Faschers Schlussstrich
Coach beendet seine Vertragsgespräche / Präsident de Angelis überrascht / Kühne: „Einige sind geschockt“

Münster -

Preußen-Trainer Marc Fascher hat den Schlussstrich gezogen: „Nach langen Überlegungen habe ich eine Entscheidung getroffen. Ich werde Preußen Münster in der nächsten Saison als Trainer nicht zur Verfügung stehen. Das habe ich dem Präsidenten am Mittwochabend mitgeteilt und am Donnerstag die Mannschaft nach dem Training informiert. Sorry, mehr kann ich dazu nicht sagen.“ Der 43 Jahre alte Fußballlehrer, gebürtiger Hamburger und seit dem 21. März 2010 beim SCP als Chef-Coach im Einsatz, wird also im Sommer gehen. Und, so Fascher weiter: „Ich habe noch keinen neuen Verein. Selbstverständlich habe ich ein sportliches Ziel vor Augen und werde bis zum bitteren Ende kämpfen. Ich will in Münster einen schönen Abschied hinkriegen.“

Donnerstag, 12.01.2012, 17:01 Uhr

Faschers Schlussstrich : Coach beendet seine Vertragsgespräche / Präsident de Angelis überrascht / Kühne: „Einige sind geschockt“
Wird spätestens im Sommer seine Zelte in Münster abbrechen: Trainer Marc Fascher Foto: Jürgen Peperhowe

Seine Beweggründe, den möglicherweise ausschlaggebenden Moment, nannte er nicht. Die Länge eines Fußballspiels dauerte die Unterredung mit Club-Chef Dr. Marco de Angelis. „Ja, natürlich bin ich überrascht gewesen. Wir haben uns schon zuvor häufig offen ausgetauscht. Mit der Entwicklung waren wir nicht zufrieden, unsere Erwartung war nun eine sportliche Kehrtwendung. Auch dafür haben wir Marc Fascher gerade zwei Wunschspieler geholt“, sagte der Wirtschaftsjurist. Dennis Grote und Fabian Hergesell unterschrieben am Donnerstag Verträge beim SCP bis zum 30. Juni 2013. Mit Stephan Küsters wurde zeitgleich ein Team-Koordinator vorgestellt. Fascher begrüßte die Installation des ehemaligen Preußen-Kapitäns: „Er ist von allem etwas, Scout, Trainingsbeobachter und Experte. Zusammen mit Co-Trainer Ingo Schlösser sehen sechs Augen einfach mehr.“

Innerhalb der Mannschaft sorgte Faschers Ankündigung für Erstaunen. „Alle waren sehr überrascht, einige richtig geschockt. Das müssen wir akzeptieren und als Profis unsere Leistung bringen“, erklärte Kapitän Stefan Kühne. Und Innenverteidiger Patrick Kirsch antwortete auf die Frage, ob das die Mannschaft jetzt negativ beeinflussen könnte: „Ich hoffe mal nicht.“

Überrascht war aber auch ein anderer: Carsten Gockel . Der Sportvorstand des SCP, der eigentlich einen „kurzen Draht“ zum Trainer haben sollte, wurde von Marco de Angelis informiert. „Von Marc habe ich das nicht gehört, ich kommentiere das nicht“, sagte Gockel. Und: „Er war weiter unser erster Ansprechpartner für die neue Saison. Es ist aber auch im Fußball legitim und keine ungewöhnliche Situation, die von uns erhoffte sportliche Trendwende abzuwarten, ehe ein neuer Vertrag unterschrieben wird.“ Offenbar treibt die Preußen-Entscheider auch die Angst, dass der Drittligist mit wenig erfolgreichen Auftritten gegen Oberhausen und Jena unnötigerweise im Januar noch in den Abstiegskampf rutschen kann.

Fascher wollte jedenfalls nichts von einer fehlenden Kommunikation zwischen ihm und Gockel wissen, es sei abgesprochen gewesen, dass nur Club-Chef de Angelis alle Präsidiumsmitglieder über die Entwicklungen des Mittwochs informieren würde. Dennoch: Bei zwei Fachkräften, die tagtäglich miteinander zu tun haben, dürfte anderes erwartet werden.

Carsten Gockel, der das tägliche operative Geschäft leitet, wurde vom Abgesang Faschers fast schon überrollt. Man hätte noch am Mittwoch über die Zukunft, über Spieler und Spielpläne gesprochen. Der Fußballlehrer Fascher hat mit seiner Entscheidung für eine große Überraschung gesorgt.

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