„Uns fehlt die Konstanz“
Trainer Uwe Wallenhorst äußert sich zu den Formschwankungen der VCB-Volleyballer

Tecklenburger Land -

In der 2. Volleyball-Bundesliga hat sich der VCB Tecklenburger Land mittlerweile zu einer festen Größe entwickelt. In dieser Saison scheinen die „Tebus“ aber weniger stabil zu sein als in den Vorjahren. Trainer Uwe Wallenhorst nennt im Gespräch mit Sportredakteur Henning Meyer Gründe.

Mittwoch, 14.12.2011, 14:12 Uhr

Herr Wallenhorst , mal top, mal Flop – was ist in dieser Saison mit Ihrer Mannschaft los?

Uwe Wallenhorst: Gegen vermeintlich starke Mannschaften sind wir besonders motiviert, gegen vermeintlich schwächere schalten wir von vornherein einen Gang zurück. Das ist jetzt schon zwei Mal nach hinten losgegangen. Uns fehlt da die Konstanz. Hauptgrund ist für mich, dass tabellarisch nach oben und unten fast nichts geht. Das ist unglücklich.

Was ist der Maßstab der Leistungsfähigkeit – das Spiel gegen die Titans aus Wuppertal oder gegen die Landbauer aus Schöneiche ?

Wallenhorst: Was möglich ist, hat die Mannschaft gegen die Titans oder Solingen gezeigt, dass es auch anders geht, gegen Schöneiche. Hätten wir von Anfang an eine andere Emotion an den Tag gelegt, hätten wir gewonnen, und die Tabelle sähe anders aus.

Sie beklagten nach dem Spiel gegen Berlin, dass es ihrem Team phasenweise egal gewesen sei, ob es gewinnt – ist Ihre Mannschaft zu satt?

Wallenhorst: Die Jungs kennen sich lange. Man weiß halt, was man kann. Das spielt da auch mit rein. Von daher: Ja. Vielleicht haben wir bei der Setzung des Saisonziels auch falsch agiert. Es wäre besser gewesen, ein konkretes Ziel zu nennen, zum Beispiel Top 3 und oben angreifen. Jeder will ja zeigen, dass er es besser kann. In der 1. Liga war noch keiner.

Man gewinnt bei den Heimspielen auch den Eindruck, als sei die Halle schon mal voller gewesen – ist Zweitliga-Volleyball in Laggenbeck nichts Besonderes mehr?

Wallenhorst: Wir müssen uns vielleicht im Vorfeld in der Planung der Termine mehr Gedanken machen, welcher Tag am besten ist.

Gegen Schöneiche war die Halle aber voll, leider mit dem falschen Ergebnis. Auf allen Auswärtsfahrten haben Sie auch Fans dabei. Das hat sonst kein anderer Verein. Die Stamm- oder Startformation des VCB spielt im Prinzip seit Jahren zusammen – wie wichtig wäre für den Teamkern mal eine externe Blutauffrischung, oder kann das auch aus den eigenen Reihen geschehen?

Wallenhorst: Wo es herkommt, ist sekundär. Ich habe Philip Schumacher mitgebracht, wir haben Freddy Frehe und Jannik Graw hochgezogen, es ist ja frisches Blut da, und es kommt ja auch noch was nach.David Seybering fasst zum Beispiel auch gerade Fuß in der 1. Mannschaft. Ich hätte aber nicht gedacht, dass es so schwierig sein würde, externe Neuzugänge zu bekommen. Das hatte ich mir einfacher vorgestellt. Wir müssen uns die Frage stellen, ob wir Beachvolleyballer holen, die uns dann aber auch nicht immer zur Verfügung stehen und denen wir erlauben müssen, auch in der Saison mal in die Beachhalle zu gehen. Wir müssen bei unterklassigen Vereinen nach Spielern suchen, die wir dann perspektivisch beim VCB aufbauen.

Wie zufrieden sind Sie denn mit dem Personalbestand?

Wallenhorst: Ich hätte gerne ein, zwei Spieler mehr gehabt, aber dieser Wunsch ist mir nicht erfüllt worden. Wir sind aber für die Rückrunde gut besetzt.

Sie sind jetzt auch schon eine geraume Zeit beim VCB – was gefällt Ihnen hier eigentlich am besten?

Wallenhorst: Dass das Team solange zusammen ist und dann natürlich das familiäre Umfeld. Es gibt zum Beispiel Eltern, die uns auf Auswärtsfahrten versorgen. Es macht viel Freude hier.

Und was am wenigsten?

Wallenhorst: Ich kämpfe immer noch mit Timo Steinigeweg und Karlo Keller um eine Verbesserung, was die Trainingszeiten anbelangt. Wir arbeiten dran, aber wir kommen nicht weiter.

Können Sie eigentlich immer noch Karlo Kellers Fußstapfen erkennen, schließlich ist der VCB ja gewissermaßen sein Baby?

Wallenhorst: Eindeutig ja, es wäre ja auch schlimm, wenn nicht. Und sie sind auch noch riesengroß. Sportlich kann man aber den Volleyball nicht neu erfinden, die Mannschaft trägt trotzdem meine Handschrift. Es ist eine Entwicklung zu sehen.

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