vorsaison mit 66 Punkten einen neuen Bestwert für den SVD aufgestellt. Mit aktuell 40 Punkten aus 17 Spielen sind wir auf dem besten Wege, diese Marke nochmals zu übertreffen. Auch muss man festhalten, dass diese Punkte alles andere als glücklich zustande gekommen sind. Wir haben es fast über die gesamte bisherige Spielzeit geschafft, in allen Mannschaftsteilen zu überzeugen. Defensiv stellen wir zusammen mit Bockum-Hövel die beste Abwehr, spielerisch war es in weiten Teilen sehr ordentlich und die Torausbeute kann sich auch sehen lassen. Es lief also schon ziemlich gut, wenn da mit Bockum-Hövel nicht noch eine Mannschaft wäre, die noch einen Tick stabiler war.

Welches war euer bestes Spiel, welches würdest du am liebsten ganz schnell vergessen?

Fröchte: Aus einigen guten Spielen sticht sicherlich das 8:1 gegen den guten Bezirksligisten aus Lohauserholz heraus. Da haben wir einen Sahnetag erwischt und auch in der Höhe absolut verdient gewonnen. Extrem bitter war dagegen die Niederlage in Sönnern, die durch zwei Gegentore in der Nachspielzeit zustande kam. Diesen drei Punkten rennen wir jetzt noch hinterher.

Was muss nach der Winterpause besser werden?

Fröchte: Jetzt zu fordern, in der Rückrunde mindestens genauso viele Punkte zu holen, wäre ja mindestens schwierig bis fast schon vermessen angesichts der Qualität in der Liga. Ganz so viel kann also nicht besser werden. Teilweise müssen wir aber noch an unserer Konsequenz und Kaltschnäuzigkeit vor dem Tor arbeiten, um Spiele eher zuzumachen und dann beruhigter herunter spielen zu können. Auch haben wir uns zuletzt häufig auf lange Bälle verlassen. Spielerisch ist da unser Potenzial mit Sicherheit noch nicht ausgeschöpft.

Der Rückstand auf den Herbstmeister und nächsten Gegner SG Bockum-Hövel beträgt vier Punkte. Was ist für euch möglich im Kampf um den Aufstieg in die Landesliga?

Fröchte: Bockum-Hövel ist sehr stabil und grüßt völlig zu Recht vom Platz an der Sonne. Dennoch wird man auch dort nicht zuletzt dank Uli Hoeneß wissen, dass der Weihnachtsmann noch nie der Osterhase war. In diesem Spiel haben wir die Chance, den direkten Vergleich mit Bockum-Hövel nach der Hinrundenniederlage (0:2/Anmerkung der Redaktion) auszugleichen und uns so an sie heranzurobben. In der vergangenen Saison sind wir nämlich vor allem an den verlorenen Duellen gegen die absoluten Topteams der Liga gescheitert. Das sollten wir diese Saison verhindern, wozu ich uns aufgrund unserer Qualität durchaus in der Lage sehe. Dann ist auch der Aufstieg möglich.

Bei 13 der bislang absolvierten 17 Spiele warst du dabei. Wie ist die Saison für dich persönlich bislang gelaufen?

Fröchte: Nachdem ich im Sommer aus einer langwierigen Verletzungspause zurückgekehrt bin, brauchte ich wieder etwas Anlaufzeit. Im Laufe der Saison habe ich aber einige gute Spiele zeigen können, bevor ich durch eine Zerrung wieder etwas zurückgeworfen wurde. Wahrscheinlich habe ich schon bessere Serien gespielt, aufgrund der Umstände bin ich aber grundsätzlich einverstanden mit meinen Leistungen.

In der vergangenen Saison hattest du in 21 Partien zwei Mal getroffen, in dieser bist du noch nicht als Torschütze in Erscheinung getreten. Wird sich das nach der Winterpause ändern?

Fröchte: Die Frage hätte ich mir gerne erspart. Gerade in Freckenhorst (1:3-Niederlage) hätte ich treffen müssen, was mich jetzt noch wurmt. Ich bin aber ganz zuversichtlich, dass ich noch ein paar Möglichkeiten haben werde – insbesondere, wenn Oli (Trainer Oliver Logermann ; d. Red.) mich weiterhin im Mittelfeld aufstellt – und mir irgendwann mal ein Ball abrutscht und den Weg ins Tor findet.

Wie haben sich die Neuzugänge Maximilian Groß, Diogo Castro, Steffen Scharbaum, Dennis Hoeveler, Tim Bothen und Christoph Lübke integriert?

Fröchte: Ganz hervorragend. Sie sind alle charakterlich top und bereichern die Mannschaft nicht nur menschlich, sondern auch fußballerisch. Einige von ihnen sind auch auf dem Platz bereits zu Eckpfeilern der Mannschaft geworden, die anderen auf einem guten Weg dahin. Vuko (Senioren-Obmann Alexander Moos; d. Red.) hat da einen sehr guten Job gemacht.

Wer ist für dich der SVD-Spieler der Hinrunde?

Fröchte: Da dürfte schon allein wegen seiner überragenden Torquote (17 Treffer) kein Weg an Diogo vorbeiführen, der seinen Wert für die Mannschaft aber auch durch seine hohe Einsatzbereitschaft und die Fähigkeit, Bälle festzumachen, zeigt. Auch Chrissi Lübke ist ganz weit vorne mit dabei. Wie er als Leader insbesondere mit seiner Unüberwindbarkeit im Zweikampf vorangeht, ist beeindruckend.

Und wer ist der Verrückteste im Kader?

Fröchte: Vor ein paar Jahren hätte ich noch ohne zu zögern Issé Sander genannt. Als in einem ganz anderen Sinne verrückt würde ich Dennis Hoeveler bezeichnen. Er könnte – glaube ich – schon bei den Alten Herren spielen, läuft die Linie aber dennoch unermüdlich rauf und runter. Wenn ich mir Altherrenspiele anschaue, scheint mir das nicht ganz normal zu sein.

Meist sagen die Trainer öffentlich was über ihre Spieler. Welche Art Coach ist denn Oliver Logermann?

Fröchte: In erster Linie ein sehr guter und erfolgreicher. Er war ja schon als Spieler nicht gerade unbegabt, bringt also eine hohe Fußballkompetenz mit. Er ist taktisch breit aufgestellt und sich nicht zu schade, im Training beim Elf-gegen-null Abläufe einzustudieren. Wir stellen uns dann in unserer Anfangsformation auf und spielen Angriffe ohne Gegenspieler durch. Zudem ist Oli sehr kommunikativ und hat so einen guten Draht zu uns Spielern. Wir haben viel Spaß im Training und können glücklich sein, Trainer wie Oli und Marcel (Co-Trainer Marcel Bonnekoh) zu haben.

Warum hattest du dich damals für einen Wechsel zum SVD entschieden?

Fröchte: Wir hatten in Walstedde im älteren Juniorenbereich ein den wohl meisten Dorfvereinen, die sich noch nicht für Spielgemeinschaften geöffnet haben, bekanntes Problem: eine eher dünne Personaldecke. Dementsprechend waren wir auch nicht extrem erfolgreich. Ich wollte etwas verändern, und der Wechsel nach Drensteinfurt schien für mich – im Gegensatz zu vielleicht manch anderem Walstedder – nicht schon per se ausgeschlossen, sodass ich beim SVD gelandet bin.

Du wohnst in Walstedde, hast dort viele Jahre gespielt, und dein Vater Martin ist bei den Alten Herren aktiv. Dürfen sich die Fortunen Hoffnungen machen, dich bald wieder in ihrem Trikot zu sehen?

Fröchte: Obwohl ich bald wahrscheinlich länger beim SVD spiele als ich es bei der Fortuna getan habe, liegt mir noch sehr viel an dem Verein. Fakt ist aber auch, dass ich mich beim SVD sehr wohl fühle. Letztlich dürfte auch viel davon abhängen, wohin mich das Studium noch führt, auf dem die Priorität liegt. Sollte mein Vater noch ein paar Jahre durchhalten, werde ich aber spätestens in den Alten Herren wieder das Trikot der Fortuna überstreifen, um unsere gemeinsame Wunschvorstellung zu realisieren, einmal in derselben Mannschaft zu spielen.

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