Die Liebe zum Tischtennis hat Sarah Her-Lee nach Münster geführt
Olympia ist ihr großer Traum

Münster -

Sarah Her-Lee sitzt auf dem Boden der Gievenbecker Peter-Demling-Halle. Sie muss lachen. Das ist allein schon außergewöhnlich genug, denn normalerweise steht die Neuseeländerin hier hochkonzentriert an den Tischtennisplatten. Doch jetzt hat sie sich eine kurze Auszeit genommen. Sie möchte über den Aasee reden. „Das war so faszinierend. Ich habe noch nie zuvor einen zugefrorenen See gesehen. Ich bin selbst auf dem Eis gelaufen. Und manche Leute sind darauf sogar Fahrrad gefahren oder haben gegrillt“, schwärmt die 26-Jährige. Sie könnte stundenlang weiter erzählen. Egal ob Wasser mit Kohlensäure, Pommes mit Mayo statt Ketchup oder Namen an der Klingel: Vieles in Deutschland kam ihr am Anfang neu vor, manches war vorher unvorstellbar.

Dienstag, 20.03.2012, 21:03 Uhr

Die Liebe zum Tischtennis hat Sarah Her-Lee nach Münster geführt : Olympia ist ihr großer Traum
Tischtennis ist ihr Leben. Die kleinen Zelluloid-Bälle haben es ihr von Kind auf angetan. Deshalb ist Sarah Her-Lee von Neuseeland nach Münster gekommen. Foto: Peter Leßmann

Seit etwas mehr als einem halben Jahr befindet Sarah sich jetzt in Münster . Das Tischtennis hat sie hergeführt. „Mit 14 Jahren habe ich angefangen zu spielen. Als ich dann direkt zwei der besten U-15-Spielerinnen in Neuseeland geschlagen habe, wurde mir bewusst, dass ich vielleicht ein besonderes Talent habe“, erzählt die gebürtige Taiwanesin. Doch nachdem sie die Schule abgeschlossen hatte, begann sie zunächst Jura und Politik zu studieren. Tischtennis spielte sie während dieser Zeit natürlich weiter, viel trainieren konnte sie allerdings nicht. Als sie ihr Studium dann erfolgreich abgeschlossen hatte, stand sie am Scheideweg. „Ich war zu diesem Zeitpunkt wirklich sehr verwirrt. Zum einen hatte ich Jobangebote vorliegen. Zum anderen war Tischtennis schon immer das Wichtigste in meinem Leben. Um professionell zu spielen, hätte ich aber in Neuseeland alles aufgeben müssen, weil es dort noch nicht einmal Vereine gibt“, erinnert sie sich. Ihre Eltern rieten ihr einen Job anzunehmen, ihr eigenes Geld zu verdienen. „Aber ich musste das mit dem Tischtennis probieren. Das hat mir mein Gefühl gesagt.“ Über einen Freund in Köln stellte sie dann den Kontakt zu verschiedenen Vereinen in Deutschland her: „Mir war von Anfang an klar, dass ich nach Deutschland will. Die besten europäischen Tischtennisspieler kommen hierher.“ Eines Tages erhielt sie dann eine E-Mail von Peter Luthardt , Trainer der Oberliga-Mannschaft von Borussia Münster. „Ich habe ihr ein individuelles Systemtraining angeboten und auf die Herausforderung hingewiesen, welche die Oberliga bietet“, sagt Luthardt. Sarah war von dem Angebot begeistert. So begeistert, dass sie ihre Koffer packte und in Neuseeland alles stehen und liegen ließ. Heute ist sie erfolgreichste Spielerin der Borussia in dieser Saison. Das Team steht vor dem Aufstieg in die Regionalliga. „Sarah ist für uns ein echter Glücksgriff. Spielerisch und menschlich ist sie eine absolute Bereicherung für unser Team“, so ihr Trainer. Mehr als zehn Mal in der Woche steht sie nun mit ihm in der Halle. Außerdem nimmt sie regelmäßig an internationalen Turnieren teil. Alles um ihrem großen Traum ein Stück näherzukommen. „Ich möchte einmal in meinem Leben an den olympischen Spielen teilnehmen“, sagt sie. In der nächsten Woche stehen erstmal die Mannschafts-Weltmeisterschaften in den Dortmunder Westfalenhallen an. Sollte sie dort mit der Nationalmannschaft Neuseelands triumphieren, kann sie schon in diesem Jahr ihren Traum wahr werden lassen. Bis dahin wird sie aber weiter fleißig trainieren. Zum Training fährt sie übrigens mit dem Fahrrad. Auch daran musste sie sich erst gewöhnen. „Allerdings wurde mein Fahrrad letztens geklaut. Aber ich habe mittlerweile schon eine neues. Ich hätte jedoch nie gedacht, dass ich einmal davon abhängig sein würde.“

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