Motorsport im Münsterland
Stammgäste an der Rennstrecke

Greven -

Der Hockenheim- und der Nürburgring sind weit entfernt, doch auch in Greven gibt es Motorradfahrer, die Stammgäse auf diesen Strecken sind.

Freitag, 27.07.2012, 14:07 Uhr

Man würde das Münsterland ja mit einigen Sportarten verbinden: Mit Reiten oder Radsport beispielsweise. Aber mit Motorsport ? Wohl eher nicht.

Und doch: Es gibt ihn in der Region. An der Mergenthaler Straße bei „SKM-Motors“ ist er seit vielen Jahren regelrecht zu Hause. Denn neben den herkömmlichen Reparatur-und Tuningarbeiten für den Hobbymotorradfahrer hat sich der Betrieb dem Motorrad-Rennsport verschrieben. „Hier in der Umgebung sind wir mit großer Wahrscheinlichkeit die Einzigen, die auf derart hohem Niveau in diesem Bereich aktiv sind“, vermutet Geschäftsführer Frank Krekeler .

Die Grevener gehen unter dem Namen „Gerin-skm Racing Team“ bei den Internationalen Deutschen Meisterschaften (IDM) in der Supersport-Klasse und im Yamaha-Cup an den Start, mit Erfolg: 2007 und 2011 zweimal Vizemeister in der IDM Supersport, zudem hatten sie Anteil an den Triumphen teamfremder Fahrer, die zu den Kunden der Werkstatt gehören. Einer von ihnen ist Jörg Teuchert, einer der Stars unter den Motorradrennfahrern.

Aktuell fahren mit dem Österreicher David Linortner, der in dieser Saison bei zwei Rennen ganz oben auf dem Podium stand und dem Deutschen Gabriel Läuger zwei Piloten für das Team, zudem startet der junge Schweizer Marco Nekvasil erfolgreich im Yamaha-Cup, einer bekannten Nachwuchsserie im Rennsport. „Die haben alle großes Potenzial“, sagt Frank Krekeler, der weiß, worauf es bei einem Top-Piloten ankommt: „Neben Talent braucht es enorme Zielstrebigkeit, eine absolute Fokussierung auf den Sport“. Da gilt es auch, auf vieles zu verzichten, um sich vollends auf die Rennen konzentrieren zu können. „Die Fahrer sind zwar keine Vollprofis, aber doch schon sehr auf den Sport ausgerichtet“, erklärt Krekeler.

Pro Saison gehen sie in insgesamt 16 Rennen an den Start, für ein ganzes Wochenende reist das Team dann an die bekanntesten Rennstrecken Deutschlands: Ob am Nürburg-, Hockenheim- oder Lausitzring – überall zählt das „Gerin-skm Racing Team“ zu den Stammgästen, auch in Österreich, den Niederlanden und in Ungarn sind sie schon angetreten. Der Ablauf eines Wochenendes ist immer gleich: Mit einem riesigen Truck, in dem die Motorräder sowie alle möglichen Ersatzteile transportiert werden, geht es an die Rennstrecken, hier treffen die Mechaniker die Fahrer. Der Wettbewerb beginnt dann freitags mit dem Freien Training. „Da wird vor allem ausprobiert, getestet, welche Reifen im Rennen zum Einsatz kommen“. Zwei Mechaniker pro Fahrer sind dann dafür verantwortlich, dass die Motorräder bestmöglich präpariert werden. Am Samstag stehen dann das Qualifying und das erste Rennen an, am Sonntag findet der zweite Wettbewerb statt. Bis zu 30 000 Zuschauer kommen zu einer Veranstaltung, auch Fernsehteams. Dennoch: „Das mediale Interesse ist leider eher gering“, bedauert Krekeler. Dabei bieten Motorradrennen ein hohes Maß an Spannung und Unterhaltung für den Zuschauer: „Das ist ein enorm dynamischer Sport, und vor allem in der Regel bis zum Schluss aufregend“. Riskante Überholmanöver und packende Zweikämpfe zwischen den Fahrern sind an der Tagesordnung. „Die Klasse und nicht zuletzt auch die Tagesform des Piloten spielen eine wichtige Rolle“, erläutert Krekeler. Zudem müssen in der Boxengasse die richtigen Entscheidungen getroffen werden, dafür hat das Skm-Team mit Bernd Klockmann extra einen Rennmechaniker, der sich ausschließlich um das Wohl von Fahrer und Maschinen kümmert. Die Maschinen sind Yamaha R6-Motorräder, die bei 135 PS auf bis zu 280 Stundenkilometer beschleunigen.

Um diese Leistung zu erreichen, wird natürlich in die Technik und Ausrüstung des Zweirads eingegriffen, aber: „Da gibt es strenge Reglements, beliebiges Tunen ist nicht erlaubt“, kennt Krekeler die Regularien und weiß , dass der professionelle Motorsport eine echte Wissenschaft ist: „Mal eben nach Feierabend ein bisschen herumschrauben, reicht auf diesem Level nicht!“

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