Interview mit SCP-Aufsichtsratsvorsitzendem
„Eigentum verpflichtet“ - Bäumer nimmt in Sachen Stadion-Sanierung die Politik in die Verantwortung

Münster -

Thomas Bäumer ist sauer. Der Aufsichtsratsvorsitzende und Chef des langjährigen Hauptsponsors des SC Preußen ärgert sich darüber, wie die Politik mit dem von der Verwaltung vorgelegten Sanierungskonzept für das städtische Preußen-Stadion umgeht. Und noch mehr über diverse Aussagen, die in diesem Zusammenhang gefallen sind. Unser Redaktionsmitglied Uwe Peppenhorst sprach mit dem 48-Jährigen.

Freitag, 23.03.2012, 14:03 Uhr

Interview mit SCP-Aufsichtsratsvorsitzendem : „Eigentum verpflichtet“ - Bäumer nimmt in Sachen Stadion-Sanierung die Politik in die Verantwortung
Sieht die Politik in der Pflicht: Thomas Bäumer, Aufsichtsratsvorsitzender des SC Preußen. Foto: pp

Thomas Bäumer , eigentlich sollte der Rat der Stadt Münster in seiner Sitzung am Mittwoch grünes Licht für diverse Sanierungs- und Modernisierungsmaßnahmen im Preußen-Stadion geben. Dieser Zeitplan ist gekippt. Wie beurteilen Sie die Situation?

Bäumer: Ich finde das empörend und empfehle den Politikern, einen Blick ins Grundgesetz zu werfen. Dort steht in Paragraf 14, dass Eigentum verpflichtet. Die Politiker in der Stadt scheinen davon nicht viel zu halten. Ansonsten würde sich das Stadion heute nicht in vielen Bereichen in einem solch miserablen Zustand befinden.  

Aber muss wirklich eine Rasenheizung her?

Bäumer: Darum geht es doch nur am Rande. In erster Linie wollen wir eine Spielfläche, auf der man vernünftig Fußball spielen kann. Dass wir uns in diesem Zusammenhang auch mit dem Einbau einer Rasenheizung beschäftigen, ist doch legitim und vernünftig. Im Augenblick ist der 60 Jahre alte Rasen im Preußen-Stadion jedenfalls in einem erbärmlichen Zustand. Die Frage muss erlaubt sein: Kann es wirklich sein, dass der Verein, für den Münster in ganz Deutschland bekannt ist, der Stadt nicht einmal das Notwendigste wert ist, während in anderen Städten schon die zweite Generation hochmoderner Stadien steht?

In den Diskussionen der zurückliegenden Tage fiel auch die Bemerkung, die Stadt habe den SCP erst vor wenigen Jahren vor der Insolvenz gerettet. Was sagen Sie dazu?

Bäumer: Diese Aussage des Grünen-Fraktionschefs Herry Klas ist eine Unverschämtheit, zeigt aber auch, wie realitätsfremd die Grünen sind, wenn es um den SCP geht. Solcher Populismus ist ein Schlag in das Gesicht derer, die den Verein tatsächlich mit ihrem Geld vor der Insolvenz gerettet haben. Und damit darf ich mich mit Verlaub auch und insbesondere zählen. Übrigens sind die inzwischen größtenteils abgetragenen Schulden vor allem auf die Nichtigkeit des städtischen Bebauungsplans zurückzuführen, für die der Verein sicher nichts konnte.

Sie sind mit der Tuja-Zeitarbeit GmbH seit etlichen Jahren Hauptsponsor des Vereins. Stellen Sie sich angesichts der aktuellen Diskussionen nicht hin und wieder die Frage nach der Sinnhaftigkeit?

Bäumer: Das tue ich in der Tat. Und ich sage es auch ganz ehrlich: Wenn ich merke, dass es nicht vorangeht, weil die Politik unseren Verein vergleichsweise stiefmütterlich behandelt, wird sich niemand wundern dürfen, wenn die Energie derer, die sich mit aller Kraft ehrenamtlich für den Verein engagieren, irgendwann verbraucht ist.

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