Blaues Wunder mit blauem Auge
Hiltrup hält die Klasse / Lütkemeyer-Elf dreht 0:2-Rückstand in 6:2-Sieg / Spexard spielt mit und verliert

Münster -

Der TuS Hiltrup erlebte erst sein blaues Wunder, kam dann aber noch mit einem blauen Auge davon. Und nun Schluss mit der billigen Vereinsfarben-Metaphorik, denn es bedarf eigentlich nur eines einzigen Wortes, um den erfolgreichen Klassenerhalt zusammenzufassen: Wahnsinn.

Sonntag, 03.06.2012, 20:06 Uhr

Blaues Wunder mit blauem Auge : Hiltrup hält die Klasse / Lütkemeyer-Elf dreht 0:2-Rückstand in 6:2-Sieg / Spexard spielt mit und verliert
Blaue Glückseligkeit: Der TuS Hiltrup bleibt in der Westfalenliga. Foto: Jürgen Peperhowe

Die Hiltruper mussten ihr letztes Spiel gegen SuS Stadtlohn gewinnen, gleichzeitig durfte Keller-Konkurrent Spexard nicht bei Gütersloh punkten. Und dann dieser Albtraumstart: Nach sechs Minuten führten die Gäste aus Stadtlohn bereits mit 2:0, Kai Erning hatte einen Freistoß in die Maschen geknallt und Markus Krüchting per Sololauf nachgelegt. Es roch stark nach Westfalenliga-Abschiedstour, doch da hatte man glatt den von Interimscoach Ralf Lütkemeyer und seinem Co Günther Gadau entfachten neuen Kampfgeist verdrängt. Verbissen marschierten ihre Jungs immer wieder über die Mittellinie – und wurden schließlich durch Gunvald Herdin belohnt. Innenverteidiger Yannick Gieseler hielt es schon nicht mehr hinten, er bediente den Stürmer, der cool nach 25 Minuten vollstreckte. Anschluss, Hoffnung, Herdin holte den Ball selbst aus dem Netz; weiter ging‘s. Gunnar Webers stramme Vorlage von links musste Ulrich Kockmann am zweiten Pfosten nur noch einschieben, Ausgleich, Tollhaus Glasurit-Arena (28.). Als Dennis Hoeveler einen Abpraller sechs Minuten vor der Pause entschlossen verwertete, musste man sich schon die Augen reiben – Lütkemeyer entschied sich stattdessen fürs wilde Jubeln. Doch die knappe Führung reichte den Gastgebern noch nicht. Sie wollten auf Nummer sicher gehen, stürmten nach der Pause weiter. Die frohe Kunde aus Gütersloh (3:0 gegen Spexard zur Pause, am Ende 5:0) hatte längst die Runde gemacht. In Hiltrup war es wieder Herdin, der per Kopf einen Freistoß von Daniel Bothen nutze, 55 Minuten waren da gespielt. Symbolisch für den unbändigen Willen der Hausherren dann der Auftritt von Diogo Castro, der aus der eigenen Hälfte mit dem Ball am Fuß lossprintete und ihn erst wieder im SuS-Tornetz abgab – stark (70.). Herdin machte in der Nachspielzeit noch seinen Dreierpack perfekt, doch das ging in der Hiltruper Vorfreude fast unter. 6:2 nach 0:2-Rückstand, imposanter kann ein Endspiel , kann ein Klassenerhalt gar nicht sein. „Was für ein Happy-End“, sprudelte es aus dem sportlichen Leiter Rolf Neuhaus heraus, „das emotionalste Spiel meiner Laufbahn“, keuchte Lütkemeyer, TuS-Fußball-Vorsitzender Hermann Bördemann spendierte 50 Liter Freibier. Blaue Glückseligkeit. Hiltrup: Lueke – Lübke, Ziegner, Gieseler, Hoeveler – Castro (78. Schunke), Herdin, D. Bothen, Kniesel (83. T. Bothen) – Weber (73. Günner), Kockmann.

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