Triathleten starten beim Challenge Roth
Viele große Momente

Roth/Gronau -

„We are triathlon“, so stand es auf zahlreichen Bannern über in den Straßen im fränkischen Roth. Die Kleinstadt südlich von Nürnberg wurde am Wochenende wie schon seit Mitte 80er-Jahre in den ersten Julitagen wieder einmal zum Mekka der Ausdauerdreikämpfer.

Dienstag, 10.07.2012, 18:07 Uhr

Triathleten starten beim Challenge Roth : Viele große Momente
Finisher aus dem TG Gronau beim Triathlon in Roth (von links): Joachim Flüthmann, Heiko Kaack, Silke Lammers, Edgar Teuber und Rolf Schweiger. Foto: gp

Rund 3200 Aktive nahmen dort beim Challenge Roth die 3,8 km Schwimmen, 180 km Radfahren und 42,2 km Laufen in Angriff, in mehr 600 Staffeln teilten sich je drei Sportler die Disziplinen. Am Start waren auch einige Einzelstarter des TV Gronau , Andre Winkelhorst vom TV Westfalia Epe und eine Staffel.

Mit Gänsehautatmosphäre nicht nur für die Teilnehmer, sondern auch bereits für Zigtausende von Zuschauern begann der „längste Tag des Jahres“ schon um 6.30 Uhr beim Start zum Schwimmen im Main-Donau-Kanal. „This is your moment“, wie es groß an der Kanalbrücke stand, mit diesem Gefühl machten sich bei strahlenden Sonnenschein und blauem Himmel auch die Gronauer auf den Weg über die insgesamt 226 Kilometer.

Andreas Grüter und Rolf Schweiger verließen als Erste von ihnen nach knapp einer Stunde das Wasser, Edgar Teuber, Heiko Kaack , Joachim Flüthmann und Silke Lammers folgten in etwa in den zu erwartenden Abständen. Auch Langdistanz-Debütant Michael Graff hatte die 3,8 km nach rund 1:18 Std. geschafft.

Das Schwimmen bildete aber wie gewohnt gewissermaßen nur das Vorspiel, auf dem Rad galt es die entscheidende Grundlage für ein gutes Resultat zu legen. Dort allerdings erlebten alle eine „windige“ Überraschung. Starker und zum Teil sehr böiger, wechselnder Wind machte ihnen das Leben schwer. „Ich kann mich nicht an so starken Wind in den letzten Jahren erinnern“, stellte Chef-Organisator Felix Walchhöfer später fest. Die Zeiten aus dem Jahr 2010, das war schon nach der ersten von zwei Runden klar, würden die Gronauer so nicht wiederholen können. Die Abstände untereinander waren aber weiterhin weitestgehend wie erwartet. Andreas Grüter, Heiko Kaack und Rolf Schweiger absolvierten die 180 km nahezu zeitgleich, Joachim Flüthmann waren etwa sieben Minuten langsamer, Edgar Teuber weitere sechs Minuten und Silke Lammers nochmals sechs Minuten. Michael Graff blieb ebenfalls noch unter sechs Stunden.

Nicht der Tag war es allerdings für Andre Winkelhorst vom TV Westfalia Epe. Schon beim Schwimmen fand er nie seinen Rhythmus, schluckte so in der „Wasserschlacht“ viel Wasser. Heftige Hustenanfälle und Atemnot auf dem Rad waren die Folge, so dass er sich nach etwa 130 km entschied, das Rennen zu beenden. „Ich suche mir demnächst ein Rennen ohne Schwimmen“, kommentierte er später sarkastisch.

Für die Starter des TV Gronau entschied sich, wie so oft beim Triathlon, alles beim Laufen. Statt mit Regen nach den aufziehenden Gewitterwolken hatten sie dort aber plötzlich mit gleißender Sonne und brütender Hitze zu kämpfen. Rolf Schweiger und Joachim Flüthmann hatten zudem aufgrund von Verletzungen in den vergangenen Wochen das Laufen kaum trainieren können, brachten aber gegenüber Heiko Kaack, Andreas Grüter und Edgar Teuber mehr Marathonerfahrung mit. Heiko Kaack hatte andererseits schon auf dem Rad immer wieder mit heftigen Krämpfen zu kämpfen gehabt. Am Ende war es dann Andreas Grüter, der die 42,2 km am Gleichmäßigsten durchlaufen konnte und als einer der ersten Gronauer ins Ziel kaum. Gleichzeitig unterbot er seine Marke von vor zwei Jahren um rund vier Minuten. Den zweitschnellsten Marathon der TVG-Starter absolvierte schließlich sogar Silke Lammers, während Heiko Kaack, Rolf Schweiger und Joachim Flüthmann doch einige Zeit einbüßten. Silke Lammers blieb so auch um etwas mehr als Minute unter ihrer Bestmarke von 2010. Eine Steigerung seiner Zeit aus diesem Jahr um rund 20 Minuten gelang sogar Edgar Teuber. „I have finished“, jubelte schließlich auch Michael Graff und freute sich zudem über eine Zeit knapp unter der 12-Stundengrenze.

„Nie wieder Langdistanz“, waren sich alle am Sonntagabend nach dem härtesten Wettkampf ihrer Karriere, wie einhellig meinten, zunächst einig. Am darauf folgenden Morgen klang das allerdings dann schon nicht mehr ganz so entschieden.

Vor Überraschungen verschont blieb auch nicht das Staffelteam mit Elmar Buss, Rembert Schütte und Annette Nassmacher, die sich wie bereits vor zwei Jahren die Strecken teilten. Rembert Schütte stürzte nach gut 100 km auf dem Rad und konnte das Rennen nur noch mit deutlich verringertem Tempo zu Ende fahren, so dass der Traum von einer Gesamtzeit vielleicht knapp unter der 11-Stunden-Marke nicht mehr wahr werden konnte.

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