Fußball: Landesliga
SV Drensteinfurt im Sog der Ereignisse

Drensteinfurt -

Die 0:3-Niederlage nach dem Re-Start gegen den SV Herbern gerät zur Nebensache. Noch immer dominieren im Drensteinfurter Erlfeld die Entwicklungen rund um die Corona-Pandemie.

Sonntag, 11.10.2020, 21:26 Uhr
Ja, im Drensteinfurter Erlfeld wird wieder Fußball gespielt. Leider aber ist es nur noch ein Thema am Rande dessen, was den Landesligisten derzeit umtreibt.
Ja, im Drensteinfurter Erlfeld wird wieder Fußball gespielt. Leider aber ist es nur noch ein Thema am Rande dessen, was den Landesligisten derzeit umtreibt. Foto: Ulrich Schaper

Im fortgeschrittenen Trainerleben von SVD-Coach Oliver Logermann ist derzeit nichts so, wie es einmal war – oder wie es eigentlich sein sollte. Nachdem seine Elf eine mehrwöchige Spielpause hinter sich hat, unterlag sie im Heimspiel dem SV Herbern mit 0:3 (0:1). Natürlich verliert Logermann nicht gerne. Richtig aufregen aber musste er sich über die Randerscheinungen, die diesen zweiten kleinen Saisonauftakt begleiteten. „Ich habe direkt morgens 40 Minuten mit unserem Coronabeauftragten gesprochen, um mich auf den neuesten Stand zu bringen, was wir alles einzuhalten haben“, sagte der Coach. Seitdem die Fallzahlen in Drensteinfurt weiter ansteigen und nach den Erlebnissen der zurückliegenden Wochen gelten im Erlfeld verschärfte Regeln. Ein Beispiel? Maximal zehn Spieler dürfen in die Kabine – das heißt, dass Logermann seine Taktikbesprechung nur noch mit seiner ersten Elf abhalten konnte. Kurze Zeit nach dem Telefonat meldete sich ein Spieler – der für die Startformation vorgesehen war – und teilte dem Übungsleiter mit, dass er Kontakt zu einer positiv getesteten Person hatte und daher nicht kommen könne.

Das Bild des wohlsortierten Ensembles, das mit so viel Vorfreude in die Landesliga-Spielzeit gestartet war, es verschwimmt zusehends. Im Grunde hat der SVD-Trainer nur noch einen vagen Überblick, wen er wann einplanen darf, wie und wo gespielt wird: Logermann wickelt derzeit ein Corona-Thema nach dem anderen ab, und er geht davon aus, dass damit noch lange nicht Schluss sein wird. „Ich spreche derzeit eigentlich gar nicht mehr über Fußball. Ich lasse mich wirklich nicht schnell von irgendwas unterkriegen – aber so macht es keinen Spaß.“ Die Themen drumherum seien einfach zu groß.

Dass seine Mannschaft gegen Herbern „chancenlos war“, war für den SVD-Coach keine Überraschung. „Das ist eine richtig gute Mannschaft, die voll im Saft steht. Wir haben hingegen seit drei Wochen nicht richtig trainiert. Da kämpfen wir einen Kampf mit ungleichen Waffen“, sagt Logermann, der sogar laut über einen Saisonabbruch nachdenkt. „Ich glaube, dass man einen Schnitt machen sollte – und ich bin nicht der einzige, der das so sieht.“ Der Fußballsport mache derzeit keine Freude. „Wenn sich die Lage ändert, können wir ja gerne weiterspielen – ich sehe aber momentan keine Anzeichen dafür, dass sich die Situation verbessert“, sagt der SVD-Trainer.

Drensteinfurt: Scharbaum – Ziegner, Popil (77. Steinert), Niehues (71. Diepenbrock), Fröchte, Bußmann, Groß (46. Lambert), Castro, Lübke, Northoff (46. Vieira Carreira), A. Schulze-Geisthövel. Tore: 0:1 Sobbe (12.), 0:2 Trapp (55.), 0:3 Trapp (73.).

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7627658?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F3661143%2F94%2F57555%2F
Nachrichten-Ticker