Handball: Jugendkonzept der HSG Bever-Ems
Alles, was ein Verein im Idealfall leisten kann

Westbevern/Ostbevern -

Die HSG Bever-Ems hat ein Jugendkonzept erarbeitet – nicht nur einige Leitlinien und Verhaltensregeln, sondern ein umfassendes Programm. Es listet alles das auf, was ein Sportverein im Idealfall leisten kann.

Freitag, 26.03.2021, 05:38 Uhr aktualisiert: 26.03.2021, 05:40 Uhr
Das Jugendkonzept der HSG Bever-Ems geht weit über den Trainings- und Spielbetrieb hinaus.
Das Jugendkonzept der HSG Bever-Ems geht weit über den Trainings- und Spielbetrieb hinaus. Foto: IMAGO/Deutzmann

Da hat Florian Diederich natürlich Recht. „So eine Bleiwüste allein verändert ja noch nicht das Vereinsleben“, sagt der Jugendleiter der HSG Bever-Ems über das Jugendkonzept, das die Handballspielgemeinschaft aus Ostbevern und Westbevern gerade veröffentlicht hat. Aber: Diese zehn eng beschriebenen DIN A4-Seiten – ohne Fotos – dürften das Clubleben nachhaltig festigen. Das Programm bietet in dieser Ausführlichkeit deutlich mehr als eine „Orientierung für Spielerinnen und Spieler, Trainerinnen und Trainer sowie Eltern“, wie es unter anderem in dem einleitenden Teil heißt. Es listet nicht weniger als alles das auf, was ein Sportverein im Idealfall leisten kann.

2017 wurde die HSG aus den Vereinen SV Ems Westbevern und BSV Ostbevern gegründet. „Anfangs hatten wir eine hohe Fluktuation an Trainern, Spielern und Verantwortlichen“, sagt Diederich. „Dann ist die HSG schnell und gut gewachsen. Dafür wollten wir uns jetzt einen Rahmen setzen, in dem wir uns bewegen.“

Alle Jugendtrainer beteiligt

Diederich und Stefan Leuer haben das Projekt angestoßen, an der Ausarbeitung haben sich alle HSG-Jugendtrainer beteiligt. Wer das Ergebnis sieht, wundert sich nicht, dass die Gruppe von Ende Oktober bis in den März hinein daran gearbeitet hat.

Leitlinien, Grundsätze, Verhaltensregeln – die geben sich viele Clubs. Meist aber in eher übersichtlicher Form, oft in Schlagworten. Das Jugendkonzept der eher kleinen HSG mit aktuell acht Nachwuchsteams von den Minis bis zur B-Jugend spart kaum einen noch so kleinen Aspekt in der Vereinsarbeit aus. „Zum Teil sind auch Dinge dabei, die eigentlich selbstverständlich sein sollten, aber sicherlich nicht in jedem Verein praktiziert werden“, so der Jugendleiter.

Das Konzept gliedert sich in diese Rubriken: Leitsätze, Ziele, Trainingsinhalte und sportliche Zielsetzungen sowie soziale Aufgaben.

Engagement der Eltern

Der sportliche Teil richtet sich nicht nur an Trainer und Spieler, sondern auch an die Eltern. „Wir versuchen möglichst transparent zu erklären, wie wir das Training mit Kindern und Jugendlichen gestalten und warum genau so“, erläutert Diederich. Das Engagement der Mütter und Väter sei schon groß, „aber vielen Eltern fehlt bislang noch der Zugang zu dieser Sportart“.

Erklärt werden detaillierte Trainingsgrundlagen in den verschiedenen Altersklassen, die über das Rahmentrainingskonzept des Deutschen Handball-Bundes hinausgehen. Angesprochen werden unter anderem aber auch digitale Möglichkeiten, Fortbildungsangebote für Trainer und Schiedsrichter, Präventivmaßnahmen, Kooperationen und der Umgang mit anderen Vereinen, allgemeine Verhaltensregeln, Grundsätze für Turniere und Mannschaftsfahrten.

Wenn die Emotionen mal überschäumen

Der Punkt soziale Aufgaben sei auch als „Selbstbild“ gedacht. „Das ist nichts mega Besonderes, aber es ist gut, wenn man das mal zu Papier bringt und sich das auch selbst immer wieder vor Augen führt“, sagt Diederich, der am Spielfeldrand, im Eifer des Gefechts, selbst mal zum Heißsporn werden kann. Dieser Teil des Konzepts sei auch als „Korrektiv“ für Trainer, Spieler und Eltern gedacht, wenn die Emotionen mal drohen überzuschäumen.

Bleibt die Frage, wie das Jugendkonzept mit Leben gefüllt wird. Muss demnächst jeder Trainer und Spieler der HSG Bever-Ems den Inhalt herunterrasseln können? „Nee“, sagt Florian Diederich. „Erst mal haben wir jetzt ein solches Konzept und haben es öffentlich gemacht.“ Er hofft auf einen regen Austausch. „Es ist als offenes Konzept gedacht, das jederzeit ergänzt und verändert werden kann.“

Online-Training

Nach „einigen Geburts-Schwierigkeiten“, so Jugendleiter Florian Diederich, bietet die HSG Bever-Ems inzwischen ein Online-Training mit Mouhcine Moudden vom Fitnessstudio „Bever Fit“ aus Ostbevern an. Jeweils einmal wöchentlich schwitzt der U 16- und der U 12-Nachwuchs vor den PCs und Tablets. „Die Übungen sind handballspezifisch und bauen aufeinander auf“, erklärt Diederich. „Die Anforderungen steigen. Mouhcine macht das ganz hervorragend.“ Die virtuellen Einheiten sollen so lange fortgesetzt werden, wie es der Lockdown nötig mache und es von den beiden Stammvereinen bezahlt werde. Auch nach dem Lockdown kann sich Diederich eine Kooperation mit dem „Bever Fit“ gut vorstellen.

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