Handball: 3. Liga Nord-West
Ahlener SG bleibt Drittligist: Planungssicherheit – aber auch viele Baustellen

Ahlen -

Der DHB hat den Saison-Abbruch beschlossen. Die Ahlener SG spielt auch künftig in der 3. Liga. Damit können nun die Planungen beginnen, doch der Verein steht gleich vor mehreren Herausforderungen. Schwer zu schaffen machen der ASG vor allem zwei Baustellen.

Dienstag, 21.04.2020, 16:14 Uhr aktualisiert: 22.04.2020, 15:44 Uhr
Die ASG bleibt in der 3. Liga. Auf Trainer Sascha Bertow (li.) und die Verantwortlichen wartet nun viel Arbeit.
Die ASG bleibt in der 3. Liga. Auf Trainer Sascha Bertow (li.) und die Verantwortlichen wartet nun viel Arbeit. Foto: René Penno

Der Deutsche Handball-Bund ( DHB ) hat aufgrund der Corona-Pandemie am Dienstag den Abbruch des laufenden Spielbetriebs in beiden Bundesligen, der Jugend-Bundesliga sowie der 3. Liga beschlossen.

Die Saison 2019/2020 wird zum Stichtag 12. März nach der Quotienten-Regelung gewertet. Dabei wird es keine sportlichen Absteiger geben. Die Ahlener SG kann damit für ein weiteres Jahr in der 3. Liga Nord-West planen. „Ich denke, dies ist der richtige Schritt, auch wenn der Verband mit dieser Regelung nicht jedem gerecht werden kann“, sagte ASG-Trainer Sascha Bertow .

Vertragsgespräche werden forciert

So paradox es klingen mag: Obwohl die ASG nun Planungssicherheit hat, hat sie auch mit Ungewissheit auf breiter Front zu kämpfen. Etliche Baustellen tun sich auf, die vielfach miteinander zusammenhängen.

  • Kaderplanung:
  • Allen voran beim Personal. Aufgrund der Coronakrise sind die Vertragsgespräche ins Stocken geraten. Die Kontrakte von sechs Spielern enden im Juni. Die Geschäftsführer Andreas Bartscher und Klaus Jäger wollen nun mit Hochdruck die entscheidenden Gespräche führen. Fest steht, dass Philipp Dommermuth (SG Schalksmühle-Halver) und Mattes Rogowski (Karriereende) den Verein verlassen. Gefahndet wird nach einem Kreisläufer und einem Halblinken. Mit zwei Kandidaten soll bereits eine Einigung erzielt worden sein. Geholt werden soll auch noch ein Mittelmann. „Wir müssen schnellstens eine Mannschaft zusammenstellen, die drittligareif ist“, drückt Trainer Bertow auf die Tube. Die Kaderzusammenstellung wiederum hängt maßgeblich von den zur Verfügung stehenden finanziellen Mitteln ab.

Hohe finanzielle Einbußen

  • Finanzen:
  • Die ausgefallenen Heimspiele und auch ausbleibenden Sponsorengelder haben bei der Ahlener zu „hohen finanziellen Einbußen“ (Bertow) geführt. Die hat der Verein zumindest teilweise durch einen erheblichen Gehaltsverzicht der Drittliga-Mannschaft kompensiert. Welchen Etat die ASG jedoch für die neue Serie zur Verfügung hat, kann aktuell niemand verlässlich beantworten, da auch die Wirtschaft die Folgen kaum abschätzen kann. Unternehmen und Gönner, die den Drittligisten bislang unterstützt haben, könnten ihr Engagement beenden oder den Umfang zumindest erheblich reduzieren.
  • Starttermin: Da niemand gegenwärtig die Dynamik der Pandemie vorhersagen kann, ist es auch kaum möglich abzuschätzen, wann die neue Saison beginnen wird. Am üblichen Termin im September bestehen zumindest erhebliche Zweifel. „Diesen Sommer wird vermutlich alles etwas anders laufen. Ich habe zwei Vorbereitungspläne mit unterschiedlichen Startzeitpunkten erstellt“, versucht Sascha Bertow für alle Eventualitäten gerüstet zu sein. Bis Ende Mai müssen sich seine Spieler individuell fit halten. Sie trainieren fünfmal die Woche – dreimal gibt es eine Laufeinheit, zweimal Kraftübungen.
  • Neue Saison:
  • Durch die Tatsache, dass es in dieser Saison keine Absteiger gibt, erhöht sich die Mannschaftszahl 2020/21 insgesamt in allen Staffeln von 64 auf 72 Teams. Damit dürfte eine XXL-Spielzeit auf die Ahlener SG zukommen. Etwas Positives hätte das: Mehr Heimspiele bedeuten auch mehr Einnahmen.
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