Tischtennis: WTTV unterbricht Spielbetrieb
Fortsetzung folgt erst im Januar

Sendenhorst/Kreis Warendorf -

In diesem Jahr läuft nichts mehr. Wegen der Entwicklung der Corona-Fallzahlen hat der Westdeutsche Tischtennis-Verband beschlossen, dass der Spielbetrieb in allen Ligen und Altersklassen unter dem Dach des WTTV bis zum 31. Dezember unterbrochen wird. Die Saison soll im Januar fortgesetzt werden.

Mittwoch, 28.10.2020, 17:35 Uhr aktualisiert: 28.10.2020, 17:51 Uhr
Martin Tombrink und die Tischtennisspieler der SG Sendenhorst werden bis Ende des Jahres kein Spiel mehr bestreiten dürfen.
Martin Tombrink und die Tischtennisspieler der SG Sendenhorst werden bis Ende des Jahres kein Spiel mehr bestreiten dürfen. Foto: Lars Gummich

 

Die in der Vorrunde noch nicht ausgetragenen Matches werden gestrichen, die anderen gezählt. Anfang 2021 geht es weiter mit den Partien der Rückrunde – aber nur mit denen, die in der Hinserie nicht mehr bestritten wurden. Alle Mannschaften treffen demnach einmal aufeinander. Die Saison 2020/21 wird also als einfache Runde ausgespielt – mit Auf- und Absteigern.

„Zugegeben, ich war etwas überrascht, wie hart der WTTV in diesem Fall durchgegriffen hat. Ich halte die Entscheidung für mutig – aber auch für absolut richtig“, sagt Matthias Abke , Mannschaftsführer der Sendenhorster Tischtennis-Herren. Er habe Rücksprache mit seinem Bruder Peter – Spitzenspieler bei der SG – gehalten, beide waren sich einig, dass die Lust auf Sport unter den derzeitigen Umständen schwinde. „Es ist allerdings bemerkenswert, dass ausgerechnet im Tischtennis eine solche Entscheidung gefällt wird, wo wir ja keinen Kontaktsport betreiben“, sagt Abke, dem nicht entgangen ist, wie die anderen Sportverbände in dieser Causa „rumeiern“.

Mutige aber absolut richtige Entscheidung

Man werde bei der SG, solange es noch möglich ist – und natürlich ohne Verpflichtung – weiter gemeinsam trainieren. „Ob die Sporthallen aber geöffnet bleiben, ist ja die nächste Frage“, sagt Abke, der noch einmal betont, wie sehr er die Verbandsentscheidung begrüßt. „Jetzt haben wir endlich Gewissheit und Planungssicherheit. Man muss das mal auf den Punkt bringen: Wir sind in der Kreisliga sicher nicht systemrelevant.“

Ähnlich sieht das auch Markus Redbrake, Tischtennisabteilungsleiter beim BSV Ostbevern: „Die Entscheidung, die Saison zu unterbrechen, war zum jetzigen Zeitpunkt nicht unbedingt zu erwarten, kommt aber auch nicht ganz überraschend. Ich habe den Eindruck, dass der Verband bei diesem Thema sehr umsichtig handelt und die Gesundheit aller in der Vordergrund stellt. Es war absehbar, dass bei steigenden Infektionszahlen von Verbandsseite aus gehandelt wird.“

Wir haben das mit viel Arbeit in Schwung gebracht. Ich hoffe nicht, dass sich die Jugendlichen jetzt nach anderen Sportarten umschauen.

Thomas Gremm, SV Rinkerode

Auch Thomas Gremm, Tischtennis-Abteilungsleiter beim SV Rinkerode trägt die Entscheidung des Verbandes. „Wie verhalten wir uns bei Fahrten bei Auswärtsspielen? Wie sieht es in den anderen Hallen aus? – Es herrschte schon eine gewisse Verunsicherung. Dass der Verband jetzt Klarheit geschaffen hat, ist absolut richtig.“ Das Training wolle man beim SVR – solange es geht – weiterführen. „Bei den eigenen Mitgliedern hat man das ja noch einigermaßen im Blick. Aber klar, wenn die Sporthallen geschlossen würden, dann müssen wir auch damit aussetzen“, sagt Gremm, der befürchtet, die mühsam aufgebaute Jugendabteilung könne auseinanderbrechen. „Wir haben das mit viel Arbeit in Schwung gebracht. Ich hoffe nicht, dass sich die Jugendlichen jetzt nach anderen Sportarten umschauen. Für uns Ältere ist das nicht schlimm, wenn mal nicht gespielt wird. Den Jugendlichen fehlt das aber schon sehr.

Wir sind überrascht.

Christian Stöckl

„Wir sind schon überrascht“, sagt Christian Stöckl , Abteilungsleiter der SG Telgte. „Die Zahlen sind sehr hoch, und viele Hebel gibt es nicht, das Infektionsgeschehen einzudämmen.“ Dass Tischtennis nicht die obere Priorität habe, sei verständlich. Stöckl findet aber auch: „Es ist nicht verhältnismäßig, wenn andere Sportarten weiterlaufen wie bisher.“ Im Tischtennis werden im WTTV-Amateurbereich in dieser Saison nur Einzel gespielt, keine Doppel. Tischtennis gilt daher nicht als Kontaktsportart.

Man hätte zumindest versuchen können, alle Spiele der Hin- und Rückrunde auszutragen.

Christian Stöckl

Stöckl versteht nicht, warum der Verband jetzt schon diesen Modus festgelegt hat. „Es wäre ja bis zum Sommer Zeit, die Saison über den April hinaus zu verlängern. Man hätte zumindest versuchen können, alle Spiele der Hin- und Rückrunde auszutragen. Eine Absage der Saison wäre kurzfristig immer noch möglich gewesen.“ So blieben den meisten Teams nur noch wenige Spiele.

Als Beispiel nennt Stöckl seine Mannschaft. Die SG Telgte III hat in der 1. Kreisklasse schon sechs Partien absolviert. „Wir haben also nur noch vier Spiele in der Rückrunde, dann ist die Saison vorbei. Das ist ein bisschen krass.“

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