Handball-Bezirksliga: SG Sendenhorst empfängt HSG PB Münster zum Saisonauftakt
„Leere Ränge mag niemand“

Sendenhorst -

An diesem Wochenende also sollen die Handball-Ligen ihren geordneten Spielbetrieb aufnehmen. Mit ausgetüftelten Hygienekonzepten begegnen die Vereine der angespannten Corona-Lage – auf Geisterspiele wird vorerst verzichtet. Die Verantwortlichen schwanken zwischen Vorfreude und Skepsis. Redakteur Ulrich Schaper sprach mit Thorsten Szymanski, dem Trainer der Bezirksliga-Handballer der SG Sendenhorst.

Samstag, 03.10.2020, 14:10 Uhr
SG-Trainer Thorsten Szymanski blickt mit einer Mischung aus Vorfreude und Skepsis auf den Saisonstart.
SG-Trainer Thorsten Szymanski blickt mit einer Mischung aus Vorfreude und Skepsis auf den Saisonstart. Foto: Ulrich Schaper

Die SG startet heute mit einem Heimspiel gegen die HSG PB Münster (19.15 Uhr). Im Interview spricht der Übungsleiter über den ungewöhnlichen Trainingsalltag, die Sorge über ansteigende Infektionszahlen und, ja, auch über die sportlichen Ambitionen der SG Sendenhorst .

 

Herr Szymanski , was überwiegt: Die Vorfreude, dass nun endlich wieder Handball gespielt werden darf, oder die Sorge, dass es ähnlich chaotische Zustände wie im Fußballbetrieb geben könnte?

Thorsten Szymanski: Ich bin zwiegespalten. Natürlich, wir alle freuen uns, dass es losgeht. Aber ja, angesichts der steigenden Infektionszahlen bin ich auch skeptisch. Vielleicht würde es Sinn machen, den Saisonstart nach hinten zu verschieben? Ich weiß es nicht, wir werden in den nächsten Wochen sehen, wie alles funktioniert.

Die SG Sendenhorst ist vor heimischem Publikum in den vergangenen Jahren immer ein bisschen stärker gewesen als auswärts – sind Sie froh, dass Zuschauer zugelassen sind?

Szymanski: Es macht natürlich viel mehr Spaß, wenn die Halle voll ist. Niemand mag vor leeren Rängen spielen. Ich glaube aber, dass wir auch diesbezüglich schauen müssen, wie sich die Lage entwickelt, wie sich die Zuschauer in der Halle bewegen und wie wir unser Hygienekonzept bestmöglich umsetzen. Ich fände es unglaublich schade, unter Ausschluss der Öffentlichkeit spielen zu müssen.

Wie zufrieden sind Sie mit der Vorbereitung?

Szymanski: Ich bin ja normalerweise ein Freund einer kurzen und sehr intensiven Vorbereitung. Maximal sechs Wochen. Jetzt haben wir natürlich schon früher begonnen, habe viele Einheiten unter freiem Himmel gemacht und dann noch mal für ein paar Wochen pausiert. Irgendwann mussten wir dann aber in die Halle – sonst hätten wir einen Wettbewerbsnachteil gehabt.

Apropos Wettbewerb – der Verband hat die Bezirksliga in zwei Staffeln eingeteilt: Eine gute Entscheidung? Wie schätzen Sie Ihre Gruppe ein?

Szymanski: Mit Blick auf mögliche Spielausfälle und Nachholspiele muss man sagen: ja, eine gute Entscheidung. Die kleinere Staffel bedeutet aber auch, dass man in jedem einzelnen Spiel etwas mehr unter Druck steht. Man nimmt die Punkte ja auch in die anschließende Meisterrunde mit – und da zählt jeder einzelne Punkt.

Wie hat sich die Mannschaft im Vergleich zur Vorsaison entwickelt?

Szymanski: Wir haben mit Moritz und Lucca (Moritz Schertl und Lucca Antoni; d.Red.) zwei starke Neuzugänge bekommen, die mitbringen, was uns im vergangenen Jahr gefehlt hat: Wurfgewalt. Leider hat sich Moritz im abschließenden Trainingslager verletzt und muss zum Saisonstart pausieren. Auch auf der Torhüterposition haben wir noch etwas Probleme. Insgesamt glaube ich, sind wir individuell und als Team besser aufgestellt.

Nachdem Ihre Premierensaison durch Corona ein rüdes Ende genommen hat – was wünschen Sie sich denn für die Saison 2020/2021?

Szymanski: Ich glaube, dass wir alle gemeinsam viel gelernt haben, dass Automatismen besser greifen, dass wir bessere Entscheidungen treffen – wir sind wirklich auf einem guten Weg. Das zu beobachten, darauf freue ich mich sehr.

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7614884?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F3661143%2F94%2F57555%2F
Nachrichten-Ticker