Versöhnliches Finale bei Schwimm-EM
Münsteranerin Caroline Ruhnau schwimmt zu Bronze über 50 Meter

Debrecen -

Caroline Ruhnau musste bis zum letzten Tag, bis zum letzten Finalabschnitt, bis zur viertletzten Einzel-Entscheidung warten, bis sie endlich ihr Ziel erreicht hatte: Über 50 Meter Brust hat die Kurzbahn-Europameisterin von 2009 ihre erste Medaille bei einer internationalen Langbahn-Meisterschaft gewonnen. In 31.35 Sekunden schrappte die Münsteranerin bei der EM im ungarischen Debrecen gar um lediglich acht Hundertstelsekunden an Silber und um eine Zehntelsekunde an Gold vorbei.

Dienstag, 29.05.2012, 09:05 Uhr

Versöhnliches Finale bei Schwimm-EM : Münsteranerin Caroline Ruhnau schwimmt zu Bronze über 50 Meter
Ihr ganzer Stolz: Caroline Ruhnau belohnte sich bei der Kurzbahn-EM in Ungarn mit der Bronzemedaille. Und doch musste sich die 27-Jährige Kritik ihres Trainers anhören. Foto: dpa

„Ich wusste, dass es sehr eng wird“, sagte Ruhnau nach ihrem Bronze-Rennen über die nicht-olympische Sprintdistanz. „Aber ich wollte hier unbedingt eine Medaille gewinnen und freu mich sehr, dass es jetzt geklappt hat.“ Diese Medaille versöhnt die 27-Jährige auch für die ersten sechs Tage ihrer Ungarn-Reise. Nach den euphorischen Tagen von Berlin , wo sie sich vor rund zwei Wochen bei den deutschen Meisterschaften nicht nur den Titel über 100 Meter Brust, sondern auch ihr so lang ersehntes Olympia-Ticket sicherte, musste sie sich bei der EM eingestehen, dass sie ihre glänzende Form doch nicht bis in die ungarische Puszta retten konnte. „Ich hatte mir nach den Deutschen schon mehr vorgenommen, die Zeit von da hätte hier zu Gold gereicht.“ Stattdessen gab es nur einen vierten Rang über 100 Meter Brust und dazu noch das Halbfinal-Aus als Zehnte über die doppelte Distanz – das schmeckte weder ihr noch Trainer Henning Lambertz . Für Ruhnau war es auch deshalb so ärgerlich, weil diese Saison für sie bisher alles aufgegangen sei, sie in Berlin „das Rennen ihres Lebens geschwommen“ sei. Und das so gut, dass gar die obligatorische Nachbesprechung mit dem sonst so kritischen Trainer ausgefallen war. „Da haben endlich mal die Frequenzen gestimmt, ich habe nicht, wie sonst immer, auf den letzten 25 Metern verloren, sondern das Feld von hinten aufgerollt, das fühlt sich natürlich toll an“, sagte Ruhnau über ihre Bestleistung, mit der sie sich auf Rang neun der Weltrangliste katapultiert hatte – und für die sie sich nun in Debrecen mit einer EM-Medaille belohnen wollte. Einzig: Genau dieses Hoch-Gefühl habe sie dieses Mal nicht gehabt, „vielleicht hat das in Berlin noch mal extra Kräfte freigesetzt, die mir hier einfach gefehlt haben“, vermutet die Brustspezialistin. Lambertz’ Erklärung hörte sich nach einer ersten Krisensitzung indes etwas anders an. „Caro hat es einfach nicht geschafft, unsere Absprachen umzusetzen. Das ist dann was, was mich am Beckenrand wahnsinnig macht, wenn ich das sehe“, so der Essener Stützpunkttrainer. „Da ist sie dann doch wieder zu aufgeregt und zu hibbelig, um ihr eigenes Rennen zu schwimmen.“ Das müsse Ruhnau, die bereits seit gut einem Jahr erfolgreich mit einer Mentaltrainerin arbeitet, bis zum Sporthighlight unter den fünf Ringen unbedingt in den Griff bekommen. Doch da ist ja noch dieses perfekte Rennen, von dem nicht nur ihre Eltern eine DVD bekommen haben, schließlich schwamm Ruhnaus jüngere Schwester Alice ebenfalls in diesem Finale. Auch Caroline Ruhnau schaut sich das Rennen immer wieder gerne an. Eine gute Motivation für die kommenden Wochen ist das allemal.

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